104: Kritische Infrastrukturen unter Druck! Im Interview mit Manuel "HonkHase" Atug, Gründer und Sprecher der AG KRITIS.
Shownotes
In dieser Episode von BlueScreen widmen wir uns einem zentralen und oft übersehenen Thema: der Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Mit meinem Gast Manuel "HonkHase" Atug, einem Sicherheitsexperten und Gründer der unabhängigen AG KRITIS, tauchen wir tief in die digitale Verwundbarkeit dieser für unser tägliches Leben essentiellen IT-Systeme ein. Wir beleuchten, warum Branchen wie Energieversorgung, Wasser, medizinische Betreuung und Telekommunikation nicht nur als kritisch eingestuft werden, sondern auch besonders anfällig für Cyberangriffe sind.
Manuel teilt seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse aus seiner langjährigen Karriere in der IT-Sicherheit und erklärt, wie er zur Gründung der AG KRITIS kam. Wir sprechen darüber, warum es von Bedeutung ist, dass diese Infrastruktur regelmäßig geprüft und geschützt wird, und welche Herausforderungen dabei aktuell bestehen. Insbesondere die Problematik der unzureichenden und nicht nachhaltigen Digitalisierung und der über Jahrzehnte angesammelte Investitionsstau wird von Manuel eindrucksvoll dargelegt.
Ein zentraler Punkt ist die Notwendigkeit der Souveränität und Eigenverantwortung – sowohl auf Seiten der BürgerInnen als auch der Unternehmen. Manuel ermutigt die Zuhörer, sich proaktiv mit ihrer eigenen Sicherheit auseinanderzusetzen. Dabei diskutieren wir Beispiele für gute und schlechte Praxis im Krisenmanagement sowie die Notwendigkeit eines dynamischen Diskurses zwischen verschiedenen Akteuren, um eine besser informierte und resilientere Gesellschaft zu schaffen.
Wir thematisieren auch die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen, die durch einen potenziellen Ausfall kritischer Infrastrukturen entstehen könnten, und erklären, warum es unerlässlich ist, dass Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Manuel macht deutlich, dass konsequentes Handeln, darüber sprechen und sich austauschen, sowie eine kontinuierliche Sensibilisierung der Bevölkerung entscheidend sind, um die Unsicherheit und das Gefühl der Machtlosigkeit zu überwinden.
Zusätzlich zu den technischen Aspekten der Cyber-Sicherheit werfen wir einen Blick auf die politische Dimension, die hinter den Entscheidungen rund um IT-Sicherheitsgesetze steht. Wir analysieren, wie wichtig es ist, dass Mitbestimmung, Souveränität und Transparenz in diesen Prozessen gewährleistet sind, und warum staatliche Cyber-Sicherheitsstrategien Europa als Ganzes stärken müssen.
Im Verlauf des Gesprächs wird klar, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, aktiv zu werden – sei es durch einfache Maßnahmen im eigenen Zuhause oder durch geschärfte Unternehmensstrukturen. Wer die Risiken kennt und ihre Verantwortung ernst nimmt, kann zu einer widerstandsfähigeren Gemeinschaft beitragen. So werden wir gemeindam digital Souverän und resilient, also Widerstandsfähig, gegen die Auswirkungen von Bedrohungen und Gefährdungen.
Abschließend fordert Manuel dazu auf, den Dialog fortzusetzen und sich nicht entmutigen zu lassen. In einer Zeit, in der Technologien sich rasant ändern, müssen wir gemeinsam Lösungen finden, um eine sichere und stabile Zukunft für alle zu ermöglichen.
Shownotes:
- Manuel bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/manuel-honkhase-atug-820b27241/
- Die Webseite von Manuel mit weiteren Kontaktmöglichkeiten: https://www.atug.de/
- Manuel bei mastodon: https://chaos.social/@HonkHase
- Manuel bei Blue Sky: https://bsky.app/profile/honkhase.bsky.social
- Die AG KRITIS: https://ag.kritis.info/
- Percepticon: https://percepticon.de/
- Das Buch zum Thema "Cyberwar" von Thomas Rid: https://www.ridt.co/cyber-war-will-not-take-place/
- Du willst uns mal so richtig was sagen? Dann bitte hier entlang: https://www.speakpipe.com/bluescreen
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Transkript anzeigen
Speaker1: Hi und willkommen zu einer weiteren Folge von BlueScreen, eurem Lieblings-Tech-Podcast.
Speaker1: Heute geht es um ein Thema, das uns alle betrifft, auch wenn wir im Alltag kaum
Speaker1: darüber nachdenken, nämlich die Sicherheit unserer kritischen Infrastrukturen.
Speaker1: Egal ob Strom, Wasser, medizinische Versorgung oder Kommunikation,
Speaker1: ohne diese Systeme funktioniert unser Leben leider nicht mehr.
Speaker1: Und genau um das geht es heute. Ich freue mich sehr, heute einen Gast begrüßen
Speaker1: zu dürfen, der sich wie kaum ein anderer mit dem Thema digitaler Verwundbarkeit
Speaker1: dieser Infrastrukturen auseinandersetzt.
Speaker1: Manuel Atuk, er ist Sicherheitsexperte, Gründer und Sprecher der AG Kritis und
Speaker1: unter anderem auch unter dem Namen Hornkhase fielen in der Community ein Begriff.
Speaker1: Viel Spaß mit dieser Folge.
Speaker1: Bluescreen, der Tech-Podcast. Ja, und ich freue mich total, Manuel,
Speaker1: dass das heute geklappt hat.
Speaker1: Es ist schwierig, dich zu erreichen. Du bist ja mittlerweile,
Speaker1: wie man so schön sagt, bekannt aus Funk und Fernsehen.
Speaker1: Also dich sieht man auch gerne mal bei der Tagesschau und anderen Formaten.
Speaker1: Wie geht's dir? Und ja, ich hoffe, dir geht's gut.
Speaker0: Ja, well, mich kriegt ja so schnell nichts unter.
Speaker0: Also mir geht es gut, aber die Sorgen über die Zukunft und die kritischen Infrastrukturen
Speaker0: und den Schutz und die Versorgung der Bevölkerung macht natürlich trotzdem immer wieder Sorgen.
Speaker1: Ja, Themen gibt es genug, haben wir gerade im Vorgespräch schon festgestellt.
Speaker1: Also man kann da, glaube ich, aktuell könnte man jeden Tag fünf Podcast-Folgen
Speaker1: darüber machen, was da so los ist in der Welt.
Speaker1: Aber bevor wir da in die ganze Sicherheitsthematik einsteigen,
Speaker1: erzähl doch mal ganz kurz, wer bist du, was machst du so und wie bist du eigentlich
Speaker1: zu dem Thema IT-Sicherheit gekommen?
Speaker0: Ja, also mein Name ist Manuel Artok, auch bekannt als Honkhase.
Speaker0: Das ist mein Künstlername, den ich habe eintragen lassen vor drei Jahren in
Speaker0: meinem Personalausweis.
Speaker0: Ich bin zur IT-Sicherheit gekommen. Ja, also mit sechs habe ich an meinem ersten
Speaker0: Computer rumspielen dürfen und eigentlich fand ich immer interessanter,
Speaker0: wie man die Dinge anders benutzt oder umgeht, als sie zu nutzen.
Speaker0: Also, spielen war zwar nett, aber wie man spielt Stände bricht, viel interessanter.
Speaker0: Und dann gab es irgendwann eine Netzverkabelung von zwei Rechnern und dann war
Speaker0: meine Frage immer, wie kommt man eigentlich an dieses andere Gerät und warum
Speaker0: eigentlich oder was ist die Funktion, die es verhindert oder verhindern soll.
Speaker0: Das war so eigentlich immer mein Antrieb seitdem.
Speaker0: Und ja, als ich dann davon nicht wegkam, bin ich halt zum CCC irgendwie noch
Speaker0: gekommen und auf damals dann auch das erste Camp, was es gab.
Speaker0: Ja, und dann war es um mich geschehen auf allen Facetten und Formen und Farben.
Speaker1: Ja, okay, kann ich nachvollziehen. So sind, glaube ich, viele da reingekommen
Speaker1: und ja, spannend auf jeden Fall.
Speaker1: Du bist da schon eine Zeit lang unterwegs in dem ganzen Thema.
Speaker1: Irgendwann hast du dich aber auch entschieden, die AG Kritis zu gründen. Wie kam es denn dazu?
Speaker0: Ja, ich habe ja in meinem beruflichen Werdegang dann Informatik studiert,
Speaker0: habe als Diplom-Informatiker dann Master gemacht in Applied IT Security,
Speaker0: also Kryptografie und bin Ingenieur.
Speaker0: Und ja, dann habe ich halt mehrere Jahrzehnte in kritischen Infrastrukturen
Speaker0: gearbeitet, also auditiert und auch beraten weltweit, also von Kanada, USA, Europa,
Speaker0: Ukraine, Israel, Sibirien, Kasachstan, einmal alles durch.
Speaker0: Und habe dann ja mich immer mehr auch um die Grundsatzfragen,
Speaker0: ja, mir die Fragen gestellt und auch keine Antworten so richtig gefunden.
Speaker0: Und dann kam der glückliche Zufall oder eigentlich die unglückliche Zufall,
Speaker0: dass der CCC nach dem Kongress, der Tuwatt hieß, gesagt hat,
Speaker0: okay, wir müssen auch mal was tun.
Speaker0: Also der Vorstand hatte in die Runde geschickt, hier Tuwatt-Wochenende,
Speaker0: wir machen mal ein Arbeitswochenende und arbeiten mal Themen.
Speaker0: Und eins der Themen war richtige Infrastrukturen und dann Clubmeinungen zu bauen
Speaker0: und zu bilden und zu diskutieren.
Speaker0: Ich wollte ursprünglich gar nicht da mitmachen. Ich wollte in eine andere Gruppe
Speaker0: und habe gesagt, naja, das kenne ich ja schon.
Speaker0: Und dann hieß es irgendwie, ey Hase, die anderen können nicht,
Speaker0: weil die Gruppen leiten, aber du könntest, und da sind jetzt irgendwie echt
Speaker0: Leute dabei, aber die kennen das Thema nicht, mach du doch und leite mal die Arbeitsgruppe.
Speaker0: Da habe ich gesagt, nee, nee, den Trick kenne ich.
Speaker0: Und dann blieb aber nichts anderes übrig. Ja, ich sage, na gut,
Speaker0: dann mache ich es und dann haben wir auch super konstruktiv miteinander an dem
Speaker0: Wochenende gearbeitet.
Speaker0: Daraus hat sich die AG Kritis aus dem CCC schon mal so gebildet und regelmäßig
Speaker0: virtuell zusammengesetzt und weiterentwickelt die Ergebnisse.
Speaker0: Ja, und dann haben wir halt gesagt, wir koppeln das stärker ab,
Speaker0: aber also wir wollen wirklich vollständige Unabhängigkeit.
Speaker0: Das lag primär daran, dass wir ein Cyber-Hilfswerk als Konzept entwickelt haben
Speaker0: und gesagt haben, naja, das würde dazu führen, dass man eigentlich irgendwas
Speaker0: mit dem Innenministerium machen muss oder unterhalb dessen fordert,
Speaker0: weil das nochmal innere Sicherheit ist, wenn man,
Speaker0: so eine Art technisches Hilfswerk im Digitalen hat.
Speaker0: Und das ist vielleicht nicht unbedingt was, was der CCC wollen würde, so rein formal.
Speaker0: Dann haben wir gesagt, gut, dann koppeln wir das noch davon ab und machen es komplett unabhängig.
Speaker0: Und so bin ich eigentlich da reingeschlittert und es war ursprünglich was aus
Speaker0: dem Chaos Computer Club.
Speaker0: Und man sagt ja immer, Der Club ist so als Denkanregung,
Speaker0: daraus können sich im Dunstkreis Dinge entstehen oder bilden und dadurch hat
Speaker0: sich eben aus dem CCC dieser Bedarf AG Kritis entwickelt und der ist über die
Speaker0: Jahre dann nicht weniger geworden.
Speaker1: Ja, das sehe ich tatsächlich. Ich habe es in diversen Feeds,
Speaker1: in denen ich so unterwegs bin, sieht man auch immer wieder mal,
Speaker1: dass du oder auch der Dennis, Kenji Kipka,
Speaker1: ja, ihr irgendwo auch im Regierungsthemen mit drin sitzt und da eben auch beratend
Speaker1: tätig seid, beziehungsweise auch eure Meinung kundtut.
Speaker1: Das ist dann meistens der Abschluss davon.
Speaker1: Sieht man gerne mal bei dir, Hashtag alles anzünden, wenn da mal wieder so eine
Speaker1: Sitzung war, weil du halt dann so die Faxen satt hast schon wieder von dem, was da so passiert.
Speaker1: Ist auf jeden Fall, glaube ich, eine super spannende und auch eine super wichtige
Speaker1: Geschichte. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das durchaus frustrierend sein kann.
Speaker0: Ja, also man muss halt berücksichtigen, wir haben eigentlich drei Sprecher in der AG Kritis.
Speaker0: Das sind Ian, Yves und ich. Und wir drei machen da viel.
Speaker0: Ich bin halt oft auf den entsprechenden Bundestags- oder Landtagsausschüssen
Speaker0: dabei als Sachverständiger,
Speaker0: aber manchmal eben auch Ion und Dennis Kenji Kipper ist ja auch sehr oft als
Speaker0: Wissenschaftler da mit vor Ort, aber wir haben auch Sven Herpig schon öfter
Speaker0: natürlich erlebt, der da auch versucht hat, irgendwie Sinnvolles zu gestalten und andere.
Speaker0: Es ist insofern frustrierend, weil natürlich diese Anhörungen oftmals dazu verkümmern,
Speaker0: dass man nur angehört wird.
Speaker0: Also es gibt einen Gesetzesentwurf, der ist aber nicht öffentlich,
Speaker0: weil die Referate wollen sich noch besprechen und dann die Ressorts der unterschiedlichen
Speaker0: Ministerien und die sagen dann, naja, ist ja noch nichts abgesprochen,
Speaker0: da können wir nichts veröffentlichen.
Speaker0: Und wenn es dann abgesprochen und vereinbart ist, wie man alles regeln will,
Speaker0: kommt die Anhörung und dann hört man halt die Sachverständigen an und danach
Speaker0: sagt man, naja, danke fürs Gespräch, wir haben euch angehört,
Speaker0: mehr müssten wir ja auch nicht tun aus gesetzlicher Sicht, wir haben ja jetzt alles abgestimmt,
Speaker0: das rühren wir ja jetzt nicht nochmal fünfmal um, also danke fürs Gespräch.
Speaker0: Und das ist dann schon frustrierend, wenn man sagt, dann gebt uns doch Entwürfe
Speaker0: oder reden wir mal über entstehende Dinge. Nee, das können wir nicht machen.
Speaker0: Ja, aber wenn wir angehört wurden, passiert nichts mehr, weil dann ist der Drops
Speaker0: gelutscht. Ja, also wir haben euch ja angehört.
Speaker0: Also eigentlich müsstet ihr sogar speziell gar nicht angehört werden,
Speaker0: weil die betroffene Wirtschaft muss angehört werden. Die Zivilgesellschaft kommt eh nicht vor.
Speaker0: Und dann ist das schon frustrierend, wenn man...
Speaker0: Im Team wirklich über Wochen in der ehrenamtlichen Freizeit unentgeltlich viel,
Speaker0: viel, ja teilweise sogar Wochen, nicht nur Tage investiert hat und dann wird das so abgewatscht.
Speaker0: Das ist dann schon frustrierend, aber wir sehen ja auch, dass sich egal was wir tun,
Speaker0: immer eine Kleinigkeit bewegt, ob bei Zuhörenden, bei Leuten,
Speaker0: die sich die Anhörung anschauen, bei nur einem Teil von einem Teil einer Partei.
Speaker0: Das ist egal, es kommt immer irgendwo was an und das ist das,
Speaker0: woraus wir dann auch die Energie ziehen und sagen, okay, wir haben eine Botschaft
Speaker0: vermittelt, wir haben den Diskurs mitgeprägt,
Speaker0: wir haben auch die Themen mitgeprägt und das wird dann natürlich auch durch
Speaker0: die JournalistInnen gerne aufgegriffen.
Speaker0: Und dadurch können wir schon dafür sorgen, dass die Themen eben auch anders
Speaker0: diskutiert werden, als wenn wir nicht teilnehmen würden. Und das ist eben schon ein Erfolg.
Speaker0: Und wir fordern auch immer Feedback ein von der Community. und in der Regel
Speaker0: ist es auch schon so, dass man sagt, nee, mach die schon in die richtige Richtung.
Speaker0: Hier hätten wir noch ein paar Ideen, Anregungen, Tipps und Tricks,
Speaker0: aber im Großen und Ganzen fungieren wir damit als Sprache der Zivilgesellschaft
Speaker0: und so werden wir vor allem von der Zivilgesellschaft auch wahrgenommen und
Speaker0: nicht, wir haben da so eine Eigenvorstellung.
Speaker0: Wir synchronisieren das schon mit der Masse und das hält einen dann sozusagen
Speaker0: motiviert, dass wir auf die Problemstellungen immer wieder zeigen und sagen,
Speaker0: wir knibbeln so lange an dieser Wunde, dass sie nicht zugeht, dass sie ordentlich,
Speaker0: verarztet wird.
Speaker0: Wir schütten auch so lange Salz nach, bis das Problem ordentlich angegangen
Speaker0: ist. Ja, das hält uns dann am Laufen.
Speaker1: Ja, das merke ich halt ganz oft auch in Interviews und auch in unserer Branche.
Speaker1: Du hast einerseits dieses gebetsmühlenartige Wiederholen von Dingen.
Speaker1: Auf der anderen Seite hast du aber auch bei ganz vielen Leuten,
Speaker1: die auch hier zum Beispiel schon zu Gast waren, wie Uwe Rühl oder Donald Ortmann,
Speaker1: Leute, die halt einfach auch so ein bisschen so ein Helfer-Syndrom haben oder
Speaker1: auch einfach die Verantwortung übernehmen möchten, wie du sagst,
Speaker1: umsonst, ehrenamtlich, also nicht umsonst, sondern kostenlos und ehrenamtlich,
Speaker1: eben um solche Sachen zu tun.
Speaker1: Und mir geht es am Ende des Tages auch nicht anders, auch wenn mich teilweise
Speaker1: BSI-Vorfälle gerade von Bürgerinnen und Bürgern wirklich auslaugen manchmal.
Speaker1: Aber es ist halt wichtig, weil wenn wir es nicht tun, tut es halt keiner.
Speaker1: Und das ist einfach das, was, glaube ich, am Ende des Tages entscheidend ist dafür.
Speaker1: Ja, bevor wir jetzt ins Thema richtig reinsteigen, aber noch eine Frage,
Speaker1: die ich gerade irgendwie überlesen habe.
Speaker1: Honkase, woher kommt denn eigentlich dieser Spitzname?
Speaker0: Ja, also es begab sich zu einer Zeit, dass das Internet noch gar nicht so richtig ausgeprägt war.
Speaker0: Da bin ich an die erste Hochschule gekommen und da gab es ja dann diesen allgemeine
Speaker0: Datenverarbeitungslaborraum mit so Windows NT 3.5 Rechnern, so Hightech damals.
Speaker0: Und da gab es dann dieses Internet und dieses Kommunizieren mit allen weltweit,
Speaker0: also Internet, Relay, Chat, IAC.
Speaker0: Und bin dann da hin und habe dann gesehen, okay, das Tool, was die da benutzen, ist Mirk oder MIRC.
Speaker0: Du hast dann gestartet, dachte, ja, dann ab in diesen Chat weltweit mit Leuten reden.
Speaker0: Und das Ding hat dann gesagt, so, hallo, wie ist dein Name? Er hat gesagt,
Speaker0: ja, hallo gar nicht, mein Name ist Hase, ich weiß von nichts, Hase.
Speaker0: Und dann war ich halt Hase und bin in internationalen Channeln regelmäßig drin gewesen.
Speaker0: Und irgendwann fing natürlich so der Rest der Welt an, das Internet zu benutzen
Speaker0: und Hase war immer öfter belegt.
Speaker0: Also habe ich dann Hase1-Hase, 1, 2, 3 Hase, irgendwas eingegeben,
Speaker0: habe ein kleines Skript tracken lassen, so, wenn Hase frei, dann übernimmt.
Speaker0: Und ich hatte zu dem Zeitpunkt auch schon Admin-Rechte auf den Channeln und
Speaker0: musste administrieren, aber Admin ist immer gekoppelt an den Namen und an den Passwort.
Speaker0: Und dann hieß es halt, ja toll, du hängst da jedes Mal rum und idlst und machst
Speaker0: nichts, würdest gern und kannst sogar, geht aber alles nicht, das ist doof.
Speaker0: Und dann habe ich gesagt, ja, muss warten, bis Hase frei ist, bin halt Hase, geh weg.
Speaker0: Aber irgendwann waren so viele Leute im Internet, dass an diesem einen besagten
Speaker0: Tag ich dann alles Mögliche mit wirklich ein, zwei Hase, unterstrich sechs,
Speaker0: neun, was auch immer versucht habe und irgendwie war ständig alles belegt.
Speaker0: Irgendwann habe ich mich über die ganzen Honks im Internet aufgeregt und habe
Speaker0: dann Honk Hase eingegeben.
Speaker0: Und das wurde dann natürlich in den Channeln gefragt, ich habe es dann erklärt
Speaker0: und dann habe ich gesagt, Ja, das klingt ziemlich dämlich und ziemlich unique
Speaker0: und keine Sau will diesen bescheuerten Namen. Ja, genau.
Speaker0: Okay, dann haben wir jetzt mal die Adminrechte darauf umgestellt,
Speaker0: weil wir wissen ja, dass du es bist und niemand anders.
Speaker0: Und dann kannst du auch sofort administrieren. Ja, und dann bin ich irgendwie
Speaker0: da drin hängen geblieben und nicht weggekommen.
Speaker0: Ich habe ja gerade schon gesagt, vor drei Jahren habe ich meinen Personalausweis
Speaker0: erneuert und da mir jedes Mal erzählt wurde, dieses Fachverfahren,
Speaker0: einen Künstlernamen eintragen zu lassen, ist sehr aufwendig.
Speaker0: Also Klammer auf, ja, die haben recht, Klammer zu. Ich musste die Sachbearbeiterin,
Speaker0: die Referatsleiterin und die Abteilungsleiterin durchspielen,
Speaker0: aber ich habe es an einem Tag geschafft und die Nachweise entsprechend gebracht,
Speaker0: dass der Name überregional bekannt ist und dann kriege ich ihn jetzt auch wirklich nicht mehr weg.
Speaker0: Das war so der Gag, den ich hatte, als ich dann glücklich zurückkam und meinte,
Speaker0: ey, Karo, es hat funktioniert, was für ein Quatsch.
Speaker0: Sie meinte nur, dir ist klar, dass der jetzt für immer in deinem Pass steht.
Speaker0: Da war was. Okay, naja, okay. Ja, manchmal ist der Hack lustiger,
Speaker0: als mit den Auswirkungen zu leben, muss ich sagen. Aber ich komme damit klar. So what?
Speaker1: Ja, aber es ist ja gut, dass das nicht so einfach in Deutschland ist.
Speaker1: Es gibt ja diesen Fall, wo in China Leute, die sich umbenannt haben,
Speaker1: dann irgendwie Gutscheine bekommen haben, damit sie sich irgendwelches fancy
Speaker1: Essen kaufen können. und du konntest dich dreimal umbenennen,
Speaker1: wurde dann während des Prozesses oder des Verfahrens geändert.
Speaker1: Vorher war das Unlimited und es gibt halt jetzt Leute, die halt wirklich den
Speaker1: Markennamen in zigfacher Schreibweise in ihrem Ausweis stehen haben und ihn
Speaker1: nicht nochmal ändern können.
Speaker1: Aber Hauptsache, sie haben umsonst Essen bekommen. Das ist doch schon mal schön.
Speaker0: Ja gut, ich mache das nur um des Schwachsinns willen und nicht um des Essens
Speaker0: willen, aber was dann sinnvoll ist, das lasse ich mal im Raum stehen. Ja, genau.
Speaker1: Okay, aber jetzt trotz allem zu
Speaker1: unserem eigentlichen Thema kritische Infrastrukturen und Bedrohungslage.
Speaker1: Lass uns doch mal konkret sprechen zum Thema kritische Infrastruktur.
Speaker1: Welche Bereiche sind denn deiner Meinung nach in Deutschland besonders verwundbar und warum?
Speaker0: Also eigentlich sind sie alle besonders verwundbar. Warum?
Speaker0: Na, weil sie genau eben als kritische Infrastruktur deklariert wurden.
Speaker0: Sie sind ja eben genau deswegen kritisch, weil wir sagen, das ist die Versorgungssicherheit
Speaker0: der Zivilgesellschaft, wenn einer dieser Bereiche, warum auch immer,
Speaker0: ein Defekt hat, ein Ausfall, eine Störung, eine Krise, eine Katastrophe,
Speaker0: dann haben wir großflächige Probleme am Hals.
Speaker0: Und insofern würde ich erstmal sagen, alle zehn Sektoren, die es gibt,
Speaker0: sind genauso kritisch zu betrachten, denn wir können nicht sagen,
Speaker0: naja, der eine ist weniger als der andere oder anders formuliert.
Speaker0: Wenn ich fünfmal erschossen werde, beim ersten Mal bin ich schon tot.
Speaker0: Die anderen vier relativieren dann ein bisschen die Auswirkungen,
Speaker0: weil danach, naja, nach dem ersten Mal tot sein, kommt irgendwie auch nichts mehr.
Speaker0: Also insofern ist das schon alles auf gleichem Niveau kritisch.
Speaker0: Wenn man aber sagt, welche sind stärker gefährdet und warum,
Speaker0: dann muss man sagen, naja, Staat und Verwaltung, weil eben die Kommunen und
Speaker0: Landkreise nicht als, die werden zwar definiert als kritische Infrastruktur
Speaker0: haben, aber keine Anforderungen.
Speaker0: Und so sieht das auch seit Jahrzehnten aus, dass es alles wild gewachsen,
Speaker0: sehr unterversorgt und an vielen Stellen eben unzureichend.
Speaker0: Es ist nicht überall alles schlimm, aber es hat schon eine starke Tendenz,
Speaker0: dass sehr, sehr viel schlechte und eigentlich gar nicht vorkommene Digitalisierung gemacht wurde.
Speaker0: Und wenn ja, hat man eben Jahrzehnte keine Anpassungen vorgenommen.
Speaker0: Ansonsten gibt es natürlich auch Bereiche wie eben öffentliche Krankenhäuser
Speaker0: beispielsweise, die eben auch den öffentlichen Tarifzahlen dadurch grundsätzlichen Mangel haben.
Speaker0: Die privaten Krankenhauskonzerne, denen geht es in der Regel sehr,
Speaker0: sehr gut. Die machen viele, viele hundert Millionen Umsatz, teilweise sogar Milliarden.
Speaker0: Das ist schon ein Ungleichgewicht. Also die haben da wirklich ein Problem und
Speaker0: generell ist es natürlich schon so, dass die Energie, gucken natürlich viele
Speaker0: gerade drauf, weil das natürlich auch ein Angriffsziel ist, aber am.
Speaker0: Meisten gefährdet ist eigentlich schon so, wenn man guckt, die Telekommunikation.
Speaker0: Denn Telekommunikation war schon immer das Ziel von Staaten,
Speaker0: von Akteuren, von Geheimdiensten und ist es immer noch.
Speaker0: Und da passieren ekligste Schindluder aus den organisierten Kriminellen,
Speaker0: aus den Geheimdiensten und den anderen staatlichen Akteuren.
Speaker0: Das ist so ein Dreiergespann, die einfach nur so eine Büchse der Pandora im
Speaker0: Digitalen geöffnet haben und sagen,
Speaker0: wir können unsere Angriffe skalieren, wir können noch mehr kompromittieren und
Speaker0: sabotieren oder abgreifen und selbst mit den öffentlichen und legalen Wegen,
Speaker0: also laufvolle Interception-Schnittstellen zum Abhören,
Speaker0: die auch runterwandert und kompromittiert werden, da haben wir einfach keinen Blumentopf gewonnen.
Speaker0: Und insofern ist Telekommunikation am härtesten betroffen, weil sie eben auch,
Speaker0: wenn man das tatsächlich sortiert nach Kritikalität,
Speaker0: das ist, was die Bevölkerung am allerersten und am allermeisten braucht,
Speaker0: wenn sie zum Beispiel so ein Ahrteilsszenario erlebt.
Speaker0: Dann muss man kommunizieren können, um die Rettungsdienste und die Blaulichtbörden zu koordinieren.
Speaker0: Man muss aber auch koordinieren und kommunizieren können, wer muss wo gerettet werden.
Speaker0: Die, die gerettet werden müssen, müssen kommunizieren können,
Speaker0: wo sie denn sind und dass sie Hilfe brauchen.
Speaker0: Na gut, aber man muss eben auch seine Verwandten, Freunde, Bekannte.
Speaker0: Wen auch immer kontaktieren können, um zu gucken, geht es denen gut,
Speaker0: brauchen die Hilfe, brauche ich Hilfe und Kommunikation ist nun mal das A und
Speaker0: O von allem und Energie, fälschlicherweise mal ist das Wichtigste,
Speaker0: deklariert, ist eigentlich Mittel zum Zweck, denn Energie brauche ich,
Speaker0: damit ich Telekommunikation vornehmen kann.
Speaker0: Also insofern wäre das so mein großer Blumenstrauß von wie ich es die Reihenfolge
Speaker0: und was ist gefährdet und warum.
Speaker0: Aber nochmal, es sind zehn kritische Infrastruktursektoren, weil alle zehn superkritisch
Speaker0: sind für eine Bevölkerung.
Speaker1: Das ist interessant, weil ich habe mich jetzt letztens beim Tag der offenen
Speaker1: Tür hier bei unserer Berufsfeuerwehr in Regensburg auch mit einem Stand unterhalten
Speaker1: oder mit Leuten auf dem Stand vielmehr vom Katastrophenschutz und da sind wir
Speaker1: auch so ein bisschen auf das Thema gekommen und wenn man da in dieses Handbuch
Speaker1: reinguckt, was die ja gerne einem in die Hand drücken,
Speaker1: was du so zu Hause haben solltest, ist halt irgendwie so Vorrat für zehn Tage
Speaker1: und da kommt dann auch immer wieder das Kurbelradio vor.
Speaker1: Also ja, ich sehe es bei dir da oben im Regal stehen, aber mir liegt es hinten
Speaker1: hinter mir auch im Regal. Sehr gut.
Speaker1: Das Kurbelradio mag ja ganz nett sein, aber das ist halt nur eine Einwegekommunikation.
Speaker1: Und wenn halt keiner sendet, dann kann ich halt auch nichts mehr mitbekommen.
Speaker1: Das Problem ist, glaube ich, doch sehr, ja, wie soll ich sagen,
Speaker1: sehr unterschätzt, was passiert, wenn längerfristig halt Dinge ausfallen.
Speaker1: Sei es jetzt Kommunikation oder Strom oder Energie. Gut, kommt auf die Jahreszeit
Speaker1: an. Im Ahrtal hat man es gesehen.
Speaker1: Das ist definitiv ein sehr populäres Beispiel dafür, wie es nicht funktioniert.
Speaker1: Und am Ende des Tages, glaube ich, sind sowohl Unternehmen als auch die Bevölkerung
Speaker1: sich eigentlich gar nicht im
Speaker1: Klaren darüber, was passieren kann und wie schnell es denn auch passiert.
Speaker1: Ich meine, wir haben es bei Corona gesehen. Auf einmal gab es keine Nudeln und
Speaker1: kein Klopapier mehr. Das ist jetzt nicht überlebensnotwendig.
Speaker1: Aber das waren so die erste Situation, glaube ich, seit Kriegsende wahrscheinlich,
Speaker1: an die man sich erinnern kann, dass auf einmal nichts mehr zur Verfügung stand,
Speaker1: zumindest wenn man aus Westdeutschland kommt.
Speaker1: Und das ist halt schon ein Punkt, der meiner Meinung nach noch viel mehr in
Speaker1: die Köpfe der Leute rein müsste, weil es wird sich immer auf diese Lieferkette
Speaker1: halt so verlassen und auch auf die Lieferung von Dienstleistungen und Versorgung.
Speaker1: Aber das ist ja doch ziemlich wackelig, wenn man das so mal sieht.
Speaker0: Ja, nicht nur wackelig, sondern was natürlich auch über die Jahre versäumt wurde,
Speaker0: den Leuten immer wieder intensiv zu erklären, was bedeutet Souveränität,
Speaker0: was bedeutet Eigenständigkeit und was ist deine eigene Verantwortung als Souveränität.
Speaker0: Bürgerin von Europa oder Deutschland, aber auch als Wirtschaftsunternehmen, nämlich zu sagen,
Speaker0: ich habe eine gewisse Eigenverantwortung und eine gewisse Souveränität,
Speaker0: die ich an den Tag legen kann, zu sagen, ich kann mich versorgen, wenn was passiert.
Speaker0: Ich kann mich auch täglich versorgen und wenn mal, warum auch immer,
Speaker0: gerade irgendwas nicht verfügbar ist, dann sollte ich ja zumindest ein paar
Speaker0: Sachen im Kühlschrank oder ein paar,
Speaker0: ich sage immer, ich habe ein Faible für Fischdosen, diese Fischkonserven und
Speaker0: ich habe einfach immer mehrere Dutzend hier und verbrauche die rollierend.
Speaker0: Also nachkaufen, hinten hinstellen, vorne die Ältesten sozusagen und verbrauche
Speaker0: die dann, sodass ich die immer wieder verwende.
Speaker0: Die nehmen nicht wahnsinnig viel Platz weg, aber im Notfall kann man die kalt
Speaker0: essen oder in Reis reinmischen oder was auch immer und hat einfach einen gewissen Vorrat da.
Speaker0: Und es ist eben nicht so, dass man unendlich viel Platz dafür braucht oder unendlich viel Geld.
Speaker0: Das sind relativ einfach machbare Dinge.
Speaker0: Aber manchmal hört man sich so an, die Leute haben so eine Vorstellung,
Speaker0: ja, wenn dann die Katastrophe ist, dann ist zwei Stunden später der THW bitte
Speaker0: da und stellt mir meine Bockwurst bereit und dann noch ein Bierchen dazu.
Speaker0: Dann komme ich gemütlich daraus spaziert in die Chaoslage und in die Krise und
Speaker0: dann werde ich gefälligst dreimal am Tag mit warmer Mahlzeit versorgt.
Speaker0: So funktioniert das nicht und so ist auch der Krisen- und Katastrophenschutz
Speaker0: nicht konzipiert und diese Eigenverantwortung, diese Eigensouveränität auch
Speaker0: völlig unaufgeregt zu diskutieren, also nicht zu sagen, Trepper,
Speaker0: weiß ich nicht, diese ganzen zerstörten Eichhörnchen,
Speaker0: dann müssen wir Waffen und Bunker haben,
Speaker0: also die können gerne dann Abstand halten.
Speaker0: Das sind auch aus meiner Sicht völlig kaputte Menschen.
Speaker0: Da kann ich halt so wie jetzt nur noch drüber lachen. Das ist echt krank.
Speaker0: Und unaufgeregt zu sagen, hab doch mal ein paar Flaschen Wasser da,
Speaker0: hab doch mal ein paar von diesen Dosen da, vielleicht muss man nicht zwingend ein Kurbelradio haben.
Speaker0: Also ich habe eins, das Solar dran hat und eine Kurbel, weil ich halt nicht
Speaker0: doof bin und sage, naja, im Notfall kriege ich damit eine Information und die
Speaker0: hilft im Zweifelsfalle, die Lage zu kennen.
Speaker0: Und wenn sie hilft, hilft sie nicht nur mir, sondern den Leuten um mich herum
Speaker0: auch noch. Ich kann denen ja auch Hilfestellung geben.
Speaker0: Und ich denke halt dann nicht nur an mich, sondern sage, was ist denn mit meinem
Speaker0: näheren Umfeld und mit meinen von mir geliebten Menschen oder meinen Nachbarn und so weiter.
Speaker0: Die kann ich ja mitversorgen oder ich kann denen helfen, so wie sie mir helfen.
Speaker0: Dann reicht vielleicht, wenn einer ein Radio hat und der andere hat vielleicht
Speaker0: die Fischdosen. Gut, ich habe beides zur Hand.
Speaker0: Umso besser. Also das muss nicht jeder bis zum Exzess austreiben,
Speaker0: aber ich finde schon, dass diese Verantwortung,
Speaker0: diese Eigenverantwortung, diese völlig unaufgeregte, können wir uns mal ordentlich
Speaker0: darum kümmern, eine Verantwortung wahrzunehmen, ist doch nicht zu viel verlangt. Das geht schon.
Speaker0: Und mit jedem, mit dem ich so drüber rede, der sagt dann, ja,
Speaker0: hast du recht, also eigentlich könnte ich mir mal ein paar Kleinigkeiten holen
Speaker0: und dann machen die Leute das und man hat wieder so einen Schritt nach vorn
Speaker0: gemacht und jeder Schritt hilft in der Katastrophe oder in der Krise.
Speaker0: Sie können das nicht fortplanen. Das hilft.
Speaker1: Absolut. Und Eigenverantwortung ist, glaube ich, da ein ganz wichtiges Schlagwort
Speaker1: an der Stelle, weil ich sage mal, wenn du jetzt, so wie du gerade sagtest,
Speaker1: dahin spazierst, wir haben jetzt hier auch neuerdings Sammelstellen kommuniziert
Speaker1: bei uns in der Stadt, wo man hingehen kann. Aber wenn ich da halt einfach mit nichts...
Speaker0: Katschnutzläufträume.
Speaker1: Ja, genau. Wenn ich damit sofort mit nichts ankomme und dann quasi erwarte,
Speaker1: dass man mir jetzt bitte Dinge geben soll, dann belastest du ja da auch die
Speaker1: Hilfskräfte damit. Das ist das Gleiche wie bei Cybersituationen bei den Ermittlungsbehörden.
Speaker1: Wenn du halt vielleicht zweimal mehr drüber nachdenken würdest,
Speaker1: bevor du irgendwo draufklickst und dann werden dir irgendwie 20.000 Euro über
Speaker1: PayPal abgebucht, dann belastest du ja damit die Ermittlungsbehörden eigentlich
Speaker1: mit einer Sache, die unnötig gewesen wäre, theoretisch.
Speaker1: Man hätte es besser wissen können. und das ist was, das leider,
Speaker1: die Leute ruhen sich zu sehr darauf aus, dass es wird schon funktionieren und
Speaker1: die anderen sollen sich mal darum kümmern, ich muss gar nichts und ich darf
Speaker1: blind auf jeden Link klicken und überall Zugangsdaten eingeben und das ist, glaube ich,
Speaker1: ein ganz, ganz großes Problem, was wir halt auch immer merken,
Speaker1: gerade über das Thema Cyber-Sicherheitsnetzwerk vom BSI, was da für Fälle kommen,
Speaker1: wie gesagt, ich will jetzt ein Victim-Blaming betreiben, aber vieles wäre vermeidbar
Speaker1: gewesen von dem, was ich da gesehen habe die letzten Jahre.
Speaker0: Ja, definitiv.
Speaker1: Von dem her,
Speaker1: Aber es ist halt auch nicht nur der Bürger, sondern es sind die Unternehmen,
Speaker1: es ist auch die Regierung, es ist die Verwaltung.
Speaker1: Wir hängen halt da, was das Thema Resilienz und auch Souveränität angeht,
Speaker1: schon systematisch ziemlich hinterher. Ja, man sehe zum Beispiel der Fall da
Speaker1: in Anhalt-Bitterfeld oder auch die Nummer mit Südwestfalen-IT.
Speaker1: Das sind halt so Vorfälle, wo man auch sagen muss, naja, das wäre vielleicht
Speaker1: halt auch nicht notwendig gewesen.
Speaker1: Auch hier spürt es der Bürger, hier spürt es natürlich vor allem dann die Stadtverwaltung,
Speaker1: weil wenn meine IT nicht mehr funktioniert, kann ich halt auch keine Gewerbesteuer mehr eintreiben.
Speaker1: Dann ist halt relativ schnell die Staatskasse oder die Stadtkasse auch leer.
Speaker1: Das sind halt alles Probleme. Auch das ist sehr dünn kalkuliert,
Speaker1: diese Zwischenschicht zwischen jetzt ist was passiert und wir kriegen es wieder hin.
Speaker1: Da ist, glaube ich, relativ wenig Lufthalt für Fehler oder für längerfristige
Speaker1: Ausfälle. Wie siehst du das?
Speaker0: Ja, also definitiv. Ich meine, deswegen sage ich ja, dass die Kommunen und Landkreise
Speaker0: und wir haben, das muss man sich auch vor Augen halten, wir haben 11.500 Kommunen,
Speaker0: 300 Landkreise in Deutschland ungefähr.
Speaker0: Und von den 11.500 ist wirklich ein gigantischer Großteil unter 10.000 und immer
Speaker0: noch ein sehr großer Teil unter 20.000 EinwohnerInnen.
Speaker0: Und das ist eine Zahl, wie sollen die sich denn, sollen die sich zehn Leute
Speaker0: in die IT holen und dann sicheren Betrieb machen, da kriegen die halt nicht
Speaker0: hin. Also da gefühlt schon ein Prozent der Bevölkerung in ihrem Verantwortungsbereich eingestellt.
Speaker0: Das skaliert dann auch irgendwie nicht, weil die hätten ja noch ein paar andere
Speaker0: Fachverfahren am Laufen zu halten und nicht nur die IT.
Speaker0: Und da muss man eben schon gucken, wie...
Speaker0: Denen die Möglichkeit gegeben wird, sich über das Land, also Bundesland oder
Speaker0: eben über den Bund auch gemeinsam zu konsolidieren.
Speaker0: Es gibt natürlich übergeordnete Strategien, die gut funktionieren.
Speaker0: Man kann mit Open Source maschinenlesbare Schnittstellen bauen und kann sehr
Speaker0: gut miteinander interagieren, aber trotzdem dezentral, eigenständig und souverän agieren.
Speaker0: Das muss aber natürlich bundesweit standardisiert werden, sonst ist es eben
Speaker0: keine maschinendiesbare Schnittstelle.
Speaker0: Und da gab es halt immer wieder so zaghafte Versuche und natürlich irgendwelche
Speaker0: Lobbyisten, die dann rumfuschen.
Speaker0: Und dann wird da viel Geld reingeschmissen, das verpufft dann überall und am Ende hat man nichts.
Speaker0: Und oft wird dann gesagt, ja, für den Realismus müssen die sich selber drum kümmern.
Speaker0: Ja, kann man so machen, aber die digitalen Angreifer und ihre Datenpakete sagen
Speaker0: halt nicht, ah so, hier ist eine Zuständigkeitsgrenze, dann verenden wir hier,
Speaker0: weil sonst könnten wir ja jemanden kompromittieren, der hat sich nicht drum
Speaker0: gekümmert, aber wusste es auch nicht besser.
Speaker0: Also so klappt es ja auch nicht und SIT ist ein schönes Beispiel dafür,
Speaker0: dass auch nicht, naja, dann tun sich Kumond zusammen und haben so eine Gemeinschaft
Speaker0: und die macht dann den Betrieb, ist aber selber wie so eine Behörde und Sicherheit war da auch so, naja,
Speaker0: kostet Geld, lassen wir mal sein und selbst dafür hat man nicht geschafft genug
Speaker0: Open Source und Maschinenlesbare-Standards zu bauen,
Speaker0: ja, dann ist es eben auch ein Rohrkrepierer.
Speaker0: Da muss man, glaube ich, schon übergeordnet dran und das ist etwas,
Speaker0: was der Bund und die Länder an vielen Stellen viel zu zaghaft oder zurückhaltend
Speaker0: machen, weil es einfach schweineteuer ist.
Speaker0: Wenn man 40 Jahre, ich habe immer gesagt, 40 Jahre Investitionsstau,
Speaker0: dann hat mir jemand aus einer sehr hohen Position in der Regierung gesagt,
Speaker0: du sagst immer Investitionsstau, aber für einen Stau hätte man investieren müssen,
Speaker0: da wurde nie investiert.
Speaker0: Du suggerierst, dass da was gewesen ist, da gab es nie was.
Speaker0: Dann sage ich, ja, stimmt auch. Also das ist insgesamt ein hausgemachtes Problem über Jahrzehnte.
Speaker0: Wir kriegen das auch nicht in zwei Jahren weg oder in drei Jahren weg,
Speaker0: aber wir müssten schon diese Basis, und das ist ja auch wieder kritische Infrastruktur,
Speaker0: Infrastruktur ist das Basissystem,
Speaker0: das Fundament, auf dem du ein zehnstöckiges Haus bauen willst.
Speaker0: Wenn das Fundament cruisht ist, ja, dann ab dem zweiten oder dritten Stock kriegst
Speaker0: du Probleme und dann kannst du nicht sagen, rupfen wir ab, machen wir neu,
Speaker0: aber wir müssen schon gucken, dass wir solche, ne, Open-Source-Gedanken.
Speaker0: Maschinenlesbare Schnittstellen, ein Community-Setup, das ist eben schon so,
Speaker0: dass viele die Vorstellung hatten auch oder haben, naja, ich muss ja nichts
Speaker0: im Vergabeverfahren ändern,
Speaker0: ja doch, du musst in der Ausschreibung schon wissen, was du da reinschreibst
Speaker0: und willst, also musst du Einkauf es verstehen.
Speaker0: Nicht nur die IT-Abteilung und an anderer Stelle eben auch zu sagen,
Speaker0: wie kommt man zu dem Ziel,
Speaker0: wie kann man eine Lizenzsoftware eben nicht mehr mit Lizenz kaufen,
Speaker0: sondern stattdessen Open Source,
Speaker0: ich zahle nicht irgendwo eine Lizenz und bekomme das Haus gemacht,
Speaker0: geliefert, sondern ich muss ja das Ökosystem drumherum dann mitkaufen,
Speaker0: was dir dieser Lizenzgeber komplett adressiert.
Speaker0: Und dann denkt man halt, naja, ich habe jetzt aber eins zu eins die Software
Speaker0: getauscht und da die Lizenz gespart, da aber nirgendwo das Ökosystem drumherum
Speaker0: adressiert und jetzt klappt es nicht, das ist ja doof.
Speaker0: Da brauche ich mich auch nicht wundern. Auf der anderen Seite kann ich aber
Speaker0: auch nicht hingehen und sagen, Fachverfahren Friedhofsverwaltung,
Speaker0: völlig krudes Thema, aber muss natürlich jede Kommune einmal adressieren.
Speaker0: Es gibt sehr viele Kommunen, die benutzen dafür die Software Winfried.
Speaker1: Ich wollte gerade sagen, Winfried, dieser Name, ist absolut Programm bei dieser
Speaker1: Software. Ich musste sehr lachen, als ich den das erste Mal gesehen habe bei
Speaker1: einer Stadtverwaltung.
Speaker0: Ja, also Winfried heißt halt Windows Friedhofsverwaltung, ist ein uraltes Tool,
Speaker0: Jahrzehnte alt und teilweise wird es noch unter Windows 95, 98 und Windows 2000 Server genutzt,
Speaker0: weil sie eben von den Kommunen Abwärtskompatibilität erzwungen bekommen.
Speaker0: Die können ja nichts umstellen, dann müssen die wieder alles neu lernen und so.
Speaker0: Und die Daten migrieren und einen neuen Server kaufen und Leuten alles beibringen.
Speaker0: Und auf der anderen Seite bieten die zwar die neuen Versionen an,
Speaker0: aber keiner will es kaufen und so hat man eine Symbiose, die sich gegenseitig am Leben hält.
Speaker0: Und dann kommen noch die Lizenzverkäufer dazwischen und sagen,
Speaker0: komm mal in mein Vendor-Login und bleib Firma drin.
Speaker0: Die Daten kriegst du mir wieder raus und dann haben die Kommunen automatisch ein Problem.
Speaker0: Also das ist wirklich ein strukturelles Defizit, was sich über Jahrzehnte so
Speaker0: aufgebaut hat und der Markt hat sich drumherum etabliert und dem angenommen.
Speaker1: Ja, aber es würde ja bedeuten, dass wir eigentlich sagen, Föderalismus ist in
Speaker1: diesem Bereich eigentlich nicht die optimale Lösung.
Speaker1: Der Staat könnte jetzt theoretisch sich ja auch darum kümmern,
Speaker1: wenn man halt den Föderalismus an dieser Stelle kippen würde.
Speaker1: Wäre das eine Erwartung, die du an den Staat hast? Oder wie würdest du denn
Speaker1: eine Forderung dann in der Richtung formulieren?
Speaker0: Also ich würde nicht den Föderalismus kippen. Der hat schon seine guten Seiten und guten Sichten.
Speaker0: Ich würde schon dafür plädieren, dass sich der Bund und die Länder zusammentun
Speaker0: mit den Kommunen und sagen, wir arbeiten jetzt gemeinsame IT-Standards,
Speaker0: maschinenlesbare Schnittstellen, APIs und was auch immer aus.
Speaker0: Diese OZG-Geschichte ist ja theoretisch ein richtiger Weg.
Speaker0: Praktisch wird aber, naja, unzureichend und komisch angegangen,
Speaker0: weil am Ende doch lieber keiner da so richtig investieren will oder dazwischen
Speaker0: quakt und alles wieder verkompliziert wird.
Speaker0: Und das Registermodernisierungsgesetz klingt zwar toll, aber eigentlich ist
Speaker0: es eine Zentralisierung aller Meldedaten. Das ist so richtig gruselig.
Speaker0: Sowas will man auf gar keinen Fall.
Speaker0: Also dann hätte ich gern lieber diese Schnittstellen und sagen,
Speaker0: jede Kommune hält ihre eigenen Daten in der Hoheit, aber die Abfragen,
Speaker0: die gegenseitig legitim gemacht werden, werden sauber und digital relativ einfach vorgenommen,
Speaker0: wenn man eine solche gute Grundstruktur hat. Und da sollte eigentlich die Reise hingehen.
Speaker0: Stattdessen kommt man wie bei EPA, EUID, ID-Bullet, Looper-App auf diese schwachsinnigen Ideen,
Speaker0: komischen Krusch zu machen und irgendwie digitale Tröge zu bauen,
Speaker0: so zentralistische Komponenten und wo ein Trug ist, da finden sich Schweine.
Speaker0: Und die, haben wir gerade gesagt, organisierte Kriminalität,
Speaker0: Geheimdienste und andere staatliche Akteure, die feiern sowas.
Speaker0: Das ist für die ein Jackpot.
Speaker1: Ja, soll ja auch schon ein paar Mal vorgekommen sein, wie in den USA,
Speaker1: wo dann solche Adresshändler entsprechend auch kompromittiert werden.
Speaker1: Und dann hast du halt gleich die volle Nummer, dann hast du alles.
Speaker1: Alles, was du haben kannst zu einer Person, gibt es dann zum Download im Darknet.
Speaker1: Das ist natürlich dann der Nachteil dabei, bei so einer Geschichte.
Speaker1: Jetzt haben wir ja, glaube ich, aber in der Regierung mittlerweile in Deutschland
Speaker1: und auch in Europa erkannt, dass etwas passieren muss.
Speaker1: Jetzt hat man das IT-Sicherheitsgesetz ja schon mehrfach überarbeitet.
Speaker1: Ich hoffe, dass mit der aktuellen neuen Regierung das Thema NIS-2 jetzt auch
Speaker1: endlich mal auf den Weg kommt Richtung Unternehmen, die im Bereich kritischer
Speaker1: Infrastrukturen auch Dinge tun.
Speaker1: Reicht das jetzt aus oder ist das wieder nur ein Pflaster?
Speaker0: Naja, NIS-2 ist natürlich ein Schritt, den wir gehen müssen,
Speaker0: der auch wichtig ist, nämlich eine europäische gemeinsame Sicht auf die Cybersicherheit zu bilden.
Speaker0: Europa als Miteinander muss man wirklich verstehen und auch beachten.
Speaker0: Und es kommt ja nicht ohne Grund, dass eben beispielsweise die AfD versucht,
Speaker0: Europa abzuschaffen, dass Russland stark gegen Europa vorgeht und versucht,
Speaker0: es aufzubrechen, dass selbst Trump inzwischen aus den USA versucht,
Speaker0: Europa zu unterwandern,
Speaker0: weil eben ein gemeinsames Europa eine starke Wirtschaft macht und auch eine
Speaker0: starke Gemeinschaft zeigt.
Speaker0: Auf der Welt und wenn wir eben mit NIST 2 schaffen, mehr gemeinsame Cybersicherheit
Speaker0: in Europa zu etablieren, dann haben wir auch diesen Schritt sinnvoll etabliert,
Speaker0: aber es ist eben ein Schritt von noch vielen hunderten Schritten, die wir gehen müssen,
Speaker0: um weiterhin dafür zu sorgen, dass die Werte, die wir als Europäer vertreten,
Speaker0: Datenschutz, Wohlstand.
Speaker0: Industrialisierung, alles Mögliche, das sind ja Werte, die,
Speaker0: haben erst dazu geführt, dass wir ein einheitliches und weitestgehend ohne Krieg
Speaker0: in Europa und wohlständiges Miteinander haben.
Speaker0: Und das wird gerne schnell auf Seite getan und sagen, alles doof,
Speaker0: europäische Anforderungen sind alle blöd.
Speaker0: Ja, also alleine wäre es noch komplizierter und noch schwieriger und teilweise
Speaker0: gar nicht zu realisieren.
Speaker0: Und auch da zeigen die kritischen Infrastrukturen, also wenn du für dich selber
Speaker0: ein Stromnetz betreiben willst, ist es super schwer.
Speaker0: Je größer und je mehr Leute am Stromnetz angeschlossen sind,
Speaker0: und deswegen haben wir ein europäisches Verbundnetz, desto stabiler kannst du
Speaker0: das betreiben und laufen lassen.
Speaker0: Und insofern ist diese europäische Werte und das europäische Gemeinsame macht
Speaker0: uns stark. Und darauf muss man auch immer wieder gucken und dran denken und
Speaker0: sagen, ja, Miss 2 ist nur ein Schritt von vielen, aber er ist sinnvoll.
Speaker0: Er bringt Europa auch an den Spielregeln wieder ein bisschen näher beieinander.
Speaker0: Wir haben noch viele andere Baustellen, aber ja, diese nicht zu gehen,
Speaker0: wäre völlig schwachsinnig.
Speaker1: Ja, gut, jetzt muss man natürlich auch sagen, viele kritisieren natürlich diese
Speaker1: Form der IT-Sicherheitsgesetzgebung, aber auf der anderen Seite,
Speaker1: wenn das nicht notwendig wäre, gäbe es das ja nicht.
Speaker1: Es setzt sich ja keiner hin und erfindet sich so eine Regulierung oder so ein
Speaker1: Gesetz einfach zum Spaß, weil er eben gerade Langeweile hat,
Speaker1: sondern es ist ja nötig. Wir sehen das ja jeden Tag in der Presse und es wird ja mehr.
Speaker1: Also es ist ja nicht so, dass das weniger würde, sondern die Anzahl der Vorfälle,
Speaker1: egal wo man guckt, steigt ja immer nur noch mehr.
Speaker1: Und insofern ist die Notwendigkeit natürlich da.
Speaker1: Also ich habe jetzt selber auch in den letzten zwölf Monaten diverse Insolvenzen
Speaker1: schon gesehen in den Netzwerken, wo man sich so rumtreibt, eben aufgrund von
Speaker1: Cyber-Vorfällen oder auch aufgrund von anderen Dingen.
Speaker1: Es ist halt letzten Endes das, was Deutschland und auch Europa ausmacht,
Speaker1: ist halt der Mittelstand.
Speaker1: Und wenn der Mittelstand halt kippt, das sind nicht die großen Industrieunternehmen.
Speaker1: Die können auch einfach sagen, komm, ich gehe mal woanders hin mit meinem Produktionsstandort.
Speaker1: Das ist alles jetzt nicht so schlimm.
Speaker1: Aber der Mittelstand ist letzten Endes der, der halt auch dafür sorgt,
Speaker1: dass es der normalen Bevölkerung halt gut geht und dass wir halt auch Arbeit haben.
Speaker1: Und deswegen ist das, glaube ich, schon eins der schützenswertesten Güter,
Speaker1: die wir auf jeden Fall haben.
Speaker0: Ja, das ist essentiell. Also das muss man sich immer wieder vor Augen führen
Speaker0: und darf es eben nicht vernachlässigen.
Speaker0: Wenn wir dieses verlieren, werden wir alles verlieren. Und das ist eben auch
Speaker0: das, was immer wieder bei diesen digitalen Souveränitätsthemen gerade diskutiert
Speaker0: wird. Was machen wir da, was machen wir nicht?
Speaker0: Das BSI und Claudia Plattner sagen zu Recht, digitale Souveränität ist nicht Autarkie.
Speaker0: Nee, ist es auch nicht, aber wir müssen die Risiken adressieren und wir müssen
Speaker0: nicht komplett autark werden, aber wir müssen einen, ich sag mal,
Speaker0: stärkeren Wettbewerb innerhalb von Europa wieder hinkriegen,
Speaker0: von mir aus auch mit außereuropäischen Akteuren, wenn sie nach europäischen Spielregeln arbeiten.
Speaker0: Und ein Handel und ein Miteinander und auch ein Gegeneinander wieder in Balance und Einklang ist.
Speaker0: Das haben wir aber über die Jahre verloren, über so drei Etappen.
Speaker0: Die erste Etappe war, naja, wir haben da so Hardware, die können wir in ein
Speaker0: Rechenzentrum auslagern, dann sparen wir uns den Teil und die haben gesagt,
Speaker0: ja, komm zu uns, das machen wir alles für euch und dann haben wir schon so die
Speaker0: Hoheit über die Hardware aus der Hand gegeben.
Speaker0: Und die zweite Etappe war dann, mach doch das mit der Cloud,
Speaker0: gib uns deine Applikationen, wir verarbeiten den ganzen Krempel für dich und
Speaker0: je nachdem kannst du das speichern, dann musst du das nicht mehr selber tun.
Speaker0: Also haben wir die Daten und die Verarbeitung oder die Hardware und die Verarbeitung
Speaker0: der Daten aus der Hand gegeben.
Speaker0: Und der dritte Schritt ist jetzt so, diese ganzen KI-Konzerne,
Speaker0: die sagen, gib mir doch deine Daten und dann kannst du bei mir fragen und dann
Speaker0: kriegst du deine Antworten.
Speaker0: Was wir aber machen, ist faktisch in diesem dritten Schritt auch noch die Daten
Speaker0: außer Hand zu geben und damit die vollständige Souveränität zu beerdigen.
Speaker0: Und das ist eben etwas, was gerne vergessen wird, wenn man sagt,
Speaker0: oh, dieser Glitzer wie KI ist so toll und er klingt so schmackhaft.
Speaker0: Und da muss man vielleicht mal einen Schritt zurückgehen und sagen,
Speaker0: wie viel und wo brauche ich KI, beziehungsweise erstmal überhaupt die Frage
Speaker0: stellen, was ist denn mein Ziel, was will ich überhaupt machen,
Speaker0: will ich Cybersicherheit machen, will ich...
Speaker0: 50 Prozent der Belegschaft entlassen und günstiger werden. Was ist überhaupt
Speaker0: mein Ziel? Muss man ja ehrlich fragen.
Speaker0: Und dann sagen, welches Mittel will ich, um diesen Zweck zu erreichen?
Speaker0: Und meistens ist dann das Mittel gar nicht KI oder irgendeine andere Technologie
Speaker0: von mir aus, aber eine Technologie-Hörigkeit zu sagen, es muss KI sein, ist oft andersrum.
Speaker0: Denn die Leute, die dann zu uns oder zu mir kommen, sagen dann,
Speaker0: ich muss KI machen. Warum? Ja, wegen alle machen KI.
Speaker0: Ja und? Ja, aber ich brauche auch KI. Wofür? Ja, wegen KI.
Speaker0: Ich muss auch KI machen. Ah, okay, lass mich dein Problem zusammenfassen.
Speaker0: Du hast kein Ziel vor Augen, aber dein Mittel, um dieses Zweck als Ziel zu erreichen,
Speaker0: ist KI, wegen KI, weil alle KI machen, sonst geht das nicht ohne KI.
Speaker0: Aber was du damit genau als Ziel erreichen willst, ist dir unklar.
Speaker0: Du bist doof, ich gehe zu jemand anderem, der versteht mich.
Speaker0: Und dann denkt man so, ja, nee, wir wollen gerne stabile, kritische Infrastrukturen.
Speaker0: Und wenn mir dann Leute erzählen, ja, also in kritischen Infrastrukturen muss
Speaker0: man, also wir sind uns doch alle einig, dass wir KI wollen.
Speaker0: Und dann hebt mich immer die Hand und sagt, nein, wir sind uns gar nicht einig.
Speaker0: Ich will, dass Ziele definiert werden. Und dann gucken wir, welche Technologie
Speaker0: brauchen wir, um als Mittel zum Zweck und nicht als Selbstzweck wir vielleicht diese Ziele erreichen.
Speaker0: Und mein Ziel ist, morgen kommt Strom und Wasser aus der Leitung und diese Antwort
Speaker0: kann ich jedem Bürger und jeder Bürgerin von Deutschland sauber beantworten
Speaker0: oder im Idealfall sogar Europa oder weltweit.
Speaker0: Und das können wir nicht, wenn wir solche Vorgehensweisen am Tag legen. Geht nicht.
Speaker1: Ja, das erlebe ich natürlich selber auch regelmäßig, wenn dann Kunden kommen
Speaker1: und sagen, wir müssen jetzt Microsoft Co-Pilot machen. Dann sage ich auch, wozu?
Speaker1: Ja, ganz wichtig und du bist sonst morgen pleite. Ja, das Narrativ gibt das
Speaker1: Ganze vor und alle haben gesagt, ich muss das tun.
Speaker1: Und dann sagst du, okay, jetzt lass uns mal gucken. Okay, deine ganzen sensiblen
Speaker1: Daten hast du schon in SharePoint liegen. Super gut. Also nicht.
Speaker1: Und die teilst du auch schon mit externen Menschen. Auch nicht so vielleicht eine gute Idee.
Speaker1: Lass uns erst mal aufräumen, bevor wir hier irgendwie über Co-Pilot reden.
Speaker1: Und dann wird da auf einmal ein Riesenprojekt raus, das kostet dann auch Geld
Speaker1: und dann sagen die, oh, wir haben gedacht, wir schalten es einfach mal ein.
Speaker1: Und dann sage ich auch, ja, aber wozu wollt ihr das denn überhaupt haben?
Speaker1: Ja, ein Kollege hat mir letztens gezeigt, ein Mitbewerber auf einer Konferenz,
Speaker1: dass er seine Teams-Sessions dann danach transkribiert haben kann und irgendwie mit Aufgaben.
Speaker1: Da sage ich, ja, aber wie wäre es, wenn du einfach einen Zettel und einen Stift
Speaker1: neben deinen Laptop oder deine Tastatur legst und einfach mitschreibst, so wie immer.
Speaker1: Also es ist jetzt, es rechtfertigt sich halt nicht dadurch. Und dieser wirklichen
Speaker1: Performance-Gewinn, den man bekommen kann, ja, der ist definitiv da.
Speaker1: Ich nutze auch sehr viel KI mittlerweile.
Speaker1: Aber auf der anderen Seite, wie du gerade gesagt hast, man muss halt da mit
Speaker1: Augenmaß rangehen und nicht einfach Feuer frei und ohne KI bin ich morgen tot.
Speaker1: So ist es ja nun auch nicht.
Speaker0: Nee, definitiv nicht. Da muss man wirklich einfach die Kirche im Dorf lassen
Speaker0: und sagen, wofür brauche ich es?
Speaker0: Was ist wirklich der Effizienzgewinn? Gibt es eine Alternative?
Speaker0: Und wenn es tatsächlich Sinn macht, dann ist es ja auch nicht,
Speaker0: wie soll ich sagen, schlimm, KI einzusetzen, sondern dann muss ich überlegen,
Speaker0: wie ich KI robust einsetze und eben auch überlege,
Speaker0: wo und wie gebe ich meine Daten eigentlich aus der Hand oder welche andere Variante
Speaker0: gibt es, das so einzusetzen, dass ich vielleicht nicht alles aus der Hand gebe.
Speaker0: Vor allem nicht, wenn es kritische Infrastruktur ist.
Speaker0: Und dann sieht die Welt schon wieder, genauso wie bei der Bevorratung,
Speaker0: die wir vorhin besprochen haben, völlig unaufgeregt aus.
Speaker0: Und man kann unaufgeregt, ohne Glitzerheit, morgens wird tot Diskussion überlegen, was macht Sinn.
Speaker1: Ja, absolut. Aber klar, ich meine, wenn man mal die anderen technologischen
Speaker1: Entwicklungen drumherum so sieht, wir begeben uns halt alle immer mehr auch
Speaker1: in Abhängigkeiten, wie du es gerade auch vorhin so schön skizziert hattest.
Speaker1: CrowdStrike war ein gutes Beispiel dafür, wo man auch gesehen hat,
Speaker1: was da so passieren kann.
Speaker1: Ja, hätte man die AGBs von CrowdStrike gelesen, hätte man gemerkt,
Speaker1: das soll auf gar keinen Fall in kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden.
Speaker1: Aber hey, es ist ja schon da, lass es uns einfach installieren,
Speaker1: das wird schon nichts passieren. Ja, hat man gesehen, ist doch was passiert.
Speaker1: Hat auch, glaube ich, ziemlich wehgetan in vielen Bereichen.
Speaker1: Aber das ist genau der Punkt.
Speaker1: Wir konsumieren Technologie und Lösungen auf einem Niveau, wie wir halt sonst
Speaker1: Apps auf unserem Handy installieren würden, weil es halt leider so leicht zugänglich
Speaker1: geworden ist. Aber wir verstehen heute nicht, was da wirklich hinten dran steckt.
Speaker1: Und dadurch, dass wir uns halt immer mehr in diese Richtung halt unabhängig
Speaker1: versuchen zu machen, sind wir halt noch umso abhängiger von Konzernen, von Unternehmen,
Speaker1: die ja nicht mal aus Europa kommen, größtenteils und führen sowas dann sogar
Speaker1: in der Regierung ein. Also das ist schon schwierig.
Speaker0: Ja, also Crowdstrike war jetzt ein Einmalprozessfehler in der Softwareentwicklung
Speaker0: und im Ausrollen und in den Prozedere des Updatens, hat auch mal eben flockige
Speaker0: 5 Milliarden Euro Schaden weltweit verursacht.
Speaker0: Kann man machen, das zeigt, wie Monopolisierung eben schlecht ist und wie eine
Speaker0: Heterogenisierung funktioniert.
Speaker0: Hilft, solche Risiken zu reduzieren und die AGBs, guter Hinweis.
Speaker0: Sind ja eigentlich immer das Problem, dass Leute nicht angucken.
Speaker0: Ich habe ja, als der Crowdstrike-Vorfall war, relativ früh gesagt,
Speaker0: naja, gucken wir da mal rein und dann stand da drin, wir lassen uns so und so
Speaker0: Zeit, bis wir irgendwas repariert haben, in kritischen Infrastrukturen darfst
Speaker0: du gar nicht verwenden und so und dann guckst du nochmal ins Gesetz und sagst, ah ja,
Speaker0: im BSI-Gesetz, § 8a, 1a steht drin, Systeme zur Anglöserkennung müssen von kritischen
Speaker0: Infrastrukturen eingestellt werden. gesetzt werden.
Speaker0: Da habe ich gedacht, naja, komm, dann schnappst du hier irgendein anderes Beispiel.
Speaker0: XM Cyber von Schwarzgruppe, reden doch alle auch immer Glitzerhype, alles toll, wei, wei.
Speaker0: Habe mir die angeguckt und sage, oh, die AGB sehen noch gruseliger aus.
Speaker0: Steht genauso, ja, macht das nicht in kritischen Infrastrukturen.
Speaker0: Ja, also, Entschuldigung, kritische Infrastrukturen sollen das gesetzlich nutzen,
Speaker0: aber ihr klammert die alle aus.
Speaker0: Und dann stand da so Späßchen drin wie, oh, wir machen das dann auch alles über
Speaker0: eine Cloud, dann schmeißt du all deine produktionsinternsten kritischen Daten in eine Wolke,
Speaker0: von da aus geht es nach Israel, ihr wisst schon, die gerade mit Hamas so richtig
Speaker0: heftig im Krieg sind, ist bestimmt eine gute Idee, und das sind dann so Ex-Geheimdienstler,
Speaker0: die da irgendwie dran arbeiten,
Speaker0: und die können Daten exfiltrieren, definitiv, die können auch Daten auswerten, auch definitiv,
Speaker0: was Geheimdienstler halt nicht lernen ist, sichere Software zu entwickeln.
Speaker0: So sieht die Software dann aus, wenn man mal in so die Software wirklich selbst
Speaker0: reinguckt, nicht in die Funktion der Erkennung, sondern in wie sie geschrieben
Speaker0: ist, Das kann man ja schon irgendwie feststellen und das sieht halt gruselig
Speaker0: aus und dann sage ich mir halt auch,
Speaker0: okay, wie schlimm kann es noch werden, wenn die Software komplett krude entwickelt
Speaker0: ist, wenn die AGBs so sind und dann standen noch halt Sahnäubchen drin und wenn
Speaker0: es hochkritische Risiken und Probleme sind, dann nehmen wir uns noch das Recht
Speaker0: raus, in 30 Tagen erst den Patch zu liefern.
Speaker0: So, und dann wird gesagt, ja, alles DSGVO-konform, weil irgendwie ist ja von deutscher Hand.
Speaker0: Ja, der Investor ist aus Deutschland, aber die gesamte CEO, CXO,
Speaker0: irgendwas-Gruppe, also alle, die da irgendwie Relevanz haben,
Speaker0: sind komplett aus Israel.
Speaker0: Die haben das Geld aus Deutschland gekriegt und werden aus Deutschland vermarktet.
Speaker0: Und da muss man ehrlich sein und transparent sein. dann kann man auch sagen,
Speaker0: okay, will ich das oder will ich das nicht?
Speaker0: Es gibt ja auch beispielsweise Anbieter, die sagen, du kannst den ganzen Kram
Speaker0: bei dir On-Prem betreiben, das heißt,
Speaker0: du hast deine kritische Produktionsumgebung, du holst unsere Komponenten dazu,
Speaker0: du hast einen gesicherten Kanal und kannst das dann da machen und es steht sogar
Speaker0: drin, du darfst es explizit da nutzen.
Speaker0: Wenn man so ein Problem wie CrowdStrike zukünftig verhindern will,
Speaker0: dann muss man eigentlich dasselbe durchleben, wie wir es damals bei Microsoft
Speaker0: Windows durchlebt haben.
Speaker0: Irgendwann musst du selbstbestimmt entscheiden dürfen, wann welches Update auf
Speaker0: welche Kiste gespielt wird.
Speaker0: Und dann kann man wellenweise updaten und gucken, welches System wie reagiert.
Speaker0: Und wenn es tut, dann kommen die Updates auch.
Speaker0: Dasselbe Problem haben wir auch bei Antivirensoftware und bei XDR,
Speaker0: EDR, ABC, CDF, wie auch immer sie alle heißen. Aber es sind dieselben Probleme.
Speaker0: Wenn du regelmäßige Updates kriegst und das Tiefgreifen in deinem System mit
Speaker0: Systemrechten rumfuscht, wie ein Systemzeugungserkennung,
Speaker0: dann musst du auch zweimal überlegen, wen lasse ich wie eigentlich auf meine
Speaker0: Umgebung los und was kann das im Extremfall bedeuten, nämlich Stillstand auf
Speaker0: der Welt in großen Teilen. Und das war noch nie gesund.
Speaker0: Auch da sind wir nicht souverän, sondern viel zu leichtgläubig,
Speaker0: weil die jedes Mal in einer neuen Version dann sagen, jetzt mit KI und noch mehr Erkennung und so.
Speaker0: Ja, ist alles gut, aber entwickelt ihr das Zeug auch ordentlich und stabil und
Speaker0: resilient und habt ihr ordentliche Prozesse, in denen ihr das ausgebt?
Speaker0: Das will ich doch in Wirklichkeit sehen. Das ist das A und O.
Speaker0: Da wird kaum mitgeworben oder drüber diskutiert.
Speaker1: Ja, aber genau da ist ja jetzt das Problem. Jetzt haben wir auf der einen Seite
Speaker1: eine Gesetzgebung, die Dinge fordert, Souveränität, Resilienz und so weiter und so fort.
Speaker1: Wir haben ein IT-Sicherheitsgesetz, was den Unternehmen solche Sachen auferlegt.
Speaker1: Auf der anderen Seite haben wir aber auch Regierungsstellen und auch Behörden,
Speaker1: die ja bewusst jetzt heute, nicht vor drei Jahren, sondern jetzt heute in dieses
Speaker1: Thema investieren und auch mit Software von Anbietern außerhalb von Europa halt rangehen.
Speaker1: Also Palantir ist so ein gutes Beispiel.
Speaker0: Oh Gott, das ist ein sehr schlechtes Beispiel,
Speaker0: denn Palantir zeigt ja eigentlich, dass sie als
Speaker0: KI-Maschinerie und als Konzern in vielen Ländern dieser Erde und gerade in den
Speaker0: USA ganz massiv rechtsbruchbegehen und verfassungsfeindlich agieren und ich
Speaker0: nenne es inzwischen ein Faschismus-Enabling darstellen und an den Tag legen.
Speaker0: Und das ist auch das Gleiche, was Peter Thiel, der ja der Großinvestor davon
Speaker0: ist, eben realisiert und umsetzt in seiner Ideologie.
Speaker0: Und er ist wirklich ein Strippenzieher ganz massiv hinter Trump und der Regierung
Speaker0: und auch an vielen anderen Stellen.
Speaker0: Und wenn Thiel gesichert Faschismus-Enabling
Speaker0: betreibt und auch Palantir dafür nutzt und missbraucht,
Speaker0: sogar noch sein Geld investiert in ein Liesel-Autonomous-Weapon-System,
Speaker0: also autonome Waffensysteme auf KI-Basis,
Speaker0: Anduril, und das Ganze dann von deutschen Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten
Speaker0: gekauft wird, wo man dann sagt, wir nutzen
Speaker0: das, um zum Beispiel Links- und Rechtsextremismus und Terror zu erkennen.
Speaker0: Und ich dann sage, ja, aber ihr gebt einem Faschisten oder einem Faschismus-Enabler
Speaker0: mehrere Dutzend Millionen Euro im Jahr, damit er das auf der Welt und in Deutschland
Speaker0: noch weiter vorantreibt,
Speaker0: damit er anschließend sagt, wir versuchen das zu unterbinden und das Ganze auch
Speaker0: noch ironischerweise mit deutschem Steuergeld.
Speaker0: Das ist schon eine sehr in sich geschlossene perverse Betrachtung.
Speaker0: Aber wenn man dann die Leute darauf anspricht, sagen, ja, wir haben ja keine
Speaker0: Alternative oder aber das ist so toll oder aber die Polizei muss doch auch mit
Speaker0: aktuellen Mitteln. Ja, die muss vor allem vielleicht verfassungskonform arbeiten,
Speaker0: das wäre ja schon mal was.
Speaker0: Und auf der anderen Seite müssen wir dann vielleicht diese Vergaberichtlinien
Speaker0: und Einkaufsprozeduren darauf anpassen und sagen,
Speaker0: vielleicht ist ein gesichert extremistischer Konzern oder auch Konzernleiter
Speaker0: und Führer vielleicht nicht das, was man einkaufen darf und soll.
Speaker0: Die eigentliche Frage hinter dem Problem der Auswertung von Daten in den Polizeibehörden
Speaker0: und Geheimdiensten ist natürlich, dass die Massendaten haben,
Speaker0: aber die haben nicht das Problem, dass Palantir das einzige Lösungstool ist
Speaker0: oder wir bauen jetzt eine europäische oder deutsche Alternative,
Speaker0: die genauso verfassungsfeindlich funktioniert und sagt, schmeiß alle Daten rein, mach Rasterfahndung.
Speaker0: Die ist und bleibt illegal, was wir tatsächlich bräuchten. Aber da sind wir
Speaker0: wieder bei, was sind die Fakten und was ist das Populistische?
Speaker0: Wir müssten alle Daten in den Datenbanken der Polizeibehörden eben mit einer
Speaker0: Kennzeichnung versehen.
Speaker0: Und dann kann man sie auch rechtskonform abfragen, weil man sagt,
Speaker0: für diese Abfrage mache ich jetzt, darf ich das und das und das abfragen und
Speaker0: diese Elemente, darauf möchte ich jetzt dieses Beziehungsgeflecht sehen.
Speaker0: Und dann nehme ich eben nicht jedes Mal in einer KI-Abfrage automatisch auch
Speaker0: alle Opfer-Aussagen von sexuellem Missbrauch oder Gewaltopfern oder Sonstigem
Speaker0: und werfe die mit in die Abfrage,
Speaker0: dass dieses Recht und diese Ordnung müssen wir in Deutschland ganz nebenbei,
Speaker0: wenn wir ein Grundgesetz und eine Verfassung noch einhalten wollen.
Speaker0: Halt hoheitlich hochhalten.
Speaker0: Und selbst der ehemalige BFD, der Uli Kelber, hat gesagt, naja,
Speaker0: die kommen so langsam in die Nähe, die fangen an, Dinge nachzukennzeichnen und nachzupflegen,
Speaker0: das ist noch ein langer Weg, den muss man gehen, aber dann steht die Infrastruktur
Speaker0: sozusagen wieder, da haben wir es wieder, die Basisinfrastruktur muss gemacht werden.
Speaker0: Und wenn wir die nicht tun, dann können wir natürlich auch gerne einem,
Speaker0: nein, können wir nicht gerne einem Faschismus-Enabler Geld in Rachen schmeißen und sagen,
Speaker0: wir verschlimmbessern das Problem nachhaltig, aber aktuell sieht es vermeintlich besser aus.
Speaker0: Und das ist ein Trugschluss, der funktioniert in kritischen Infrastrukturen und Polizeibehörden,
Speaker0: also Strafverfolgungsbehörden, sind kritische Infrastruktur im Sektor Staat
Speaker0: und Verwaltung, die aber nicht reguliert sind, weil das BSE-Gesetz die halt
Speaker0: nicht adressiert und die oft ausgeklammert werden, wie beim S2 oder auch beim
Speaker0: Kritis-Dach-Gesetz für physische Sicherheit.
Speaker0: Da steht Ausnahmeregelung, alle Strafverfolgungsbehörden und alle Dienstleister
Speaker0: von denen, weil, ja, Klammer auf kostet ja Geld, Klammer zu, sagen wir nicht.
Speaker0: Die machen das irgendwie anders. Und das kann nicht der Weg sein,
Speaker0: mit dem wir eine Nation und einen Staat nachhaltig und langfristig digital vorantreiben wollen.
Speaker0: Das geht nicht so.
Speaker1: Ja, du hast komplett recht.
Speaker1: Also ich habe es mir jetzt gerade, wie du so gesprochen hast,
Speaker1: auch nochmal so ein bisschen einfach im Kopf durchgespielt und es ist halt wirklich
Speaker1: eine sehr verfahrene Situation, in der wir uns da befinden.
Speaker1: Also die nicht vorhandenen Investitionen, Investitionsstau gab es keinen,
Speaker1: weil es wurde nie investiert,
Speaker1: plus eine Gesetzgebung, die die Unternehmerinnen und Unternehmer auch zu Dingen
Speaker1: zwingt, aber ein ausgeklammertes Verwaltungssystem aus dem Ganzen und eben dann
Speaker1: noch die Schlangenölverkäufer,
Speaker1: die ganz tolle Lösungen angeblich bieten können. Natürlich sind die jetzt sofort verfügbar.
Speaker1: Ich muss nicht erst Infrastruktur aufbauen, ich kann es sofort machen,
Speaker1: um vermeintlich jetzt ganz wichtige Dinge damit zu lösen.
Speaker1: Aber das ist halt eine Situation, ich persönlich muss sagen,
Speaker1: ich weiß nicht, wie und ob man da wieder rauskommt.
Speaker0: Doch, das kriegt man hin. Also Hoffnung nie verlieren und verzagen.
Speaker0: Dann hätte die AGG das jetzt auch schon zugemacht, obwohl sie seit über 2018 existiert.
Speaker0: Und natürlich kann man, also ich finde immer ganz witzig, so diesen Vergleich,
Speaker0: wie ist man einen Elefanten, na scheibchenweise und nicht am Stück.
Speaker0: Also werden wir diesen Elefanten auch nicht mal eben so fixen können.
Speaker0: Wir werden Jahre dafür brauchen, diese jahrzehntelangen Defizite zu beheben.
Speaker0: Aber nicht machen ist keine Option.
Speaker0: Und Perseptikon hat, wir haben zusammen einen Artikel veröffentlicht gehabt
Speaker0: und er hat in dem Artikel auch treffend formuliert halt,
Speaker0: dass der erstbeste Moment, wo wir das Ganze wieder ein bisschen souveräner und
Speaker0: unabhängiger und auch mehr Wettbewerb und so gestalten, halt vor zehn Jahren
Speaker0: war und der zweitbeste Moment ist jetzt.
Speaker0: Und ja, wir werden lange brauchen, wir werden uns das alles überlegen müssen,
Speaker0: aber wir sollten Stück für Stück überlegen und adressieren, Was bringt uns eine
Speaker0: echte digitale Souveränität?
Speaker0: Was bringt uns eine langfristige Sicherheit in Deutschland oder auch in der EU?
Speaker0: Und was sind eigentlich die Regulatoriken, die da einwirken müssten?
Speaker0: Und wie können wir vielleicht auch die erfahrenere Zivilgesellschaft mitbeteiligen
Speaker0: und mit reinholen in den Diskurs, um zu sagen, was will denn eigentlich die Bürgerin?
Speaker0: Und was ist mit der Expertise, das aus dem anderen Blickwinkel zu betrachten,
Speaker0: nämlich aus einem unabhängigen und nicht aus einem lobbyistischen?
Speaker0: Natürlich sieht man sich da aktuell gegenübergestellt, die viele Millionen oder
Speaker0: viele Dutzend Millionen an Lobbygeld haben, aber.
Speaker0: Naja, Fachwissen kann man einem halt nicht glauben. Man kann es strukturiert darlegen.
Speaker0: Und wir als AG Kritis erleben auch, dass unser Fachwissen zumindest angehört
Speaker0: wird, dass Diskussionen stattfinden, dass wir manchmal sogar die Rückmeldung bekommen.
Speaker0: Hier, das haben wir jetzt geändert wegen euch oder da haben wir einen Punkt
Speaker0: von euch aufgegriffen, den finden wir total super.
Speaker0: Und diese Schritte kommen auch regelmäßig vor.
Speaker0: Das heißt, wenn man nichts tut, dann muss man sich auch nicht wundern,
Speaker0: wenn alles schlimmer wird.
Speaker0: Und wenn man was tut und das, was man für sich selbst machen kann,
Speaker0: Schritt für Schritt zu tun, das bringt einfach was.
Speaker0: Und jedem Unternehmen, ob es kritis ist oder nicht, kann ich nur in die Hand
Speaker0: legen, geht doch erstmal hin und streit mal auf, wo ihr überall amerikanische
Speaker0: oder ausländische Komponenten einsetzt, ob Software oder Hardware.
Speaker0: Dann stellt man fest, es ist eben nicht nur KI und Cloud, es ist sogar vielleicht
Speaker0: das Rechenzentrum, es ist das Handybetriebssystem, es ist das Betriebssystem
Speaker0: vom Laptop, es ist die Firewall, es ist das System zur Anwärtserkennung.
Speaker0: Dann schreibt man einfach mal auf, was man alles hat, wo man sich vielleicht
Speaker0: unsouverän fühlen könnte und dann guckt man sich an, wie stark ist der Vendor-Login,
Speaker0: welche Optionen habe ich, die Daten zu exportieren oder frei damit zu arbeiten
Speaker0: und in welchen dieser Szenarien gibt es vielleicht eine Open-Source-Variante,
Speaker0: vielleicht einen alternativen Anbieter, der vielleicht klein,
Speaker0: aber hoho ist und das wirklich für mich um die Ecke ordentlich betreiben kann.
Speaker0: Jetzt werde ich nicht als DAX 40 Konzern die kleine Bude von nebenan nehmen können.
Speaker0: Ja, okay, haben wir einen interessanten Edge Case im Extrem.
Speaker0: Aber der Mittelstand ist ja nicht immer DAX 40 Konzern, sondern der Mittelstand
Speaker0: kann schon sehr solide miteinander arbeiten und im Mittelstand gibt es immer
Speaker0: auch diese ganzen Anbieter.
Speaker0: Dann muss man sich vielleicht mal diese Liste bauen und dann mal eine Marktübersicht
Speaker0: gestalten für eines dieser Themen und sagen, welche Firewall-Hersteller gibt
Speaker0: es, welche Systemzeitungserkennung, welche Varianten kann ich da machen und
Speaker0: wo kann ich das vielleicht schon mal einführen.
Speaker0: Beispielsweise zu sagen, okay, dann gehe ich vielleicht mit einem Linux auf
Speaker0: eine Server-Infrastruktur, die sehr einfach auf Linux portierbar ist, hin.
Speaker0: Dann betreibe ich das schon mal und baue diese Abteilung nach und nach auf und
Speaker0: fahre den anderen Kram runter.
Speaker0: Kann man alles machen. Kann man auch wegreden und sagen, wir reden lieber über die 0,01 Prozent.
Speaker0: Aber wenn ich ein DAX 40 wäre, dann sage ich, bist du aber nicht.
Speaker0: Du kannst jetzt handeln. Ja, aber wenn ich eins wäre, dann sage ich,
Speaker0: ja, dann möchtest du nicht handeln.
Speaker0: Also machen ist wie dran denken, nur krasser. Dann denk weiter und mach nicht.
Speaker0: Dann brauchst du dich auch nicht wundern, warum es nicht klappt.
Speaker0: Und insofern gibt es viele Optionen, die man gehen kann. Man muss es nur machen.
Speaker0: Und es gibt keine Silver Bullet.
Speaker0: Das muss einem bewusst sein. Das ist ein Stück für Stück verändern und sich
Speaker0: auch Stück für Stück Souveränität zurückholen, wenn man sie halt über Jahrzehnte
Speaker0: Stück für Stück abgegeben hat.
Speaker0: Das ist die große gar nicht Magie dahinter und plötzlich unaufgeregt klingt
Speaker0: das naja, kann man machen und es gar nicht so schlimm.
Speaker1: Es ist tatsächlich in vielen Bereichen nicht so schlimm. Also zumal ja die meisten
Speaker1: Sachen mittlerweile sowieso im Browser funktionieren. Muss man halt auch mal sagen.
Speaker1: Also diese Abhängigkeit von lokal installierter Software ist ja ganz oft mittlerweile schon weg.
Speaker1: Das ist ja sehr stark alles Richtung Browser basierend gegangen.
Speaker1: Und einen Browser kriege ich genauso in meinem Ubuntu oder in meinem Arch Linux
Speaker1: oder in meinem Debian und kann damit genauso die gleichen Dinge tun.
Speaker1: Es gibt auch, oh Wunder, E-Mail-Systeme auf Linux-Basis. Wer hätte das gedacht?
Speaker0: Also das ist, wie wir beide schon feststellen, man kann das alles machen und
Speaker0: ich muss ja auch nicht sagen, oh nein, USA, alles zu verteufeln.
Speaker0: Da müsste ich schon zweimal gesagt haben, okay, Russland, alles verteufeln und
Speaker0: 50 Mal gesagt haben, alles China verteufeln.
Speaker0: Ja, funktioniert auch nicht, denn die meiste Hardware kommt aus China und ziemlich
Speaker0: viel Software inzwischen auch. Und ja, ich kann jetzt alle Weltmächte für böse erklären.
Speaker0: Ich kann auch sagen, in der EU gibt es hochkorrupte Leute, die vor ein paar
Speaker0: Monaten haben sich 15 Abgeordnete der EU von Huawei bestechen lassen.
Speaker0: Oh nein, die Chinesen, ganz fies. Und dann sage ich, wen interessieren die Chinesen? Ey, vergiss die.
Speaker0: Warum sind 15 EU-Abgeordnete so korrupt und nehmen das Geld entgegen? Das ist unser Problem.
Speaker0: Da müssen wir ran. Warum kriegen die nicht geteert und gefedert raus da irgendwie?
Speaker0: Und wie stellen wir sicher, dass das nicht nochmal passiert?
Speaker0: Und das sind die Probleme.
Speaker0: Aber auch da kann ich jetzt sagen, EU, alles doof. Aber wir haben eingangs schon
Speaker0: festgestellt, die EU-Werte und das EU-Miteinander ist das, was wir stärken müssen
Speaker0: und das, was wir vorantreiben müssen.
Speaker0: Dann können wir auch eine Souveränität an den Tag legen. Dann haben wir sichere
Speaker0: kritische Infrastrukturen.
Speaker0: Dann haben wir auch ein Zukunftsmodell, was für unsere Kinder und Kindeskinder
Speaker0: immer noch funktional ist und nicht jeden Tag desolater wird.
Speaker1: Ja, glaube ich absolut auch. Ja, definitiv.
Speaker1: Ja, du hast natürlich, muss man sagen, eine große Erfahrung,
Speaker1: auf der du aufbauen kannst mit dem, was du sagst und wie du es sagst.
Speaker1: Aber hat dich denn in dieser ganzen Entwicklung von dir, in deiner persönlichen
Speaker1: Entwicklung irgendwie ein Buch oder ein Mentor besonders geprägt?
Speaker1: Wie bist du auf dieses Mindset gekommen?
Speaker0: Also tatsächlich gucke ich gerade hinter mich und sage,
Speaker0: im Rahmen von dieser ganzen Cyber-War-Schwachsinn-Diskussion gibt es zum Beispiel
Speaker0: von Thomas Reed das Mythos Cyber-War über digitale Spionage,
Speaker0: Sabotage und andere Gefahren.
Speaker0: Der hat in diesem Buch sehr, sehr unaufgeregt und einfach mit Fakten untermauert,
Speaker0: warum Cyberwar oder Cyberkrieg ein Bullshit-Thema ist, was alte weiße Männer
Speaker0: aus der Rüstungsindustrie und der Sicherheitsindustrie, die irgendwie Security-Software
Speaker0: verkaufen, irgendwie hoch und runter schreien.
Speaker0: Und ist dann aufgesplittet in, was ist Spionage, was ist Sabotage und wer sind
Speaker0: eigentlich die Akteure dahinter.
Speaker0: Und ganz oft kommt man eigentlich immer bei Geheimdiensten an.
Speaker0: Und ich finde aus einem anderen Aspekt, den er gar nicht da drin schreibt,
Speaker0: aber er hat mich halt sehr inspiriert dazu,
Speaker0: mich schon immer mit Cyberwar und hybriden Bedrohungen auseinandergesetzt,
Speaker0: lange bevor Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine kam,
Speaker0: zu sagen, naja, Cyberwalk klingt so wie, da kippen ein paar Einsen um und werden
Speaker0: Nullen und dann ist so ein bisschen Puh-Puh-Map, da sieht man so die digitalen
Speaker0: Pakete in und her fliegen.
Speaker0: Aber es ist eine Verniedlichung von Krieg, denn was in der Ukraine stattfindet
Speaker0: und auch in Russland, ist ein Krieg und da leiden Zivilistinnen drunter,
Speaker0: da leiden Frauen und Kinder drunter,
Speaker0: die missbraucht werden, die vergewaltigt werden, die in Fetzen gesprengt werden.
Speaker0: Das muss man sich mal so krass vor Augen halten, denn Krieg ist nun mal immer
Speaker0: ein Elend für die Gesellschaft und auch für die Soldaten und Soldatinnen ist
Speaker0: das ja kein Spaziergang.
Speaker0: Also insgesamt verlieren alle darunter.
Speaker0: Und das dann zu vernädlichen auf ein paar digitale Einsen, die umkippen,
Speaker0: halte ich für ziemlich ekelhaft, so abgesehen davon, dass diese Vernädlichung
Speaker0: schwierig ist und man das niemals nur auf den Cyberraum limitieren sollte.
Speaker0: Aber das allein für den Cyberkrieg, Pseudo betrachtet, da hat Thomas Ried mich sehr, sehr geprägt für.
Speaker0: Das Buch ist Gold wert und spricht mir komplett aus dem Herzen.
Speaker0: Aber es gibt auch viele andere Akteure, die mich da viel weiterentwickelt haben.
Speaker0: Und das sind nicht immer Einzelpersonen. Also im Chaos Computer Club konnte
Speaker0: ich die ethischen Diskussionen,
Speaker0: nächtelang auf dem Chem-Kongress im CCC Köln oder wo auch immer ewig und drei
Speaker0: Tage führen und jede Diskussion, jeder Diskurs, jeder Austausch und war ja noch
Speaker0: so freaky und ich dachte, boah, Alter, ey, was? Nee.
Speaker0: Aber es hat mich doch irgendwie einen Schritt weitergebracht und das ist,
Speaker0: Ein schönes Community miteinander, was einen vorwärtsbringt.
Speaker0: Es gibt noch ganz viele andere Autoren, die mich sehr bewegen.
Speaker0: Es gibt auch einen Podcast von Persepticon, mit dem ich ja vorhin erwähnt hatte,
Speaker0: den Artikel geschrieben zu haben.
Speaker0: Perseptikon beschreibt, der Podcast heißt auch so, halt alles Mögliche in diesem
Speaker0: Cyber-Raum und in Gefährdung und auch sehr unaufgeregt und sehr gut wissenschaftlich
Speaker0: aufbereitet, weil er kann es auch super rüberbringen.
Speaker0: Auch das ist Gold wert, ja, und viele andere Akteure wirklich sind da auch so
Speaker0: drauf und das macht einfach viel aus.
Speaker0: Also ich versuche eben nicht in einer Bubble zu leben oder nur diese üblichen
Speaker0: zu konsumieren, sondern ich gehe auch auf.
Speaker0: Ja, keine Ahnung, alle, die völlig anders, ja, Hackback ist was ganz Tolles
Speaker0: oder so, dann sage ich, okay, lass uns drüber reden und ich würde das bescheuert,
Speaker0: dann halte ich Abstand aus der Bubble raus und diesen Diskurs führen,
Speaker0: bringt halt A, den Blick,
Speaker0: wie denkt die andere Seite und warum denkt sie so und was sind die Diskrepanzen
Speaker0: und wie kommen wir da zusammen?
Speaker0: Das ist, um das abzuschließen, der Grund, warum ich zum Beispiel viele Jahre
Speaker0: leider gesagt habe, naja,
Speaker0: mit Militär rede ich nicht, die sind ja mindestens genauso defekt wie Geheimdienste,
Speaker0: die irgendwie alles immer unterwandern und kaputt machen und eine Büchse der
Speaker0: Bandorra sind, die wir nicht mehr zu kriegen.
Speaker0: Im digitalen haben die halt eine viel größere Skalierung, sondern,
Speaker0: naja, es ist halt Militär, es ist schwierig, die haben halt immer diese Offensive
Speaker0: im Kopf und ja, damit habe ich das Diskussionsfeld, wie viele andere auch,
Speaker0: den Sandro Geikens dieser Welt überlassen, die halt mit Cyber-Warum gelaufen
Speaker0: ist und gesagt haben, wir müssen offensiv umcybern, wegcybern, hackback,
Speaker0: hackfirstback, also wegcybern, bevor die uns angreifen und so ein Quatsch,
Speaker0: dafür braucht ihr Spachstellen.
Speaker0: Ach guck mal, so eine Art privaten Nachrichtendienst habe ich ja zufällig im
Speaker0: Angebot, kannst du bei mir kaufen.
Speaker0: Übrigens auch wieder mit jemandem aus einem Geheimdienst, aus einem deutschen,
Speaker0: im BND, gemeinsam gegründet.
Speaker0: Also da deckt sich immer dieser Kreis und dadurch sagt, das ist schwierig.
Speaker0: Ich habe mit Militär eben auch immer wieder Diskurs gesucht und festgestellt,
Speaker0: oh, wenn man mit denen redet, dann merken die auch die andere Seite und sagen
Speaker0: nicht mehr nur offensiv, sondern ach so, wir müssen auch kritische Infrastrukturen
Speaker0: schützen, wir sind sogar selber und betreiben und was würden wir tun,
Speaker0: wenn, wie gehen wir denn dann?
Speaker0: Naja, wir werden Teile des Offensiven haben müssen, aber vielleicht ist darin
Speaker0: nicht das Allheilmittel, lass mal gemeinsam überlegen.
Speaker0: Das ist etwas, was erst im Diskurs gemeinsam erreicht wurde und das ist eben das Wichtige.
Speaker0: Geht raus, redet auch mit der anderen Seite, redet mit denen,
Speaker0: die vielleicht nicht aus eurer
Speaker0: Bobel sind und reflektiert das immer und immer wieder auf euch selbst.
Speaker0: Das hat mich am meisten da geprägt und weitergebracht, so wie ich es eben mit
Speaker0: dem Buch oder dem Podcast erlebt habe.
Speaker1: Vielen Dank dafür. Ich werde es auf jeden Fall unten in den Shownotes verlinken,
Speaker1: sowohl das Buch als auch den Podcast.
Speaker1: Und natürlich dort auch deine Kontaktdaten entsprechend, was man so über dich
Speaker1: so findet, falls jemand jetzt nach der Folge mit dir in Kontakt treten möchte.
Speaker1: Und dann habe ich eigentlich nur noch eine Frage an dich. Eigentlich hast du
Speaker1: es gerade ja schon getan.
Speaker1: Hast du denn noch irgendwas, was du unseren Hörerinnen und Hörern mit auf den
Speaker1: Weg geben wollen würdest?
Speaker1: Eigentlich hast du es gerade schon getan, aber vielleicht hast du ja noch eine
Speaker1: andere allgemeine Botschaft. Vielen Dank.
Speaker0: Nee, also ich würde schon zusammenfassen als erstens Hoffnung nicht verlieren.
Speaker0: Vor allem der Diskurs und die Reibereien sind ja auch ein demokratisches Mittel
Speaker0: und das muss man auch verstehen.
Speaker0: Also das heißt, Demokratie bedeutet immer, es gibt unterschiedliche Ansichten
Speaker0: und man bringt sich zu Kompromissen. Und die Kompromisse können auch gefunden
Speaker0: werden, wenn wir diskutieren, wenn wir uns aneinander reiben und diesen Kompromiss
Speaker0: immer wieder in die eine oder andere Richtung schieben.
Speaker0: Und wer das Handtuch schmeißt und sagt, nur das ist doof, beteilige mich daran nicht mehr.
Speaker0: Wir haben 20 Prozent, die sich nicht mehr beteiligen und AfD wählen.
Speaker0: Und das ist halt nicht die Lösung.
Speaker0: Das ist eine noch schnellere Veränderung von Demokratie.
Speaker0: Und insofern werden auch die griechischen Infrastrukturen darunter nicht stabiler
Speaker0: werden und unsere Daten werden dann eher in einem neuen, gefärbenden Kontext
Speaker0: anders genutzt und auch diesen Kontext-Switch immer wieder im Kopf halten und sagen, okay,
Speaker0: allein deswegen schon muss ich den Diskurs suchen, muss ich aus meiner Bubble raus,
Speaker0: möchte mir vielleicht diese Dinge anhören und niemals die Hoffnung aufgeben,
Speaker0: sondern immer weitermachen und gemeinsam können wir die Dinge verbessern und es funktioniert.
Speaker0: Also insofern, lasst euch nicht einreden, ihr werdet da alleine und machtlos und alles doof.
Speaker0: Redet miteinander und redet auch über die guten Dinge oder über das,
Speaker0: was so problematisch war und wie man dagegen kommt.
Speaker0: Plötzlich stellt man fest, alle sitzen im selben Boot und jeder hat mal,
Speaker0: ach guck mal, da hat es doch was bewirkt.
Speaker0: Und zack merkt man, ich bin nicht allein mit meinem Problem,
Speaker0: sondern wir sind ganz viele.
Speaker0: Und das Problem ist ja kein Problem, wir können es gemeinsam lösen.
Speaker0: Das ist wirklich der Hoffnungspunkt, der auch mich nach einigen Jahrzehnten
Speaker0: noch am Laufen hält. die AG Kritis am Laufen hält und viele andere NGOs ja auch
Speaker0: oder viele andere Einzeltäter innen.
Speaker0: Insofern wünsche ich mir, dass ihr alle das so mitnehmt und auch weiterführt.
Speaker1: Wow, vielen Dank. Unterstütze ich und unterschreibe ich auf jeden Fall so.
Speaker1: Und ich glaube, das sollte man sich selber einfach auch des Öfteren mal einfach zu Herzen nehmen.
Speaker1: Ich ergänze noch, kein Problem ist in der Praxis nachher so groß,
Speaker1: wie man es sich im Kopf vorher ausgemalt hat. Das ist auch etwas,
Speaker1: was ich selbst auch immer wieder erlebe.
Speaker0: Das kann ich absolut unterschreiben. Das ist allein heutzutage so der A-Effekt,
Speaker0: wenn man sagt, naja gut, dann deinstallier dir nicht WhatsApp,
Speaker0: sondern installier dir wenigstens parallel mal Signal.
Speaker0: Und dann sagen die, boah, voll krass, total viele von meinen Kontakten sind
Speaker0: ja da drauf. Ich dachte, das bist nur du.
Speaker0: Und kein Problem ist so groß wie im Kopf. Ja, ist so. Schön bewiesen.
Speaker0: Also klappt hervorragend und damit kriegt man zumindest einen Teil der Diskussion
Speaker0: rüber und auch einen Teil der Nutzung reduziert und dann hat man schon wieder
Speaker0: einen Teil geschafft. Das ist total cool.
Speaker0: Also super Aussage, unterschreibe ich auch zu 100%.
Speaker1: Danke dir. Ja, und falls ihr jetzt als Zuhörende merkt, oh, das sind auch Themen,
Speaker1: die mich definitiv betreffen, dann, wie gesagt, guckt mal in die Show Notes
Speaker1: rein. Da findet ihr die Kontaktdaten von Manuel.
Speaker1: Ihr könnt auch gerne Kritik, Meinungen, was auch immer, ihr kennt das hier bei mir hinterlassen.
Speaker1: Ihr habt unten die Möglichkeit, unter der Folge jeweils einen Kommentar abzugeben.
Speaker1: Ihr habt auch die Möglichkeit, mir eine Sprachnachricht über Speakpipe zukommen zu lassen.
Speaker1: Das Ganze ist natürlich vollkommen anonym. Ich freue mich über jede Nachricht
Speaker1: und Botschaft, die ich von euch bekomme. Bin ich immer ganz,
Speaker1: ganz happy, wenn dann auch mal mein Publikum sich zu Wort meldet.
Speaker1: Und ansonsten, ihr kennt das auch, wenn euch der Podcast gefällt,
Speaker1: dann empfehlt uns gerne weiter.
Speaker1: Ihr könnt das Ganze auch auf YouTube hören, wenn ihr möchtet.
Speaker1: Und falls ihr das jetzt gerade auf YouTube hört, vergesst nicht,
Speaker1: die Glocke zu aktivieren, damit ihr keine neue Folge mehr verpasst.
Speaker1: Ansonsten, Manuel, für dich nochmal vielen Dank für das Gespräch.
Speaker1: Es war wirklich sehr spannend, kritisch und aufschlussreich.
Speaker1: Und genau so habe ich mir das auch vorgestellt.
Speaker1: Und ja, würde mich freuen, wenn wir uns dann demnächst mal wieder irgendwo in
Speaker1: echt über den Weg laufen.
Speaker0: Immer gerne. Danke für die Einladung.
Speaker1: Ja, sehr gerne und danke für deine Zeit. Und euch auch. Danke fürs Zuhören.
Speaker1: Bleibt wachsam und bis zur nächsten Folge. Macht's gut. Ciao, ciao.
Speaker0: Tschüss.
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