106: Reden, bevor und wenn es brennt – Kommunikation in der IT-Security. Zu Gast: Robert und Max von Breach FM!

Shownotes

In dieser Episode von BlueScreen diskutieren wir mit Robert Wortmann, dem Host des Podcasts Breach FM, und Max Imbiel, einem Mitgestalter des Formats Flurfunk bei Breach FM. Das Hauptthema der heutigen Folge ist die Kommunikation in der IT-Security und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Wir beleuchten, warum effektive Kommunikation in Krisensituationen entscheidend ist und wie Missverständnisse und mangelnde Vorbereitung zu Vertrauensverlust und Kontrolle in Unternehmen führen können.

Robert und Max bringen ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven ein. Robert hat einen tiefen Hintergrund im Bereich Datacenter und Cybersecurity, während Max als ehemaliger CISO in der Finanzbranche tätig war und nun Unternehmen bei ihren Cybersecurity-Strategien berät. Gemeinsam erläutern sie, wie wichtig es ist, intern und extern transparent über Sicherheitsvorfälle zu kommunizieren, um Unsicherheiten zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen.

Die beiden Podcaster reflektieren über die gängigen Probleme, die sich bei der Sicherheitskommunikation ergeben, wie etwa das „Fear, Uncertainty and Doubt“-Syndrom, das oft zu übertriebenen Reaktionen und Panik führt. Sie diskutieren auch die Notwendigkeit, dass Sicherheitsverantwortliche ihre Konzepte besser vermarkten müssen, um die Unterstützung von Führungskräften zu gewinnen. Robert hebt hervor, dass viele Sicherheitsverantwortliche oft nicht den nötigen „Sales-Gen“ haben, um ihre Anliegen effektiv zu kommunizieren.

Die Diskussion geht weiter in die praktischen Aspekte der Kommunikation während eines Sicherheitsvorfalls, einschließlich der Risiken von Mutmaßungen und wie wichtig es ist, klare Fakten zu liefern. Die beiden betonen, dass vor allem in der IT-Industrie Vertrauen essenziell ist und dass alle Beteiligten diskret und verantwortungsbewusst miteinander umgehen sollten, um die bestmögliche Lösung für die jeweilige Situation zu finden.

Abschließend fordern beide Zuhörer auf, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und die Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden. Sicherheitsverantwortliche sollten die Herausforderungen ihrer Rolle nicht persönlich nehmen und stets den Fokus darauflegen, das Unternehmen ganzheitlich abzusichern, anstatt sich von den vielen Herausforderungen überwältigen zu lassen. Diese Episode bietet somit nicht nur wertvolle Einblicke in die aktuelle Situation der IT-Sicherheitskommunikation, sondern auch praxisnahe Ratschläge, wie man mit den Herausforderungen im eigenen Arbeitsalltag besser umgehen kann.

Shownotes:

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Speaker0: Hi und willkommen zu einer weiteren Folge von BlueScreen, eurem Lieblings-Tech-Podcast.

Speaker0: Heute geht es um ein Thema, das im IT-Security-Alltag ganz oft zu kurz kommt,

Speaker0: denn im Ernstfall ist es ganz entscheidend, die Kommunikation.

Speaker0: Ob intern, mit Fachabteilungen, nach außen, mit Medien oder im akuten Krisenfall,

Speaker0: wer hier nicht vorbereitet ist, verliert Zeit, Vertrauen und Kontrolle.

Speaker0: BlueScreen, der Tech-Podcast. Zu Gast sind heute zwei Stimmen,

Speaker0: die Kommunikation in der IT-Security aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und aufbereiten.

Speaker0: Einerseits Robert Wortmann, Host des Podcasts Breach FM und Max Imbil,

Speaker0: Mitgestalter des Formats Flurfunk bei Breach FM, das als Reihe entsprechend

Speaker0: auch erschienen ist. Wie geht's euch?

Speaker1: Gut. Gut. Sehr gut.

Speaker2: Hi. Mir geht's auch super. Danke.

Speaker0: Das ist schön. Wir hätten sagen sollen, wer was zuerst sagt.

Speaker2: Robert und ich, wir gucken uns halt immer ganz kurz in der Kamera an und dann

Speaker2: spielen wir so mentales Tic-Tac-Toe, wer als erster spricht.

Speaker1: In unserem Format ist es immer einfach, weil wir uns darauf geeinigt haben,

Speaker1: dass ich einfach immer das Intro spreche, aber durch gewisse Latenzen in diesen

Speaker1: Tools, die wir alle verwenden, fällt man sich trotzdem immer mal wieder ins

Speaker1: Wort, egal wie abgestimmt man ist.

Speaker0: Ja, das stimmt wohl, ja. Oder man ist einfach unhöflich.

Speaker1: Manchmal, ja.

Speaker0: Manchmal, ja. Ja, Breach FM war zuletzt in Folge 38 hier bei mir im Podcast zu Gast.

Speaker0: Damals ging es um das Thema Incident Response, Forensik und Breach Assessments.

Speaker0: Da war der Robert damals noch mit dem Kim bei mir zu Gast.

Speaker0: Der Kim ist ja mittlerweile nicht mehr im Podcast bei dir dabei,

Speaker0: Robert, glaube ich. Oder ist der mittlerweile wieder dabei?

Speaker1: Nee, ich denke immer noch, dass Kim mal als Gast zurückkehren wird.

Speaker1: Aber Kim hat als Instant Responder, wie damals, glaube ich, schon beschrieben,

Speaker1: so viel um die Ohren, dass das irgendwann auch, glaube ich, aufwandstechnisch

Speaker1: nicht mehr hingehauen hat.

Speaker1: Und Max und ich haben da gefühlt zumindest mehr Flexibilität und werden nicht ständig rausgerissen.

Speaker0: Ja, also muss ich sagen, ihr macht das auf jeden Fall gut. Also Max,

Speaker0: du hast die Lücke auf jeden Fall sehr gut gefüllt.

Speaker0: Als muss ich als Hörer eures Podcasts vielleicht an der Stelle auch mal reflektieren.

Speaker0: Und ja, aber nachdem ich euch beide ja schon so ein Stück weit kenne,

Speaker0: aber unsere Zuhörerinnen vielleicht noch nicht, würde ich sagen,

Speaker0: Robert und Max, stellt euch doch vielleicht einfach nochmal kurz vor, sagt, was ihr so macht.

Speaker0: Und damit das beim alten Schema von euch bleibt, würde ich sagen,

Speaker0: darf der Robert anfangen.

Speaker1: Danke, ich wollte schon gestikulierend zu Max zeigen, dass er anfangen darf.

Speaker1: Ja, ich bin Robert Wortmann. Erstmal vielen Dank nochmal für die Einladung.

Speaker1: Alex und ich kennen uns ja doch schon ein paar Jährchen, würde ich sagen,

Speaker1: habe ich glaube ich damals schon besprochen, aber jetzt ist es noch mal länger

Speaker1: her. Wie viele Jahre sind es?

Speaker0: War 15 mindestens, würde ich sagen.

Speaker1: Ja, stimmt. Genau. Und da hat das Ganze auch angefangen.

Speaker1: Ich habe relativ lang, so grob gesagt, im Bereich Datacenter gearbeitet,

Speaker1: habe viel Virtualisierung, Storage,

Speaker1: Netzwerk gemacht und damals als Security vor 15 Jahren eben noch nicht so dieses

Speaker1: super eigenständige Thema war, habe ich das dann nach und nach additiv gesehen

Speaker1: und war da immer stark in diesen architektonischen Themen, also wie schütze

Speaker1: ich Enterprise-Umgebungen.

Speaker1: Und bin dann in den letzten Jahren mehr und mehr in diesen ganzen Bereich SOC

Speaker1: gegangen. Das hat so vor knapp zehn Jahren angefangen.

Speaker1: Damals ein SOC mit aufgebaut, teilweise auch ziemlich viel Verhauen in der Zeit.

Speaker1: Und ja, da habe ich so ein bisschen Blut geleckt und arbeite mittlerweile bei Trend Micro,

Speaker1: einem Security-Hersteller und bin da Stratege für ein paar Länder und kümmere

Speaker1: mich da um viele Fokuskunden und berate so ein bisschen, was derzeit in der

Speaker1: Cyberwelt passiert und wie man darauf reagieren kann.

Speaker1: Also weniger der Produktmensch und mehr so Fat Landscape und wie reagiere ich darauf.

Speaker0: Ja, du bist auf jeden Fall auch viel auf Achse. Wer dir auf LinkedIn folgt, der weiß das.

Speaker0: Also ich glaube, deine Bonusmeilen dürften sich gut sammeln so übers Jahr,

Speaker0: weil du ja, wie du vorhin vorher, auch bevor wir auf Record gedrückt haben,

Speaker0: schon gesagt hast, du bist ja hier quasi, du wohnst ja im Flugzeug zeitweise schon.

Speaker1: Es geht dieses Jahr, muss ich tatsächlich sagen, viel Kurzstrecke.

Speaker1: Aber ja, ich glaube, man gewöhnt sich an vieles leider auch so ein bisschen.

Speaker1: Aber es zeigt auch immer mal wieder, wenn man dann in vielen anderen Ländern,

Speaker1: Kontinenten ist, dass Cyber am Ende doch überall das Gleiche ist.

Speaker1: Und egal, wie viel wir hier in Deutschland meckern über fehlendes Funding und sonst irgendwas.

Speaker1: Ich höre genau das Gleiche in allen anderen Ländern.

Speaker1: Das ist einerseits vielleicht manchmal so ein bisschen beunruhigend und andererseits

Speaker1: auch manchmal ein bisschen beruhigend.

Speaker0: Ja, das glaube ich gerne, ja. Danke dir. Max, wie sieht es bei dir aus?

Speaker2: Jo, dann mache ich weiter. Max Imbil, ich bin jetzt seit April diesen Jahres

Speaker2: hauptsächlich als Freelancer, also selbstständiger unterwegs,

Speaker2: berate Unternehmen für ihre Cybersecurity-Strategie,

Speaker2: coache ein paar CISO-Kollegen oder Kollegen, die in eine CISO-Rolle rein wollen,

Speaker2: rein karrieremäßig, um sich darauf vorzubereiten, was kommt mit dem Job sozusagen mit,

Speaker2: Gesprächsverhandlungen mit C-Leveln und wie kriege ich Themen aus einer technischen

Speaker2: Perspektive gut in ein Business-Sprech rüber.

Speaker1: Genau.

Speaker2: Davor war ich als CISO hauptsächlich die letzten Jahre im Finanzsektor unterwegs in Europa.

Speaker2: Ich war zuletzt bei Bitpanda, dem Crypto Broker, als Global CISO angestellt,

Speaker2: davor bei der N26, davor bei der Hypofeindsbank in München.

Speaker2: Also habe so quasi meinen Weg von den traditionellen Dinosauriern über die neuen,

Speaker2: modernen und hochagilen Unternehmen gefunden,

Speaker2: dort eigentlich dann hauptsächlich vor allem mit daran gearbeitet zu sehen,

Speaker2: wie können wir die ganzen Themen aus einer Regulierungsperspektive,

Speaker2: was dir Gesetze vorschreiben und so weiter, wie kannst du das eigentlich in

Speaker2: so ein modernes Setup heutzutage mit übernehmen, weil das war gerade auch ein Zeitpunkt,

Speaker2: der war noch nicht so gegeben dafür,

Speaker2: eben die großen Bankhäuser, die halt doch einfach auf Basis dessen,

Speaker2: wie sie über die letzten Jahrzehnte ihre IT aufgebaut haben,

Speaker2: natürlich jetzt nicht sich mit den hochmodernsten Technologien auseinandergesetzt

Speaker2: haben beziehungsweise die nicht in ihrem produktiven Netzwerk drin hatten.

Speaker2: Und das dann für so Neo-Fintechs wie eben eine N26 oder Bitpanda quasi zu machen,

Speaker2: war schon super spannend.

Speaker2: Genau, ich selbst lebe in München oder in der Nähe von München,

Speaker2: besser gesagt am äußeren Stadtrand,

Speaker2: Zwei Kinder, von daher sind mir meistens auch zeitmäßig die Hände sehr gebunden

Speaker2: aktuell. Die Große kommt dieses Jahr in die Schule, das wird hochspannend.

Speaker2: Und genau, ich freue mich, hier zu sein, wenn sie dürfen. Danke für die Einladung.

Speaker0: Ja, schön, dass ihr beide da seid tatsächlich. Für alle, die jetzt Breach FM

Speaker0: noch nicht kennen, könnt ihr das in vielleicht zwei, drei Sätzen zusammenfassen.

Speaker0: Was ist Breach FM? Warum macht ihr das?

Speaker2: Robert, da fängst du mit Breach FM an und für sichern und ich sag was zu Flurfunk.

Speaker0: Ja, das hört sich gut an.

Speaker1: Ja, es ist aber so ein bisschen kompliziert. Es ist, wie man schön oft in der

Speaker1: IT sagt, historisch gewachsen.

Speaker1: Sagt man sonst immer nur zu irgendwelchen Netzwerken, die keine Segmentierung

Speaker1: haben. Bei unserem Podcast trifft es aber auch zu.

Speaker1: Angefangen hat es eigentlich mit einer losen Idee von Kim und mir damals.

Speaker1: Da haben wir uns immer sehr spezifisch über ein, zwei Themen pro Folge unterhalten.

Speaker1: Sehr, sehr praxisnah haben dann nach und nach auch Gäste dazugenommen.

Speaker1: Das hat sich dann sehr, sehr schön über zwei Jahre eigentlich entwickelt,

Speaker1: sodass wir wirklich viele, viele

Speaker1: spannende Gäste hatten aus ganz vielen verschiedenen Ecken der Industrie.

Speaker1: Max war auch einer und irgendwann kam es dann zu dem Punkt, dass ich auch gesagt habe,

Speaker1: klingt jetzt ganz blöd, aber mich langweilt das so ein bisschen nicht,

Speaker1: weil ich nicht gern mit den Gästen spreche, sondern weil ich einfach das Gefühl

Speaker1: hatte, wir haben jetzt diese Story zu einem guten Grad einfach schon auserzählt.

Speaker1: Man findet zwar immer mal einen neuen Blickwinkel, aber die Gespräche,

Speaker1: die ich mit den Gästen geführt habe, die haben sich schon irgendwann einfach

Speaker1: sehr stark wiederholt, muss ich sagen.

Speaker1: Und ich habe dieses Format immer zu gern gemacht, weil ich einfach die Themen

Speaker1: gerne besprochen habe, die mich selbst interessiert haben.

Speaker1: Ich habe, auch das mag wieder blöd klingen, aber immer relativ wenig auf Zuhörermeinung

Speaker1: gegeben, weil am Ende verdiene ich damit nicht mein Geld und ich habe immer

Speaker1: gesagt, solange es mich interessiert und sich das überschneidet mit den Usern

Speaker1: oder den Hörern, ist es das Beste, was man machen kann.

Speaker1: Und da ich dann irgendwann eben gemerkt habe, dass mit den Gästen,

Speaker1: ja, wie gesagt, es ist sehr repetitiv irgendwann, habe ich Max gefragt,

Speaker1: ob wir nicht was völlig anderes machen wollen, ob wir uns nicht einmal die Woche

Speaker1: zusammensetzen wollen in diesem Vier-Augen-Setup und im Grunde genommen über

Speaker1: aktuelle News sprechen wollen.

Speaker1: Gar nicht so sehr über, oh, da wurde wieder jemand angegriffen,

Speaker1: sondern eigentlich immer die News als Vehikel hernehmen, über ein bestimmtes

Speaker1: Thema zum Beispiel zu diskutieren. Und dadurch ist dann Flurfunk entstanden.

Speaker1: Zuerst war die Idee, wir machen einmal die Woche einen Gast und dann machen

Speaker1: wir die andere Woche Flurfunk.

Speaker1: Und irgendwann haben wir gemerkt, muss man auch ganz ehrlich sein,

Speaker1: es passt besser in unser Leben mit Flurfunk.

Speaker1: Wir sind sehr aufeinander abgestimmt, wir können mal relativ flexibel eine Folge

Speaker1: aufnehmen, wir müssen dem Gast davor kein Mikro zuschicken und so.

Speaker1: Also es ist auch deutlich einfacher und es kam auch sehr,

Speaker1: sehr gut an und dadurch ist dann Flurfunk entstanden und wir wissen noch nicht,

Speaker1: ob das jetzt das einzige Format für immer sein wird, aber Stand heute machen

Speaker1: wir eben sehr, sehr viel Flurfunk und da geht es um aktuelle Themen und wir

Speaker1: versuchen die eben nicht reißerisch einzuordnen.

Speaker0: Ja, aber mit Humor.

Speaker2: Und da brauche ich ja jetzt schon wieder gar nichts mehr zu Flurfunk sagen,

Speaker2: jetzt hat Robert ja schon alles gesagt.

Speaker1: Du kannst ja sagen, wieso du Lust hattest, da mitzumachen, als ich dich gefragt habe.

Speaker2: Ja, das kann ich gerne machen. Der Robert hat das natürlich sehr clever gemacht, wie er ja ist.

Speaker2: Saßen wir oder standen wir gemeinsam bei einem Café hoch über den Dächern Münchens

Speaker2: auf einer Veranstaltung, haben da gemeinsam geredet und er fragte mich so,

Speaker2: sag mal, hättest du nicht Lust?

Speaker2: Wollen wir das nicht so? und dann hat er mir kurz das erklärt,

Speaker2: was er sich da vorgestellt hat. Ja, das klingt eigentlich ganz cool,

Speaker2: kann ich mir vorstellen.

Speaker2: Ich bin auch jemand, der gerne über die Themen redet, weil ich der Meinung bin,

Speaker2: dass wir definitiv da einfach noch mehr zu beitragen können,

Speaker2: dass es in einer breiteren Masse ankommt und wir vielleicht auch eben so darüber

Speaker2: reden können, dass es verständlich bei den Leuten ankommt.

Speaker2: Das ist ja auch immer eben so ein Thema und auch mit einer der Fragen gewesen,

Speaker2: die du uns schon zugeschickt hast.

Speaker2: Und dann hat er mich gleich da auf eine Couch gesetzt, hat einen Kollegen gesagt,

Speaker2: mach mal ein Foto und hat das sofort quasi mit in die Logos und alles mit reingebaut

Speaker2: und dann war ich verhaftet. Dann kam ich auch nicht mehr raus.

Speaker2: Dann war das die Entstehungs- und die Geburtsgeschichte und jetzt sind wir schon

Speaker2: bei Folge 33 gewesen, nehmen jetzt diese Woche Folge 34 auf und wird,

Speaker2: glaube ich, noch weiter spannend bleiben und cool.

Speaker2: Also bin voll verhaftet.

Speaker0: Ja, das ist gut gelöst, Robert, auf jeden Fall.

Speaker0: Aber ich kann es verstehen, die zeitliche Abstimmung, was ihr gerade gesagt

Speaker0: habt, das geht mir auch immer so.

Speaker0: Und wenn dann noch was ausfällt und du hängst aber vielleicht nicht so weit

Speaker0: im Vorlauf schon drin, dass du dann tatsächlich die Folge, die du jetzt aufnimmst,

Speaker0: der nächste Woche schon bräuchtest, dann wird es ein bisschen hektisch.

Speaker0: Und ja, genau, also kann ich absolut nachvollziehen. Und wie gesagt,

Speaker0: mir gefällt das Format definitiv gut, weil ihr beide auch mit einem gewissen

Speaker0: Humor und Zynismus an das Thema rangeht.

Speaker0: Dadurch wird das Ganze noch ein bisschen konsumierbarer, als wenn man da die

Speaker0: ganze Zeit immer nur über irgendwelche CVIs runterpredigt und sagt,

Speaker0: ah, hättet ihr doch gemacht.

Speaker0: Die LinkedIn-Mentalität, die Gurus dort, schon wieder einer gehackt,

Speaker0: haha, alles Idioten und gebt doch lieber 10 Millionen Euro aus für eure IT.

Speaker0: Weil das funktioniert nicht und das machen außerdem zu viele.

Speaker2: Genau, und wir müssen auch, glaube ich, gerade in dem Job immer irgendwo mal

Speaker2: einen gewissen Zynismus mitbringen, weil wir reden ja jetzt schon alle lang

Speaker2: genug drüber, also zumindest von unserer Perspektive aus gesehen.

Speaker2: Aber schlussendlich bleiben solche Themen auch einfach besser haften,

Speaker2: wenn man natürlich ein gewisse Portion Humor mit drin hat und auch immer über

Speaker2: ein paar Themen sich wirklich auslassen kann,

Speaker2: in Anführungszeichen, wo man einfach sagt, es sind ja erstmal nur wir zwei, die miteinander reden.

Speaker2: Ja, das ist mehr wie so ein freundschaftlicher Schnack eben.

Speaker2: Und da darf jeder natürlich seine Meinung kundtun. Und wer uns halt zuhört und

Speaker2: sich da nicht mit drin wiederfindet, ist ja auch fair. Dann hört er beim nächsten

Speaker2: Mal vielleicht nicht mehr zu.

Speaker2: Aber ich glaube, wie du es gerade selber sagst, eigentlich kommt es bei den meisten gut an.

Speaker0: Ja, absolut. Und ich sage mal, wenn IT-Security ein Beziehungsstatus wäre,

Speaker0: würde man sagen, es ist kompliziert.

Speaker0: Es kommt dann häufig auch so ein bisschen dieser Zynismus aus so einer Situation

Speaker0: wie aus der alten Fernsehserie Mesh, diese Frontärzte.

Speaker0: Irgendwann musst du es halt einfach mit Humor nehmen, weil es halt ansonsten

Speaker0: dich in irgendwelche Süchte und Abhängigkeiten treibt, weil man es halt einfach

Speaker0: sonst einfach nicht mehr versteht und verpacken kann, was da jeden Tag uns so

Speaker0: um die Ohren fliegt überall.

Speaker1: Ja, also ich glaube, was uns oft gesagt wird, ist,

Speaker1: dass der Podcast auch gut als Filter einfach mittlerweile dient,

Speaker1: weil man wird so befeuert von allen Seiten mit neuen Angriffen und hier wieder

Speaker1: und dann bemerken die Leute oft gar nicht. Das sind dann teilweise alte Sachen.

Speaker1: Also auch wir, wir merken auch, wir müssen uns, also meine Vorbereitungszeit

Speaker1: für den Podcast wird gefühlt von Folge zu Folge größer, weil wir ganz oft das Problem haben,

Speaker1: dass wir News gar nicht mehr so als solche nehmen können, sondern dass wir selbst

Speaker1: wirklich erstmal so ein bisschen dahinter gehen müssen und schauen müssen.

Speaker1: Neulich war wieder diese News über diesen großen Credential Breach beispielsweise.

Speaker1: Zuerst haben wir uns das zugesendet und gesagt, boah, da müssen wir drüber sprechen.

Speaker1: Und dann hat sich Stunde für Stunde eigentlich weiter rausgestellt,

Speaker1: nee, das ist altes Zeug, was irgendwie wieder aufgewärmt wurde, so in der Art.

Speaker1: Und da merken auch wir, dass es einerseits sehr, sehr schwierig ist,

Speaker1: nicht zu reaktiv zu sein, also nicht auf jeden Zug aufzuspringen,

Speaker1: der da an einem vorbeifährt.

Speaker1: Das ist nicht so einfach, weil man in dieser kleinen Bubble,

Speaker1: in der man sich bewegt, mittlerweile auch eine gewisse Erwartungshaltung hat.

Speaker1: Also ich bekomme dann oft Nachrichten mit, könnt ihr darüber sprechen,

Speaker1: könnt ihr darüber sprechen? Und oft sagt man dann auch, hey,

Speaker1: mir ist das gerade noch zu nebulös.

Speaker1: Also Max und ich haben ganz oft Themen im Backlog, bei denen wir einfach sagen,

Speaker1: Lass da mal eine Woche warten.

Speaker1: Also das kann sich noch ganz anders darstellen. Da kommt vielleicht noch was hinzu.

Speaker1: Und das ist super schwierig, da mittlerweile einfach so klar durchzuschauen.

Speaker0: Ja, das ist wohl so. Aber das bringt uns tatsächlich direkt zum Hauptteil,

Speaker0: nämlich Kommunikation in der IT-Security, weil wir reden jetzt die ganze Zeit

Speaker0: schon über Themen und versuchen das auch mit möglichst wenig Buzzwords und sonstigen

Speaker0: Sachen hier auszudrücken.

Speaker0: Warum scheitert eurer Meinung nach denn die Kommunikation rund um IT-Security-Themen

Speaker0: so häufig? Du hast jetzt gerade eine Sache schon angesprochen, Robert.

Speaker0: Das ist so ein bisschen dieses Headless-Chicken-Syndrom, beziehungsweise hast

Speaker0: du schon gehört, also Rheinmetall war damals das beste Beispiel,

Speaker0: Rheinmetall ist gehackt worden und alles ist weg und Katastrophe.

Speaker0: Und alle haben es gesagt.

Speaker0: Und ihr habt gesagt, naja, jetzt warten wir halt erst mal ab.

Speaker0: Das sind News, aber jetzt schauen wir halt einmal, was da wirklich passiert

Speaker0: ist, ohne halt jetzt sofort den Ball zu spielen.

Speaker0: Aber das passiert ja auch intern im Unternehmen. Es ist ja nicht nur die LinkedIn-Podcaster-Bubble,

Speaker0: sondern das passiert ja auch im Unternehmen.

Speaker0: Und wo ist da die Schwierigkeit, eurer Meinung nach?

Speaker1: Ich kann vielleicht mal ganz kurz aus meiner Sicht anfangen und Max kann dann

Speaker1: die Innenansicht sagen, weil da hat er deutlich mehr Erfahrung als ich.

Speaker1: Also was ich immer wieder aus Sicht vielleicht auch von dem Software-Vendor

Speaker1: sagen kann und ich weiß, dass das immer nicht so gern gehört wird.

Speaker1: Mittlerweile scheint das irgendwie ganz schlimm zu sein, wenn irgendjemand,

Speaker1: der bei einem Hersteller arbeitet, über Security zu reden. Aber ich mache es jetzt trotzdem mal.

Speaker1: Ich glaube, dass viele, und es ist gar keine Kritik, aber ganz vielen Security-Verantwortlichen

Speaker1: fehlt so ein gewisses Sales-Gen, habe ich so das Gefühl.

Speaker1: Also, die wollen ganz klar das Beste und das Geld ist vielleicht sogar irgendwie

Speaker1: auch da, habe ich ganz oft das Gefühl,

Speaker1: aber man findet nicht die richtigen Argumente, um es sich abzuholen.

Speaker1: Das ist jetzt auch kein schwarz-weiß, ich glaube, es gibt Ausreißer für alles,

Speaker1: aber ich hatte schon ganz, ganz oft Gespräche, in denen mir gesagt wurde,

Speaker1: unser Chef will kein Geld dafür ausgeben, der ist sich der Gefahr nicht bewusst

Speaker1: und dann hat man nach ganz oft Fragen doch mal 10 Minuten Stippvisite auf dem

Speaker1: Kaffee mit dem Chef bekommen und hat man gemerkt, dem wurde es nie richtig erklärt,

Speaker1: der hat es nie wirklich verstanden,

Speaker1: was das einfach für das Business bedeuten kann oder er hat schon irgendwie verstanden

Speaker1: oder sie hat es richtig verstanden aber zum Beispiel da wird dann halt ein Angebot

Speaker1: vorgelegt was das Zehnfache des vorherigen Budgets ist und als Geschäftsführer,

Speaker1: Geschäftsführerin würde ich auch erstmal sagen, habt ihr einen Vogel?

Speaker1: Also da steht der gleiche Hersteller, vielleicht sogar mit dem gleichen Produkt

Speaker1: drauf, aber das ist Zehnfache vom letzten Jahr.

Speaker1: Das ist deren Verantwortung, dann nochmal zu sagen, habt ihr einen Vogel?

Speaker1: Dass da vielleicht was völlig anderes drunter steht, dass wir von einem rein

Speaker1: präventiven Konzept hin in Richtung einem 24x7 Managed Service dahinter gegangen

Speaker1: sind, das kommt dann vielleicht nicht richtig rüber, aber das würde dann das mehr erklären.

Speaker1: Und deswegen, wie gesagt, Ausreißer gibt es für alles. Ich glaube ganz oft,

Speaker1: dass man noch nicht so gut darin ist, die eigenen Konzepte, die man sich da

Speaker1: ausgedacht hat, wirklich zu vermarkten intern.

Speaker1: Und das, nochmal, das ist nicht nur irgendwie eine Schuld oder so oder irgendwie Fingerpointing.

Speaker1: Aber ich glaube schlicht und einfach, man kriegt das nicht hin.

Speaker1: Und auf der anderen Seite, und da muss ich in Richtung der Hersteller schauen,

Speaker1: ist nicht nur Hersteller, auch Integratoren und auch intern Leute,

Speaker1: Und mir ist es mittlerweile, und wir sprechen da ganz oft im Podcast drüber,

Speaker1: auch ganz viel Panikmache einfach.

Speaker1: Also für mich wird das Thema auch manchmal überzeichnet. Das heißt nicht,

Speaker1: dass nicht ganz schlimme Sachen passieren und dass das nicht wirklich Dramen

Speaker1: sind, die in diesen Firmen passieren.

Speaker1: Aber ich glaube trotzdem, das Problem ist, wenn ich Tag für Tag sage,

Speaker1: morgen sind wir tot und dann sind wir halt am Tag wieder nicht tot danach,

Speaker1: dann setzt da irgendwann eine gewisse Resignation ein und dann setzt da so ein

Speaker1: menschlicher Effekt ein von, ja, ist ja scheinbar wieder nichts passiert.

Speaker1: Und das ist nicht klug, das sage ich gar nicht. Ich sage einfach nur,

Speaker1: Ganz viel von dem, was ich tagtäglich sehe, ist nicht sophisticated,

Speaker1: richtet einen unglaublichen Schaden an, aber wir hätten in der Industrie eigentlich

Speaker1: mittlerweile relativ gute Konzepte und uns relativ gut dagegen zu schützen.

Speaker1: Und das ist ein Drama in sich selbst.

Speaker1: Und wie gesagt, ich glaube, wir müssen aufhören, das Thema zu überzeichnen und

Speaker1: auch, das mag jetzt ein bisschen edgy klingen, aber immer so zu tun,

Speaker1: als wäre es wichtiger als alles andere.

Speaker1: Am Ende muss das komplette Unternehmen laufen, egal ob das ein ERP ist,

Speaker1: ob das Security ist oder sonst was.

Speaker1: Und wie gesagt, das sind so meine Two Cents dazu, aber ich glaube,

Speaker1: Max kann aus der internen Sicht da viel mehr nochmal zu sagen.

Speaker2: Ja, ich glaube, wir haben hier diese zwei Perspektiven ganz gut schon mal von

Speaker2: Robert dargestellt bekommen, wie diese Kommunikation teilweise läuft und wie

Speaker2: sie halt auch teilweise vielleicht an die falschen Empfänger dann auch läuft.

Speaker2: Wenn du dir vorstellst, wie ganz oft Themen von außen an die Entscheider oder

Speaker2: an die Geschäftsführung in deinem Unternehmen herangetragen werden,

Speaker2: ist das entweder, kommt das über ihr eigenes Netzwerk, wo sie sich mit anderen

Speaker2: Kollegen unterhalten oder wo sie einfach sich austauschen und wo ganz oft dort

Speaker2: Themen vielleicht auch mal hin und her fliegen,

Speaker2: von denen sie dann gar keine Ahnung haben. Und dann wird das intern weitergespielt.

Speaker2: Das kann aber auch genauso eben sein. Und das ist der Punkt,

Speaker2: den Robert schon ein bisschen angesprochen hat.

Speaker2: Dieses Fear, Uncertainty and Doubt, dieses FUD-Spiel, was ganz oft benutzt wird,

Speaker2: um quasi Panik zu erzeugen zu Themen, die vielleicht das gar nicht wert sind

Speaker2: oder die es gar nicht benötigen.

Speaker2: Einfach um sozusagen ein bisschen reinzukommen, diesen Weg reinzufinden,

Speaker2: zu sagen, hey, wir können euch helfen.

Speaker2: Ich will gar nicht wissen, jetzt mit dieser aktuellen Sharepoint-Schwachstelle,

Speaker2: die gerade wieder rumfliegt, wie viele wahrscheinlich da draußen das nutzen,

Speaker2: um auch wieder an haufenweise IT-Leiter oder CEOs eine E-Mail zu schreiben,

Speaker2: zu sagen, hey, wir können euch davor schützen und ihr müsst uns unbedingt einkaufen,

Speaker2: weil das ist hochkritisch und wahrscheinlich seid ihr eh schon gehackt.

Speaker2: Und das ist der eine Weg, der da schon mal für Konfliktpotenzial sorgt,

Speaker2: weil dann ist ganz plötzlich die Stimmung aufgeheizt und man hat eben so ein

Speaker2: bisschen Krisenpotenzial schon

Speaker2: generiert und dann, wenn du dann wieder die interne Brille aufnimmst,

Speaker2: Und dann beispielsweise in der Rolle eben als CISO dort unterwegs bist oder

Speaker2: eben als Security Officer Sicherheitsbeauftragter, wie man das dann auch immer nennen will,

Speaker2: kommt dann von oben herunter, kommen plötzlich diese Themen,

Speaker2: werden da auf dich abgeschmissen, auch genau mit derselben Kritikalität und

Speaker2: hier die Welt brennt und du musst das für uns lösen.

Speaker2: Und du hast aber eigentlich vielleicht schon seit ein paar Tagen,

Speaker2: da deine Leute dran arbeiten, die fixen das schon oder haben es schon gefixt

Speaker2: und eigentlich war das Thema für dich mehr nur noch so ein Ding,

Speaker2: was vorbeigeflogen ist und plötzlich brennt die Welt.

Speaker2: Und dann musst du natürlich wieder in, sag ich mal so, den Feuerwehrmodus dann reinspringen.

Speaker2: Wir in der internen Position haben aber durchaus auch erkannt,

Speaker2: Und dass das wie vor ein paar Jahren, sage ich mal,

Speaker2: vielleicht noch oder vielleicht irgendwo auch heute noch, aber es wird zunehmend

Speaker2: weniger, wofür ich sehr dankbar bin,

Speaker2: die Art und Weise, wie wir auch intern kommuniziert haben, war sehr ähnlich.

Speaker2: War auch immer früher sehr ähnlich an dieses FUD oder eigentlich dann fast schon

Speaker2: mehr aus der internen Perspektive dieses FOMO, Fear of Missing Out, getrieben.

Speaker2: Nämlich zu sehen, irgendwo bei einem Kollegen oder irgendwo einer anderen Firma

Speaker2: wurde schon das und das und das gemacht und das ist ja super cool und super

Speaker2: fancy und jetzt will ich das eigentlich hier auch machen,

Speaker2: das ist auch super wichtig und ich brauche ja immer unbedingt DLP und NAC und

Speaker2: EDR und das alles und das alles und das muss alles sofort sein und jetzt und

Speaker2: wenn das noch nicht da ist,

Speaker2: dann habe ich hier meinen super Plan und kostet dann halt x Millionen,

Speaker2: auch so wie es Robert schon gesagt hat und dann schmeiße ich das rüber und erwarte

Speaker2: quasi von der Geschäftsführung, dass sie sagt, Ja, natürlich, Haken dran.

Speaker2: Dass das aber wahrscheinlich dann irgendwie die gesamte Firma in Stillstand bringt,

Speaker2: Weil weder das Geld für diesen kompletten Batzen auf einen Schlag da ist,

Speaker2: noch die Ressourcen, um das alles wirklich technisch auch zu implementieren und umzusetzen,

Speaker2: noch die Leute geschult werden können und am allerschlimmsten natürlich noch

Speaker2: weder sich irgendjemand mal angeschaut hat, ob diese ganzen Sicherheitsmaßnahmen

Speaker2: dann überhaupt in das Geschäftsumfeld oder in die Geschäftsprozesse reinpassen.

Speaker2: Ja, weil dann, ich habe selber auch schon miterlebt, werden einfach mal beispielsweise

Speaker2: komplett konzernweit alle USB-Ports deaktiviert, weil es ja höchst gefährlich,

Speaker2: wenn da irgendwer was ransteckt und dann können da Daten abfließen oder sonst irgendwas.

Speaker2: Da hat sich aber vorher keiner Gedanken gemacht, dass es da beispielsweise Abteilungen gibt,

Speaker2: die immer noch auf behördliche Anweisungen oder in Zusammenarbeiten mit Aufsichtsbehörden

Speaker2: oder mit Anwaltskanzleien Daten aushändigen müssen.

Speaker2: Und die wollen das halt immer noch auch heutzutage nur per USB haben.

Speaker2: Auch da ist vielleicht der Staat ein bisschen hinterweiter, aber dann müssen

Speaker2: die das machen. Und wenn plötzlich keine USB-Ports mehr gehen,

Speaker2: dann brennt da die Hütte.

Speaker2: Und deswegen haben wir so dieses FOMO, was man damals hatte,

Speaker2: Schon auch nochmal jetzt mittlerweile ein bisschen verändert,

Speaker2: weil vor allem auch auf Konferenzen und einfach auf Veranstaltungen,

Speaker2: wo man viele von uns Security-Leuten dann antrifft, merkst du,

Speaker2: dass das Mindset sich auch wirklich zunehmend immer mehr in diese Richtung bewegt.

Speaker2: Du als CISO hast zuallererst das Geschäft abzusichern und das bedeutet,

Speaker2: du musst das Geschäft auch verstehen

Speaker2: und kannst dann aber auch mit deinen Sicherheitsmaßnahmen nicht so reinprügeln,

Speaker2: dass das Geschäft halt still stehen bleibt,

Speaker2: sondern du musst on top drauf layern, du musst schauen, dass du halt die einzelnen

Speaker2: Stakeholder in deinem Unternehmen mit abholst, dass du ihnen zeigst,

Speaker2: hey, wie machen meine Maßnahmen auch für dich im Finance-Bereich jetzt beispielsweise Sinn,

Speaker2: weil du einen viel besseren Überblick dazu hast, wer alles in deinem SAP beispielsweise rumfummelt.

Speaker2: Vielleicht gibt es da Leute, die haben noch irgendwelche Altzugriffe.

Speaker2: Sollte man vielleicht dann auch wegnehmen.

Speaker2: Und so kannst du irgendwo dann diesen Mehrwert generieren, indem du eigentlich mehr eben eine,

Speaker2: Es hört sich wieder blöd an, aber mehr so dieses Enabling quasi darstellst,

Speaker2: wie du als Security mit deinen Maßnahmen, mit dieser Resilienz,

Speaker2: die wir ja auch andauernd besprechen, zeigst, wie man als Unternehmen,

Speaker2: wenn man es richtig macht,

Speaker2: durchaus auch mehr Wert bekommt hinten raus, wie man mehr Vertrauen auch schafft.

Speaker2: Gerade in der Kommunikation ist das eigentlich für mich das höchste Gut,

Speaker2: was du eigentlich schaffen kannst, ist wirklich Vertrauen schaffen,

Speaker2: weil dadurch kommen nochmal ganz andere positive Nebeneffekte weiter hinten raus.

Speaker2: Und es wird besser, aber wir haben noch einen guten Weg vor uns, würde ich sagen.

Speaker0: Es ist halt auch eine Art der Überforderung, die einfach in allen Unternehmen,

Speaker0: gerade im KMU-Bereich halt natürlich eine große Rolle spielt.

Speaker0: Ja, du sagtest, der CISO hat die Aufgabe,

Speaker0: aber es gibt halt ganz viele Mittelständler, da gibt es kein CISO.

Speaker0: Ja, da ist der IT-Verantwortliche, vielleicht auch nebenbei noch der Buchhalter.

Speaker0: Und die Person soll das jetzt alles verstehen.

Speaker0: Ja, die Person soll auch sich ein Bild dann irgendwo machen und auch bewerten,

Speaker0: ob die Lösung, die jetzt da gerade von irgendeinem Vertriebsmenschen angeboten wird, irgendwie passt.

Speaker0: Die Person weiß aber vielleicht noch gar nicht, dass sie überhaupt ein Problem

Speaker0: hat oder ob das überhaupt ein Problem ist und so weiter.

Speaker0: Das ist halt das große erste Problem und dann muss derjenige das ja auch noch

Speaker0: intern entsprechend seinem Geschäftsführer verkaufen.

Speaker0: Wenn er es aber selbst nicht verstanden hat, dann kann er es dem Geschäftsführer

Speaker0: ja überhaupt nicht verkaufen.

Speaker0: Und ich habe das bestimmt hier im Podcast schon mal gesagt, ich habe einen Kunden,

Speaker0: die haben, seitdem ich die kenne, das sind wirklich Jahrzehnte mittlerweile, keinen USV.

Speaker0: Und das Argument ist, der Strom ist ja da.

Speaker0: Also die ganze Zeit, wenn du immer mit einem USV-Angebot kamst,

Speaker0: wie oft ist der Strom dazwischen ausgefallen? Aha, nie, siehste,

Speaker0: hätten wir jetzt schon dreimal die Akkus getauscht.

Speaker0: Also brauche ich ja gar keine USV. Und das ist genau das Problem.

Speaker1: Ja, also stimme ich auch mal zu. Ich muss immer sagen, wir sind eigentlich die

Speaker1: Leute dann am liebsten, die zwar das schon auch in ihre Berechnung mit reinnehmen

Speaker1: und ich finde auch völlig okay, dass man eine gewisse Risikoakzeptanz eingeht.

Speaker1: Und ich glaube, auch das wird mittlerweile, und da muss ich uns als Bubble,

Speaker1: finde ich, also als IT-Security-Bubble sehr in Verantwortung nehmen,

Speaker1: mittlerweile reagiert man wirklich absolut, manchmal fast zickenhaft darauf,

Speaker1: wenn irgendjemand auch nur irgendwas sagt gegen irgendeine Security-Control, die empfohlen wird.

Speaker1: Und ich weiß, woraus das rührt, dass man eben ganz oft Ablehnung für sehr,

Speaker1: sehr sinnvolle Dinge erfahren hat, aber ich habe auch schon Gespräche erlebt,

Speaker1: da war ich mit drin und da hat mich dann danach der Verantwortliche angerufen und gesagt, ja,

Speaker1: merkst du jetzt, die wollen gar nichts, die wollen schon, aber

Speaker1: Der hat ganz klar gesagt, dieser letzte Vektor, dieses Risiko gehen wir geschäftlich

Speaker1: ein, das ist uns die letzten nochmal 200.000 Euro gerade einfach nicht wert,

Speaker1: weil wir in einer super schwierigen finanziellen Lage sind.

Speaker1: Und da muss ich auch sagen, am Ende ist das ja auch eine Aufgabe von einem Geschäftsführer,

Speaker1: zum Beispiel einem KMU, auch die Risiken für sein eigenes Geschäft abzuwägen.

Speaker1: Das heißt ja nicht, dass man nicht absolut sinnvolle Grundmaßnahmen,

Speaker1: eine Detection Response, einen zauberen Mailfilter und sowas aufbauen sollte.

Speaker1: Aber ab einem bestimmten Punkt muss man sagen, ist es das uns wert.

Speaker1: Und Max hat ein super Beispiel genannt, dieses ewige USB-Ding.

Speaker1: Da steht dann wieder irgendjemand auf einer Messe und zeigt wieder,

Speaker1: den goldenen USB-Stick, der auf dem Parkplatz rumliegt und der verschlüsselt dann und so weiter.

Speaker1: Es gibt immer Dinge, die irgendwo auf der Welt geschehen, aber das ist halt

Speaker1: nicht das, was tagtäglich passiert.

Speaker1: Und wenn wir dann da wieder unsere Kohle reinstecken und das Thema am Ende meistens

Speaker1: mehr Drubel erzeugt innerförmlich, als dass es hilft, dann wird das Thema gebranntmarkt

Speaker1: sein und dann wird auch das Thema Security gebranntmarkt sein und das nächste Projekt.

Speaker1: Und deswegen nochmal, da geht es nicht um Schuld oder so.

Speaker1: Ich weiß, das sind menschliche Gefühle, diese Ablehnung und so weiter.

Speaker1: Aber ich glaube, wir müssen einfach aufpassen, dass Security nicht zu so einer

Speaker1: self-fulfilling prophecy wird.

Speaker1: Also wie sehr regt man sich in Industrieunternehmen über Leute auf,

Speaker1: die beispielsweise beim Brandschutz irgendwann völlig übers Ziel hinausschießen

Speaker1: oder bei der Arbeitssicherheit, weil dann gesagt wird, das sind die Leute,

Speaker1: wir haben jetzt schon alles gemacht und weil sie ihren Job sichern wollen,

Speaker1: machen sie nochmal mehr.

Speaker1: Ich glaube, jeder kennt diese Sätze über Arbeitsschutz, Brandschutz und sonst irgendwas.

Speaker1: Ich will gar nicht sagen, ob das richtig oder falsch ist. Ich meine,

Speaker1: nur das kennt man aus Industrieunternehmen.

Speaker1: Und ich glaube, wir sollten nicht in diese Falle laufen, das mit Security genauso

Speaker1: zu sehen. es wird immer Leute geben, die man auch unberechtigt aufregt,

Speaker1: wo man auch sagen muss, ja gut, dann rege ich dich halt damit auf,

Speaker1: aber deswegen muss das Unternehmen trotzdem sicher sein.

Speaker1: Aber es darf nicht so eine Self-Fulfilling-Prophecy werden, dass wir Security

Speaker1: der Security wegen machen, sondern wir sollten Security machen, weil es eben,

Speaker1: entschuldigt bitte diesen Begriff, ganz viele Arschlöcher auf dieser Welt gibt,

Speaker1: die damit ihren Lebensunterhalt finanzieren wollen, indem sie Leute als digitale

Speaker1: Geisel nehmen. Sonst müssten wir den ganzen Quatsch nicht machen.

Speaker0: Das ist ein guter Begriff, digitale Geisel, absolut. Ja, bin ich komplett bei

Speaker0: dir, gebe ich dir auch recht.

Speaker0: Und man hat natürlich dann als nächstes, wenn man dann Dinge kritisiert,

Speaker0: die jemand vor einem schon umgesetzt hat im Unternehmen, auch gleich als nächstes

Speaker0: dann den Beef mit dem anderen Anbieter, der das vorher platziert hat.

Speaker0: Also ich habe schon 100.000 Euro Meraki-Setups in einem KMU gesehen mit 15 Leuten.

Speaker0: Das hat halt irgendjemand gut platziert. Die machen zwar nichts damit und das

Speaker0: WLAN funktioniert auch nicht vernünftig, aber hey, da steht Cisco drauf.

Speaker1: Das ist halt die Verhältnismäßigkeit, die da immer reinkommt.

Speaker1: Und ich glaube, das Blöde bei IT-Security ist, und da muss, glaube ich,

Speaker1: noch ein Umdenken in der IT stattfinden, insgesamt ist …

Speaker1: Ich vertrete die Auffassung, dass Security für ein kleines Unternehmen deutlich,

Speaker1: deutlich teurer ist als für ein großes, zumindest relativ gesehen,

Speaker1: weil im Grundsatz müssen wir genau die gleichen Sachen machen.

Speaker1: Also vielleicht nicht im Top-End, aber wir müssen auch eine Detection-Response machen.

Speaker1: Ob wir jetzt selbst Machine-Learning-Rules schreiben oder Yara-Rules machen,

Speaker1: das sei jetzt mal dahingestellt. Aber im Grundsatz müssen wir Logdaten verfügbar

Speaker1: haben und die 24 mal 7 irgendwie auswerten und alles drum und dran.

Speaker1: Und ich glaube, das ist der große Unterschied zu vielen Productivity-Themen

Speaker1: beispielsweise oder ERP-Themen, wo man ganz da sagen kann, wir nehmen jetzt

Speaker1: ein bisschen weniger in Kauf.

Speaker1: Aber es gibt halt bestimmte, wie gesagt, das soll nicht das konterkarieren,

Speaker1: was ich vorhin gesagt habe, aber es gibt bestimmte Basisthemen,

Speaker1: da komme ich nicht herum, egal ob ich 15 Mitarbeiter habe oder ob ich 15.000

Speaker1: oder 150.000 Mitarbeiter habe.

Speaker1: Und das ist arschteuer und im besten Falle sehe ich von der Kohle nie wieder

Speaker1: einen wirklichen Mehrwert.

Speaker1: Wir werden auch ganz oft in diesem Paradigma bleiben mit, waren wir einfach

Speaker1: sehr, sehr gut ausgerüstet oder hatten wir einfach verdammt viel Glück.

Speaker1: Wir werden manchmal nach drei Jahren keine Antwort darauf geben können,

Speaker1: muss man ganz klar sagen, weil es im Bereich Security einfach ganz viel hätte, wäre, wenn wäre.

Speaker1: Und es ist einfach teuer. Aber ich sage auch mal, ich habe auch eine Risikolebensversicherung

Speaker1: und wenn die jetzt mit 50, 60 ausläuft und ich da niemals anrufen musste,

Speaker1: dann bin ich verdammt froh, dass ich da niemals anrufen musste.

Speaker2: Und vielleicht kannst du sie dir sogar wieder auszahlen lassen.

Speaker1: Bei der Risikolebensversicherung tatsächlich nicht, aber deswegen,

Speaker1: ich glaube, wir hatten auch schon mal über Security Return on Investment gesprochen

Speaker1: und ich verdrehe einfach die Meinung und bitte schaut jetzt nicht bei meinem

Speaker1: Arbeitgeber auf die Website und so weiter,

Speaker1: man findet immer alles, aber ich glaube, wenn ich jetzt nicht gerade ein Service

Speaker1: Provider bin oder ein interner Service Provider,

Speaker1: dann gibt es für mich keinen direkten Security Return on Investment.

Speaker1: Dann ist das erstmal ausgegebenes Geld.

Speaker1: Man kann sich das immer irgendwie schön rechnen und andere Überschriften finden,

Speaker1: aber das kostet halt nur mal Geld im ersten Moment.

Speaker2: Es kann aber durchaus einfach wieder auch, und das ist das, was wir schon mal

Speaker2: oder welche Übungen ich auch schon in der Vergangenheit einfach machen musste,

Speaker2: zumindest darzustellen, welchen Mehrwert halt Security dann bringen kann.

Speaker2: Ob man es dann eben einen Return on Investment oder irgendwie anders ist,

Speaker2: sei mal dahingestellt, aber zumindest zu versuchen darzustellen,

Speaker2: wie deine Ausgaben, die du in der Security betreibst,

Speaker2: einen Mehrwert wieder reinbringen für das Unternehmen, halte ich für unglaublich

Speaker2: wichtig. Und selbst wenn es nur ist,

Speaker2: Wir überlegen jetzt mal strategisch für eine Firma, dass komplett alle Passwörter

Speaker2: einfach weg müssen, weil wir jetzt schon mehrere Fälle hatten,

Speaker2: wo Leute einfach wieder Winter 1, 2, 3, 4 oder sowas als Passwort wieder genommen

Speaker2: haben, weil es rotiert werden musste und die dann natürlich gebreached wurden.

Speaker2: Sich dann insofern aufzustellen, zu sagen, okay, dann gehen wir auf eine MFA-

Speaker2: und eine SSO-Lösung, weil wir dadurch vielleicht sogar, und hey,

Speaker2: da wieder rüber ins Business,

Speaker2: Mehrwert schaffen können, dass die Leute sich keine Passwörter mehr großartig

Speaker2: erinnern müssen, selber setzen müssen, weil dann hast du vielleicht auch noch

Speaker2: ein Tool, das das die eben automatisch machen lässt.

Speaker2: Und die Zeitersparnis dafür ist enorm.

Speaker2: Plötzlich können die Leute sich direkt in die Tools einloggen.

Speaker2: Das sind manchmal vielleicht vier, fünf Sekunden nur, in Anführungszeichen,

Speaker2: die sich dann bei dem einmaligen Vorgang sparen, aber über den Tag hinweg ist

Speaker2: es wahrscheinlich sogar eine Minute oder mehr, je nachdem, welche Systeme du hast,

Speaker2: das rechnest du wieder aufs Jahr hoch und kannst das dann zumindest auf diese

Speaker2: Art und Weise irgendwie so mal verkaufen, zu sagen, hey,

Speaker2: Dadurch haben wir einen Effizienzgewinn von XY Prozent.

Speaker2: Pi mal Daumen, alles sehr, sehr hochgestochen, sag ich mal, oder sehr frei von

Speaker2: der Flinte aus geschossen.

Speaker2: Aber ja, Security ist erstmal teuer, vor allem, wenn man es initial umsetzt,

Speaker2: weil ich glaube auch immer noch,

Speaker2: das, was viele Firmen heutzutage noch falsch angehen, ist das Konzept von,

Speaker2: wir suchen uns jetzt jemanden, der Security für uns macht und dann kommt er

Speaker2: hier rein und macht voll den highly sophisticated Scheiß, die man eh nicht versteht,

Speaker2: aber Hauptsache, wir sind sicher,

Speaker2: zu der wahren Realität, dass dann jemand reinkommt und sagt erstmal,

Speaker2: es gibt kein Asset Management, wir haben keine Ahnung, welche Assets wo rumfliegen,

Speaker2: genau dasselbe mit den Identitäten, es gibt zwar ein AD, aber das betreut ein

Speaker2: Admin und der händigt einfach quasi die Zugriffsberechtigung aus,

Speaker2: je nachdem, wer bei ihm anruft,

Speaker2: Zu vielleicht sogar eben noch auch, die Daten sind auch komplett verstreut in

Speaker2: dem gesamten Unternehmen, keiner weiß, wo die hinfließen, wer die operiert und managt,

Speaker2: wenn du diese Basisthemen noch gar nicht umgesetzt hast, und das ist ja auch

Speaker2: erstmal das, was, glaube ich, am meisten wirklich Geld kostet,

Speaker2: aber wenn du diese Basisthemen gar nicht hast, was wir in unserer Bubble ja

Speaker2: auch gerne Cyberhygiene nennen, ne,

Speaker2: Dann brauchst du gar nicht großartig dich fett rein zu investieren in einen

Speaker2: Sock und einen 7 und ein Fulltime, 24-7 Monitoring, weil was sollen die denn sich anschauen?

Speaker2: Die wissen gar nicht, was sie da dann sehen, was sie für Logs bekommen,

Speaker2: wenn sie überhaupt alle Logs bekommen.

Speaker2: Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und deswegen ist so ein erster

Speaker2: Setup für viele Unternehmen erstmal so teuer, weil sie sich darüber noch gar

Speaker2: keine Gedanken gemacht haben.

Speaker2: Vor allem kann ich jetzt wirklich auch mittlerweile sagen, gerade so aus einer

Speaker2: Startup-Szene, natürlich, die müssen halt erstmal fliegen.

Speaker2: Die müssen ihr Produkt bauen, die müssen schauen, dass sie das kosteneffizient

Speaker2: und günstig machen, wie nur möglich, dass sie zumindest da schon mal einen ersten

Speaker2: ROI eben reinbringen, einfach zu sehen, wie können sie das Produkt verkaufen,

Speaker2: fliegt das, ein bisschen mit potenziellen Investoren reden und so weiter.

Speaker2: Aber da wirklich darüber nachzudenken, das gleich von der Pike auf so aufzusetzen,

Speaker2: dass man dann eigentlich nur noch draufsetzen muss, was für Security-Maßnahmen

Speaker2: kommen, macht so gut wie keiner, glaube ich.

Speaker1: Und es wäre ja so viel einfacher. Das sage ich ja immer.

Speaker1: Eigentlich wäre es ja so geil, wenn ich nicht wie in anderen Industrieunternehmen

Speaker1: auf einen 30 Jahre alten Netzwerk aufbaue, was nicht segmentiert ist.

Speaker1: Weil bis ich das dann global segmentiert bekomme, braucht das halt ewig.

Speaker1: Sondern ich habe die Möglichkeit, von Anfang an eine gewisse Resilienz mit aufzubauen

Speaker1: und eine gewisse Posture.

Speaker1: Ich kann auch verstehen, dass man für gewisse Dinge einfach kein Geld hat,

Speaker1: aber trotzdem finde ich es manchmal schade, dass gerade wenn man so einen Greenfield-Approach

Speaker1: eigentlich mal zur Verfügung hat,

Speaker1: dass dann, da reden wir noch gar nicht über Ausgaben, sondern teilweise ja auch

Speaker1: wirklich in den Konzepten nichts vorgesehen ist.

Speaker1: Und ich liebe eigentlich immer am liebsten diese, gar nicht diese Fail-Stories,

Speaker1: sondern diese mit blauem Auge davon.

Speaker1: Weggekommen Storys. Das habe ich in der Kommunikation bemerkt, wirkt am besten.

Speaker1: Also ich hatte vor zwei Jahren einen super Fall, da hat ein Unternehmen kürzlich

Speaker1: in ein großes Konzept inklusive XDR und so weiter investiert und die Geschäftsführung

Speaker1: war schon kritisch, muss man schon sagen, weil es einfach ein Riesenhaufen Geld

Speaker1: war, verglichen mit den Ausgaben davor.

Speaker1: Und dann hatten die ein halbes Jahr später einen Business-E-Mail-Compromise-Fall,

Speaker1: wo sie auch wirklich Kohle verloren haben durch eine falsche Überweisung,

Speaker1: durch einen Fraud-Fall und man konnte auch relativ schnell sehen,

Speaker1: das war wirklich eine E-Mail von dem legitimen Konto intern,

Speaker1: also da muss jemand im Konto mindestens gewesen sein.

Speaker1: Und dann war halt die große Frage, ist derjenige im Netzwerk oder ist derjenige

Speaker1: nur per, in Anführungsstrichen, O365-Weboberfläche in das eine Konto mit rein?

Speaker1: Das macht in der Response halt einen riesen Unterschied. Im einen Fall sage ich,

Speaker1: auf Deutsch gesagt, super scheiße, lessons learned, wir haben da jetzt richtig

Speaker1: viel Geld überwiesen, aber ich muss jetzt hier nicht mein Netzwerk gefühlt offline

Speaker1: nehmen und im anderen Falle muss ich sagen, wenn da jemand drin ist,

Speaker1: wir müssen ihn wieder rauswerfen.

Speaker1: Und wir hatten halt innerhalb von zwei Stunden konnte man dieser Firma durch

Speaker1: die Daten, die gesammelt wurden, durch die Controls, die man davor teuer implementiert

Speaker1: hat, konnten wir den relativ sicher sagen, ey,

Speaker1: 99,5 Prozent, ihr seid sauber, wir haben alles durchgeschaut,

Speaker1: wir haben die Datengrundlage, die ihr jetzt habt, durchgeschaut,

Speaker1: ihr könnt am Netz bleiben.

Speaker1: Und da hat die Geschäftsführerin in dem Fall eben auch gesagt,

Speaker1: das hat sich jetzt schon zehnmal gelohnt, weil wenn wir hier nur zwei Tage mit

Speaker1: ein paar Basisprozessen offline gewesen wären, hätten wir die Kohle um ein Multiples rausgehauen.

Speaker1: Und das war der Moment, in dem sie auch verstanden hat, ey, das ist greifbar, das hat sich gelohnt.

Speaker1: Ich würde es weiter nicht ROI nennen, aber es wurde greifbar gemacht,

Speaker1: wieso man diese Art der Versicherung in dem Sinne einkauft.

Speaker2: Es ist ja auch so ein bisschen das Gefühl von Sicherheit. Wir haben,

Speaker2: glaube ich, ganz oft diese Analogie schon totgeredet, aber es ist ja genau dasselbe

Speaker2: wie mit dem Auto und dem Sicherheitscode zum Auto.

Speaker2: Mittlerweile legt den jeder an, weil es klar, zum einen wird es irgendwie nachverfolgt,

Speaker2: wenn du den nicht anhast, dann kann ich die Polizei rausziehen und gebe dir ein Ticket.

Speaker2: Aber auf der anderen Seite weißt du einfach selbst, dass schon bei einem Auffahrunfall

Speaker2: mit 30 kmh, wenn du den nicht aufhast, kannst du dir echt enorme körperliche Schäden zufügen.

Speaker2: Und genau dasselbe Mindset, finde ich, müssen wir immer noch irgendwo auch eben

Speaker2: in der Security, in Unternehmen mit reinbringen, dass man einfach sagt,

Speaker2: ja, wir sind halt irgendwo der Sicherheitsgurt.

Speaker2: Es muss nicht passieren. Aber wenn es passiert, dann bist du einfach deines

Speaker2: Lebens froh, dass du das hattest und dass du dich daran gehalten hast.

Speaker0: Ja, absolut. Und ich glaube, das sind auch die plakativen Beispiele,

Speaker0: die dann dazu beitragen, dass Leute dann auch eher vielleicht verstehen, warum das wichtig ist.

Speaker0: Also mit solchen Praxisbeispielen eben Sicherheitsgurt oder auch Cyberversicherung

Speaker0: oder Versicherung an sich.

Speaker0: Und das heißt, wir können eigentlich zusammenfassen, das Problem ist auf der

Speaker0: einen Seite, dass die Themen einfach viel zu abstrakt sind, um überhaupt verstanden

Speaker0: zu werden von den Entscheidern und auch teilweise von den Entscheidungsvorbereitern,

Speaker0: wie zum Beispiel dem internen IT-Leiter, der nebenbei noch sieben andere Rollen hat.

Speaker0: Und auf der anderen Seite halt auch einfach immer durch Angst oder häufig versucht

Speaker0: wird, durch Angst einfach zu verkaufen,

Speaker0: um am Ende dann natürlich als Unternehmen, das verkauft, Geld zu verdienen,

Speaker0: aber als Kunde vielleicht mit einem kompletten Overpacement der Lösung dasteht,

Speaker0: was man einfach überhaupt gar nicht gebraucht hätte.

Speaker0: Was wäre denn euer Wunsch oder eure Erwartungen in dem Bereich Kommunikation

Speaker0: zwischen IT-Management und Mitarbeitenden?

Speaker0: Was müsste sich ändern, damit das besser wird?

Speaker1: Ich glaube, ich habe meine Sachen gesagt. Ich glaube, es braucht einfach sehr,

Speaker1: sehr handfeste Beispiele.

Speaker1: Ich glaube auch, und ich finde das blöd, dass man öfters mal eine dritte Person

Speaker1: irgendwie mit einberufen sollte, die nicht im Unternehmen arbeitet.

Speaker1: Wie gesagt, ich würde mir wünschen, dass auch Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer

Speaker1: häufiger auf ihre internen Kräfte hören.

Speaker1: Und ich glaube auch, dass das sehr oft geschieht. Aber wenn es nicht geschieht,

Speaker1: hilft es oft mal, jemand extern tatsächlich mit reinzuholen.

Speaker1: Ja, und im Grunde genommen, ich glaube, ein großer Teil Pragmatismus,

Speaker1: es nicht persönlich zu nehmen, Das rate ich immer jedem ITler,

Speaker1: wenn irgendwas mal abgelehnt wird, sondern eher zu überlegen,

Speaker1: Naja, wie kann ich es vielleicht trotzdem machen?

Speaker1: Und wenn es wirklich gar nicht funktioniert, dann muss man auch irgendwann,

Speaker1: so blöd das klingt, so ein bisschen Cover-My-Ass betreiben und auch wirklich

Speaker1: sagen, ich halte es jetzt schriftlich fest, es haut halt nicht hin.

Speaker1: Aber das sollte immer der aller, aller, allerletzte Ausblick sein.

Speaker1: Und ich habe auch das Gefühl, dass das ganz oft vermeidbar ist.

Speaker1: Und dann auch wirklich viel mit anderen einfach in die Konversation gehen,

Speaker1: die es geschafft haben, diese Konzepte umzusetzen. Hey, welche Argumente hast du denn gebracht?

Speaker1: Ich habe schon öfters auch mal Geschäftsführer zum Beispiel untereinander vernetzt,

Speaker1: um dass die eine Firma, die ein Konzept erfolgreich umgesetzt hat oder vielleicht

Speaker1: mal angegriffen wurde und danach erfolgreich ein Konzept umgesetzt hat,

Speaker1: dass mal zwei Geschäftsführerinnen, Geschäftsführer miteinander sprechen.

Speaker1: Und man einfach mal dieses Technische rausnimmt und daraus eher so einen IHK-Stammtisch macht.

Speaker1: Und da glaube ich auch so Industrieverbände, Die müssen wir auch noch viel mehr

Speaker1: in die Pflicht nehmen, weil da wird deutlich mehr teilweise drauf gehört.

Speaker1: Die haben ein ordentliches Gewicht, insbesondere im Mittelstand und bei den KMUs.

Speaker1: Aber wie gesagt, eine ordentliche Portion Pragmatismus, Praxisnähe und auch

Speaker1: wirklich nicht aus den Augen zu verlieren, dass wir nicht der Security wegen

Speaker1: machen, sondern dass wir das

Speaker1: machen, um das Geschäft am Laufen zu erhalten und wegen nichts anderem.

Speaker2: Ja, 100 Prozent. Ich würde mir dazu gehend eigentlich wirklich hauptsächlich

Speaker2: mehr wünschen zu sagen, bleibt bei den Themen wirklich fachlich.

Speaker2: Wenn ihr fachlich keine Ahnung habt, dann vertraut darauf, dass es jemanden

Speaker2: in eurem Unternehmen gibt, der diese fachliche Erfahrung hat und das bewerten kann.

Speaker2: Oder eben, wie Robert gesagt hat, es gibt irgendwie einen Dritten,

Speaker2: dem ihr vertrauen könnt, dass er euch zu den Themen unterstützen kann.

Speaker2: Aber vor allem, nehmt die Sachen nicht persönlich, nehmt den Druck auch manchmal raus.

Speaker2: Es ist, glaube ich, in der Security gab es noch nie einen Fall,

Speaker2: wo der Geschäftsführer seinem CISO was geschickt hat und wenn er nicht zwei

Speaker2: Sekunden später nachgeschaut hätte, dann wäre das Unternehmen deswegen den Bach runtergegangen.

Speaker2: Also zumindest weiß ich kein Beispiel.

Speaker2: Sondern geht es so ruhig an, wie es nur geht.

Speaker2: Wenn ihr einen APT drin habt, dann stören die nächsten fünf,

Speaker2: sechs Stunden auch nicht mehr.

Speaker2: Und vor allem dann, wenn es darum geht, die Kommunikation intern zu führen,

Speaker2: seid so transparent, aber eben nicht persönlich wie möglich.

Speaker2: Wenn es auf Basis von Fehlkonfigurationen in der IT dazu geführt hat,

Speaker2: dass jetzt irgendwas passiert ist, ist nicht der IT-Leiter schuld oder die Leute,

Speaker2: die da drin sind. Das ist vielleicht historisch gewachsen.

Speaker2: Das wussten dann die Leute nicht besser. Ja, da gibt es viele verschiedene Gründe dann für.

Speaker2: Das Wichtige ist einfach, dass man da kein Blame-Game startet,

Speaker2: sondern dass man wirklich konstruktiv darstellt und zeigt, dass man an einer Lösung arbeitet.

Speaker2: Und das ist auch nochmal so ein Punkt, den ich mir in so einer Kommunikation

Speaker2: dann eigentlich immer wünsche und wo ich selber auch den Kollegen, mit denen ich das mache,

Speaker2: immer den Ratschlag gebe, wenn irgendwo ein Problem aufgedeckt wird oder du

Speaker2: arbeitest konkret an einem Problem und hast jetzt als nächsten Schritt deine

Speaker2: Ergebnisse, deiner Geschäftsführung vorzustellen,

Speaker2: dann schildere nicht nur das Problem, sondern schildere auch gleich die Lösung dahinter.

Speaker2: Am besten hast du dich dazu dann auch schon mit deinen Stakeholdern intern abgestimmt,

Speaker2: dass da jeder quasi schon seinen Kürzel drunter gesetzt hat,

Speaker2: gesagt hat, ja, das ist genau die Lösung, die wir jetzt brauchen.

Speaker2: Dann brauchst du einfach nur noch nach oben zeigen, hey, identifiziert,

Speaker2: aber eigentlich auch schon an dem Fix gearbeitet.

Speaker2: Weil dann zeigst du auch nochmal, du willst den Mehrwert hier reinbringen,

Speaker2: Du bist nicht nur so eine passive Rolle, sage ich mal, die nur jetzt hier,

Speaker2: this is the fuck up and you have to solve it, sondern einfach wirklich konstruktiv

Speaker2: daran mitarbeitest. Und ...

Speaker2: Das ist meines Erachtens wichtig.

Speaker0: Ja, schön gesagt, ja. Was ich da vielleicht noch ergänzen möchte,

Speaker0: ist bitte nur über Fakten sprechen.

Speaker0: Also keine Mutmaßungen anstellen und vor allem nicht alles gleichzeitig dann

Speaker0: umreißen. Das ist was, was ich bei Forensikfällen immer wieder sehe.

Speaker0: Dann hat man das Problem erkannt und versucht dann den Fuck-up zu lösen.

Speaker0: Aber dann wird alles gleichzeitig getan.

Speaker0: Am Ende hat man halt irgendwas getan und hoffentlich hat es dann funktioniert.

Speaker0: Aber es ist halt nicht mehr nachvollziehbar für niemanden. Und vor allem ganz

Speaker0: schwierig, Wenn dann aufgrund von irgendeiner Computerbild oder heiße Schlagzeile

Speaker0: vermutet wird, das könnte das sein, dann wird da drei Tage in die falsche Richtung gearbeitet.

Speaker0: Und man hat sich halt nicht vorher versichert, dass es wirklich das Problem

Speaker0: ist. Also so habe ich es zumindest gelernt.

Speaker0: Bitte erst Äußerungen tätigen, wenn man beweisen kann, dass das Problem auch wirklich existiert.

Speaker2: Das ist ja auch genau der Aspekt, den Robert und ich bei uns mit reinbringen,

Speaker2: wo wir dann immer sagen, basiert alles auf Vermutungen oder das ist eine Mutmaßung

Speaker2: auf Basis auf dessen, was wir hier lesen und was wir bisher darüber in Erfahrung

Speaker2: bringen konnten. Aber wir haben natürlich nicht die konkreten Insights.

Speaker2: Und jeder, der schon mal ein Krisenmanagement aufgesetzt hat oder ein proper

Speaker2: Incidentmanagement, der weiß auch ganz genau, dass du niemals irgendwelche Vermutungen,

Speaker2: die aber nicht bewiesen sind, in deiner Kommunikation mitteilen darfst,

Speaker2: weil das kann dir die gesamte Bude anzünden.

Speaker2: Du kannst durchaus in der Kommunikation oder in Updates, die du rein intern

Speaker2: hast, mal sowas reinschreiben wie eine Current Assumption, die man hat.

Speaker2: Aber dann muss darunter noch mal liegen, was macht man jetzt als nächsten Schritt

Speaker2: oder beziehungsweise was ist bereits schon jetzt wirklich bewiesen anhand von

Speaker2: eindeutigen Evidenzen. Das konnten wir nachweisen, das ist der Fall.

Speaker2: Jetzt gibt es noch eine Assumption, der wir nachgehen. Und dann gibt es im nächsten

Speaker2: Update wieder, basierend darauf dann die weitere Information dazu.

Speaker1: Vielleicht da noch für mich ein wichtiger Punkt und der geht auch wieder in

Speaker1: unsere eigene Community im Grunde genommen, also nicht die Breach-FM-Community,

Speaker1: sondern die breite Security-Community.

Speaker1: Man wünscht sich berechtigterweise immer Transparenz über Cyber-Vorfälle.

Speaker1: Aber erstens muss ich schon immer dazu sagen, das kann man sich wünschen,

Speaker1: aber man kann es nicht verlangen.

Speaker1: Es gibt für wenige Fälle wirklich einen gesetzlichen Rahmen,

Speaker1: die wirklich eine Transparenz erfordern.

Speaker1: Und deswegen, das kann man sich wünschen, aber immer so zu tun,

Speaker1: als wäre das ein Recht, dass man da jetzt forensische Berichte bei irgendeinem

Speaker1: Industrieunternehmen bekommt, wieso, weshalb die gebreached wurden,

Speaker1: das ist halt einfach nicht der Fall und ich finde es auch blöd dann,

Speaker1: weil man die Transparenz nicht bekommen hat, zu spekulieren anzufangen,

Speaker1: das ist kein Recht, finde ich, zu spekulieren, besonders wenn es halt Fälle

Speaker1: sind, wo man ganz klar sagen muss,

Speaker1: die stehen eigentlich in keinem öffentlichen Interesse, außer vielleicht der Mitarbeiter selbst.

Speaker1: Und andernfalls muss ich auch sagen, es gibt auch Fälle, da haben dann Leute

Speaker1: angefangen mit Transparenz und wurden dann von den gleichen Leuten,

Speaker1: die immer die Transparenz einfordern, halt wieder fast an die Wand gestellt

Speaker1: mit, wie dumm kann man sein, wie kann man das und das nicht haben.

Speaker1: Ich habe in meinem Podcast beispielsweise ja auch, oder hier im Breach FM hatten

Speaker1: wir früher schon immer mal wieder über Dinge berichtet und haben auch Opfer zu Wort kommen lassen.

Speaker1: Und ich muss mich mittlerweile, muss ich am Anfang immer sagen,

Speaker1: bitte keine blöden Kommentare, wieso jemand das und das nicht gemacht hat,

Speaker1: weil in den ersten zwei Folgen kamen Kommentare mit, wie blöd kann man sein.

Speaker1: Und ich muss auch sagen, ich lösche dann mittlerweile diese Kommentare,

Speaker1: weil sie der Sache einfach nicht gut tun.

Speaker1: Und da stehe ich auch dazu. Da stellt sich jemand hin, lässt die Hosen runter

Speaker1: und ich glaube nicht, dass das für irgendjemandem schön ist zu erzählen,

Speaker1: weil es passieren immer Fehler, sonst würden diese Dinge nicht geschehen,

Speaker1: muss man ganz ehrlich sagen, die meisten dieser Dinge.

Speaker1: Und die Leute dann auch noch an die Wand zu stellen, finde ich einfach blöd

Speaker1: und wie gesagt, wer Transparenz einfordert, muss dann auch mit der Transparenz umgehen können.

Speaker0: Ja, sehe ich ganz genauso, weil diese Form des Victim-Blamings an der Stelle

Speaker0: halt auch niemanden wirklich weiterbringt.

Speaker0: Da versucht man dann vielleicht halt seine eigenen Pseudo-Kenntnisse und Fähigkeiten

Speaker0: selber ins Rampenlicht zu stellen, aber nicht dem Opfer zu helfen.

Speaker0: Besser wäre es zu sagen, hey, habt ihr das schon gelöst und wenn ihr noch Hilfe

Speaker0: braucht, wir hätten hier gerade Kapazitäten, wir könnten gerne unterstützen,

Speaker0: aber nicht irgendjemanden dann als Idioten hinzustellen.

Speaker0: Das finde ich auch ein absolutes Unding. Jetzt sind wir aber eigentlich schon

Speaker0: tatsächlich im Sicherheitsvorfall gelandet in unserem Gespräch.

Speaker0: Da spielt natürlich auch eine zentrale Rolle, was mache ich denn mit meinem eigenen Personal?

Speaker0: Wann darf denn mein Personal überhaupt über diesen Sicherheitsvorfall außerhalb

Speaker0: der eigenen Räumlichkeiten sprechen?

Speaker0: Weil auch das habe ich schon gesehen, da werden dann halt auch Mutmaßungen auf

Speaker0: einmal an Kunden oder in Social Media geschrieben, so wir können hier nichts mehr arbeiten,

Speaker0: weil unsere IT zu unfähig war und jetzt ist erst mal dicht und allein diese

Speaker0: Meldung schadet ja schon wieder dem Unternehmen und niemand hat dich jetzt berechtigt

Speaker0: wahrscheinlich dazu, diesen Social Media Kommentar überhaupt von dir zu geben.

Speaker0: Also auch hier spielt natürlich Kommunikation von intern nach extern durch Mitarbeiter

Speaker0: eine große Rolle, aber auch eben diese von Robert gerade erwähnte Transparenz.

Speaker0: Wie und wann fange ich als Unternehmen überhaupt an, über diese Situation,

Speaker0: die bei mir gerade stattfindet, nach außen zu sprechen? Stelle ich das nur auf die Website?

Speaker0: Kann ich sowas vielleicht sinnvoll schon vorbereiten? Weil ich möchte natürlich

Speaker0: die Leute nicht aus dem Vorfall rausziehen, die den Vorfall gerade bearbeiten,

Speaker0: nur weil das Marketing jetzt den Auftrag bekommen hat, hol mal den Robert oder

Speaker0: den Max hier aus dem Inzident raus, weil wir müssen jetzt eine Pressemitteilung formulieren.

Speaker2: Also ich hoffe, dass das nie passieren wird, dass man jemand aus dem Inzident-Team

Speaker2: quasi rausholen muss, wenn es brennt, um einfach nur eine Marketing-Nachricht zu schreiben.

Speaker0: Ich habe es schon erlebt, sorry. Sonst hätte ich es nicht angefangen. Das ist schon passiert.

Speaker2: Also grundsätzlich für mich gibt es natürlich jetzt für die meisten oder eigentlich

Speaker2: für alle Unternehmen da draußen zumindest schon mal ein bisschen bessere Guidelines,

Speaker2: was auch diese Meldungen angeht.

Speaker2: Auch NIST 2 tut das ja quasi explizit mit vorgeben, ab wann man eben bei kritischen

Speaker2: Vorfällen eigentlich sozusagen Kommunikation nicht nur in Richtung Behörden,

Speaker2: sondern auch dann die Öffentlichkeit machen muss.

Speaker2: Und das ist dann genau diese Unterscheidung, die man sich halt selbst intern

Speaker2: auch einfach mit definieren muss.

Speaker2: Nochmal, das ist einfach Teil eines guten Incident-Management-Prozesses ist

Speaker2: eben auch die interne und externe Kommunikation zu so einem Vorfall und ab welchen

Speaker2: Schwellenwerten sozusagen man dann eben gewisse Informationen intern rausgibt

Speaker2: und extern rausgibt und ich meine, das ist wieder genau der Punkt,

Speaker2: ich würde niemals mit irgendwelchen Mutmaßungen bei solchen Meldungen rausgehen,

Speaker2: sondern halt einfach nur harte Fakten. Das ist das, was wir Stand heute wissen.

Speaker2: Es gab einen Outage hier und da. Wir sind aber aktuell noch komplett dran,

Speaker2: zu untersuchen, wo das herkam und woran das liegt, weil wir fangen ja jetzt

Speaker2: gerade erst auch mit der Investigation mit den Forensics an.

Speaker2: Und da kann man auch noch keine Wunder innerhalb der ersten paar Minuten erwarten.

Speaker2: Und von daher würde ich dann auch gleich mal mit reinschreiben,

Speaker2: wir können aktuell nicht sagen, ob es ein Angriff war oder einfach ein IT-Fehler

Speaker2: oder so, aber wir sind dran, wir untersuchen das.

Speaker2: Und ich meine, im besten Fall hat man ein und dieselbe

Speaker2: Wirklich präzise Kommunikation, intern wie extern.

Speaker2: Weil wenn du intern wieder was anderes kommunizierst nach extern,

Speaker2: dann ist genau der Fall, den du schon ja auch erwähnt hast, Alex,

Speaker2: wo es dann einfach rausgeht.

Speaker2: Dann irgendwer spricht das oder shared das dann auf seinem X-Account oder sonst irgendwo.

Speaker2: Und dann weiß es dir der Rest der Welt auch. Also es macht überhaupt keinen

Speaker2: Sinn, da irgendwie von der offiziellen Kommunikation großartig abzuweichen.

Speaker2: Du kannst natürlich intern vielleicht deine Mitarbeiter nochmal auf eine andere

Speaker2: Art und Weise vorbereiten.

Speaker2: Hey, kommt ihr jetzt in die Büros zurück oder nicht?

Speaker2: Das ist nochmal vielleicht eine wichtige Unterscheidung, dass du einfach die

Speaker2: Leute darauf vorbereiten kannst,

Speaker2: von wo sie arbeiten sollen oder was sie benutzen dürfen und was nicht.

Speaker2: Das ist aber wirklich dann was, was nur eine interne Wissensweitergabe für die

Speaker2: weitere Arbeit erfordert.

Speaker2: Und nach außen ansonsten einfach sagen, was gerade Phase ist und was als nächstes gemacht wird.

Speaker2: Und dass, sobald man wieder was Neues weiß und das explizit auch wieder mit

Speaker2: Beweisen sozusagen festhalten kann, dann kann man wieder die nächste Kommunikation nach außen starten.

Speaker2: Und das kann dann viele mehrere Schritte bedeuten. Ja, ich glaube,

Speaker2: wir hatten es in dem Fall von dem Bybit-Hack gesehen.

Speaker2: Da hat der CEO von Bybit fünf, sechs Live-Sessions auf X, glaube ich,

Speaker2: sogar gehostet, wo er den Staaten immer wieder ein Status-Update gegeben hat

Speaker2: und wo auch Leute ihn fragen konnten,

Speaker2: aktiv Fragen stellen konnten, was jetzt Phase ist.

Speaker2: Aber das ist für mich ein sehr gutes Beispiel daran, wie eine transparente Kommunikation

Speaker2: aussehen muss, die man unter Kontrolle hat.

Speaker1: Ich glaube, die Frage ist ja auch immer, an wen richtet es sich?

Speaker1: Also habe ich ein Produkt wie bei Bybit, wo ganz viele Consumer dahinterstehen,

Speaker1: die Angst darum haben, berechtigterweise, was mit ihren persönlichen Daten,

Speaker1: was vielleicht mit ihren Wallets passiert,

Speaker1: dann finde ich, macht das total Sinn, so eine wirklich große Transparenz zu

Speaker1: machen, aber auch da muss man sich nichts vormachen.

Speaker1: Da stehen Juristen dahinter, die genau wissen, was kann man sagen,

Speaker1: was darf man sagen, was soll man sagen.

Speaker1: Kann man den Leuten auch nicht vorwerfen, besonders in der Finanzbranche,

Speaker1: kann sowas halt mal sehr schnell backfiren in irgendwelchen späteren Gerichtsverfahren, die dann kommen.

Speaker1: Wenn ich jetzt in Anführungsstrichen ein normales B2B-Unternehmen bin,

Speaker1: dann kann ich verstehen, dass man vielleicht nicht die aller,

Speaker1: aller, allergrößte Transparenz der breiten Öffentlichkeit vielleicht, weil wieso,

Speaker1: jetzt sind wir mal ganz übertrieben ehrlich, bis auf die 100 Leute auf LinkedIn

Speaker1: interessiert es die allermeisten Menschen einfach nicht.

Speaker1: Also wir haben große Ausfälle, große Cyber-Ausfälle bei großen Industrieunternehmen,

Speaker1: die an der Börse gelistet waren, gesehen.

Speaker1: Das hatte 0,0 Einfluss. Es hat es nicht mal in die Ad-Hoc-Mitteilung geschafft teilweise.

Speaker1: Das ist das eine. Was ich da trotzdem machen würde und was im Hintergrund eben auch oft passiert,

Speaker1: was dann aber halt der normale LinkedIn-Nutzer, der sich darüber echauffiert,

Speaker1: nicht weiß, ist, dass halt trotzdem eine sehr enge Kommunikation mit Lieferanten

Speaker1: beispielsweise stattfindet, mit OEMs stattfindet und Sonstigen.

Speaker1: Und da merke ich schon, dass die Unternehmen besser geworden sind,

Speaker1: Details zu sharen, dass aber insbesondere in Lieferketten auch OEMs mittlerweile

Speaker1: mehr Wert darauf legen, wirklich Informationen zu bekommen. Und da spielt natürlich

Speaker1: auch der Marktdruck eine große Rolle.

Speaker1: Automotive-Unternehmen sind ein super Beispiel. Die machen mittlerweile eben

Speaker1: auch Druck auf ihre Supplier beispielsweise, wenn sie wissen,

Speaker1: dass da ein Cyber-Vorfall war.

Speaker1: Und natürlich haben die Supplier auch einfach berechtigterweise Angst,

Speaker1: dass sie vielleicht mal ausgetauscht werden.

Speaker1: Und wie gesagt, nur weil man keine Transparenz in der breiten Öffentlichkeit

Speaker1: sieht, heißt das nicht, dass da keine stattfindet.

Speaker1: Man muss sich schon immer fragen, muss ein Unternehmen jetzt überhaupt diesen

Speaker1: 100 schreienden auf LinkedIn Transparenz geben, die nichts mit dem Fall zu tun

Speaker1: haben und das kann man blöd oder nicht blöd finden, aber es tut am Ende wenig zur Sache.

Speaker0: Ja, vielleicht muss man die Münze noch umdrehen und sagen, es ist ja nicht nur

Speaker0: der OEM, sondern auch der Vendor, der diese Information gerne hätte.

Speaker0: Also gerade im Automotive-Bereich habe ich das auch tatsächlich schon erlebt,

Speaker0: dass ein Zulieferer einen Vorfall hatte, eben genau dieser Fall,

Speaker0: den du vorhin meintest, Business E-Mail Compromise.

Speaker0: Und unter anderem wurde halt auch dieser Fahrzeughersteller dann betankt mit

Speaker0: solchen Mails und dann kommt relativ schnell auch dort das Security und Legal

Speaker0: Team und sagt, sag mal, was ist denn bei euch eigentlich los?

Speaker0: Ihr habt euch gemäß TSACs hier verpflichtet, dass sowas nicht passieren soll,

Speaker0: aber jetzt ist es ja offensichtlich passiert. Wir hätten jetzt gerne möglichst

Speaker0: ruckzuck da eine Aufklärung, weil sonst müssen wir euch nämlich aus der Lieferkette schmeißen.

Speaker0: Was ja aber auch legitim ist, ein Stück weit, weil du willst ja als Hersteller,

Speaker0: dass deine Zulieferer funktionieren und sich eben um diese Dinge kümmern.

Speaker2: Und das wird immer mehr kommen. Also das ist was, was jetzt bisher durchaus

Speaker2: mehr auf dem Autohersteller-Markt konzentriert war und wahrscheinlich auch im

Speaker2: Finanzsektor und Energiesektor,

Speaker2: würde ich mal jetzt hochgestapelt sagen,

Speaker2: einfach weil das so die Branchen sind, die wahrscheinlich in dem Thema Supply

Speaker2: Chain noch am besten mit aufgestellt sind.

Speaker2: Aber auch das ist genau das Thema, was sich einfach wieder noch mehr ausbreiten wird.

Speaker2: Weil wenn halt irgendwie dein Dienstleister, der dir ein Tool schreibt oder

Speaker2: dir Zugriff auf sein SAS-Tool gibt,

Speaker2: wenn der irgendwo halt einen Angriff drin hatte und du hast da eine bidirektionale

Speaker2: Verbindung drin, wie weißt du denn oder wie kannst du denn sicher sein,

Speaker2: ob jetzt die Daten, die du in dem Tool drin hattest, nicht gefährdet sind oder

Speaker2: ob du nicht gegebenenfalls über die Schnittstelle,

Speaker2: über das Login, das ja der Mitarbeiter genutzt hat, dann nicht auch irgendwie

Speaker2: eine Gefahr für dein Unternehmen von ausgeht.

Speaker2: Also auch genau diese Kommunikation zwischen den einzelnen Suppliern und den

Speaker2: Herstellern, die wird immer wichtiger werden.

Speaker0: Ja, weil da auch ganz viel so Microsoft-Mischmasch tatsächlich stattfindet.

Speaker0: Also das ist ziemlich wild, was ich da manchmal sehe, wie viele Zugriffe mit

Speaker0: Gastkonto ein zum Beispiel Software-Lieferant für einen Automotive-Hersteller,

Speaker0: da haben die Gastkonten beim,

Speaker0: Autoproduzenten und andersrum genauso und denke ich mir auch immer,

Speaker0: also ihr vertraut euch da aber schon ganz schön viel gegenseitig,

Speaker0: also weiß ich nicht, ob ich das so haben wollte, aber gut, das werden die sich schon überlegt haben.

Speaker1: Also das halte ich persönlich eh als großen Grundfehler,

Speaker1: dass da keine ordentliche Trennung stattfindet, ich meine, wir haben mittlerweile

Speaker1: genug Tools, Plattformen und sonstiges, wie sowas auch geht,

Speaker1: ohne dass ich jetzt irgendwelche Cross-Identitäten mache oder noch schlimmer,

Speaker1: irgendwelche Active Directory Trusts.

Speaker1: Das sind ganz oft Dinge, die sind aus der, ja, die sind historisch gewachsen,

Speaker1: wie ich es ganz am Anfang gesagt habe. Und die,

Speaker1: Wie gesagt, da gab es andere Lösungen für. Für mich als Hersteller,

Speaker1: für mich vielleicht auch als OEM wäre deutlich wichtiger, wenn ich sehen würde,

Speaker1: da wurde jemand angegriffen.

Speaker1: Ich will dann schon ein bisschen Transparenz haben, gar nicht mal so sehr,

Speaker1: weil ich schauen will, was hat das für mich für direkte technische Auswirkungen,

Speaker1: weil ganz ehrlich, einfach, es sollten keine sein, aber kann ich mich da auf jemanden verlassen?

Speaker1: Also kann ich mich darauf verlassen, dass wenn ich halt für einen bestimmten

Speaker1: Use Case an meinem Auto nur zwei Zulieferer habe,

Speaker1: dass diese Zulieferer auch die SLAs erfüllen können und wenn jemand halt scheinbar

Speaker1: die absoluten Basismaßnahmen IT Security nicht erfüllt hat, dann muss man ganz

Speaker1: klar sagen, nee, wahrscheinlich kann ich mich auf denjenigen nicht verlassen,

Speaker1: weil ich muss wahrscheinlich fast damit rechnen, dass derjenige mal irgendwo

Speaker1: drei Wochen offline ist und das kann ich mir nicht leisten.

Speaker1: Weil meine Kunden interessiert das nicht, wenn irgendein Supplier von uns gehackt wurde.

Speaker1: Und diese Verlässlichkeit, ich glaube, die muss mehr in den Fokus rücken.

Speaker1: Das andere, ganz ehrlich, das sollte meiner Meinung nach so oder so eigentlich nicht geschehen.

Speaker1: Ich weiß, man redet da mal ganz einfach drüber. Wir alle wissen,

Speaker1: wie schwer das ist, diese Dinge auch aufzulösen, die historisch gewachsen sind.

Speaker1: Aber ich sehe halt manchmal auch neue Konstrukte, die dann gleich wieder damit

Speaker1: beginnen, dass man irgendwie Großberechtigung macht und sonst irgendwas.

Speaker1: Und ich glaube, besonders in Zeiten, wenn man sich anschaut,

Speaker1: was Scattered Spider derzeit als Gruppe macht, da läuft sehr,

Speaker1: sehr viel über Social Engineering zu, sehr viel über Identitäten und sehr viel über Supplier.

Speaker1: Und da hat man scheinbar etwas herausgefunden, was vielleicht nicht super einfach

Speaker1: zu exploiten ist, was aber gut zu exploiten ist.

Speaker1: Und wo der Impact der möglichen des Ganzen unglaublich groß ist.

Speaker0: Ja, glaube ich auch auf jeden Fall, ja. Und man kann jetzt natürlich als Unternehmen

Speaker0: sagen, das ist alles total doof und unfair und gemein und es zieht sich ja dann

Speaker0: noch weiter in den Bereich kritische Infrastrukturen.

Speaker0: Da hatte ich hier in Folge 104 auch mit dem Manuel Attuk drüber gesprochen, aber es ist halt so.

Speaker0: Wir haben halt Abhängigkeiten, ja. Also gerade jetzt, wenn man mal in Richtung

Speaker0: kritische Infrastruktur guckt, ich meine, ja, es ist schade, wenn Audi, BMW und Co.

Speaker0: Halt jetzt sein Auto nicht produzieren kann, aber am Ende des Tages wartet halt

Speaker0: dann der Konsument, der Einzelne oder ein paar Einzelne halten drei Wochen länger

Speaker0: aufs Auto. Aber wenn sich das Ganze halt durchzieht in Richtung Energieversorger

Speaker0: oder auch teilweise halt Behördenkommunikation.

Speaker0: Ja, ich habe es in dem Interview mit Manuel gesagt, das Problem ist halt,

Speaker0: eine Stadt kann sich das nicht lange

Speaker0: leisten, wenn sie zum Beispiel die Gewerbesteuer nicht eintreiben kann.

Speaker0: Dann ist die Stadtkasse irgendwann leer. Und das sind halt dann natürlich Probleme

Speaker0: in einem ganz anderen Ausmaß und ganz anderer Größe. Aber auch hier ist halt

Speaker0: das Problem mit gewachsener Infrastruktur natürlich genauso vorhanden wie in

Speaker0: allem, was es schon seit längerer Zeit gibt.

Speaker0: Aber auch hier muss ich sagen, es wird besser.

Speaker0: Also ich habe jetzt tatsächlich auch mehrere Stadtverwaltungen mittlerweile

Speaker0: in der Kundschaft, die sich aktiv mit dem Thema beschäftigen.

Speaker0: Nicht, weil sie müssen nur, sondern weil sie halt wollen.

Speaker0: Und das ist schon auch ein Zeichen, dass das Ganze funktioniert.

Speaker0: Und ich meine, Max hat NES 2 vorhin in den Mund genommen.

Speaker0: Ich habe gedacht, wir kommen in dieser Folge ohne dieses Buzzword aus. Aber nein, danke dafür.

Speaker0: Das ist natürlich aus Perspektive der Unternehmen dann auch wieder blöd und

Speaker0: es kostet Geld, aber es ist nötig. Also wenn das nicht nötig wäre, gäbe es das nicht.

Speaker2: Ganz genau. kann man auch mit dazu sagen. Auch da gibt es wieder Unterschiede.

Speaker2: Aber grundsätzlich bin ich ein Freund davon, weil es einfach für mehr Stabilität

Speaker2: und eben auch mehr Resilienz in der breiten Masse sorgt.

Speaker2: Und wir haben jetzt zwar NIST 2 kurz erwähnt, aber zumindest noch nicht das

Speaker2: große andere Buzzword mit nur zwei Buchstaben bisher. Da bin ich auch schon sehr froh drüber.

Speaker0: Das man, kommt noch.

Speaker2: Ach, kommt noch. Okay, verdammt.

Speaker0: Habe ich schon vorgelegt, ist im Cash.

Speaker2: Okay.

Speaker2: Aber schlussendlich für, also nochmal für das Thema an und für sich,

Speaker2: für diese Sensibilisierung an und für sich,

Speaker2: werden wir, wir werden da noch ganz viele lange Jahre darüber reden, mit Sicherheit,

Speaker2: was einfach wieder nochmal so diese Basisthemen angeht, damit man überhaupt

Speaker2: erstmal dahin kommt, um solche guten Prozesse und guten Methoden und Tools und Techniken aufzubauen.

Speaker2: Aber ich bin auch der festen Überzeugung, dass wir vielleicht einen Zeithorizont

Speaker2: 10, 15 Jahre, wenn alles gut läuft und uns nicht irgendein Krieg oder sowas

Speaker2: nochmal, was viel mehr hier kaputt macht,

Speaker2: durchaus wirklich in eine viel bessere Situation reinkommen und wirklich eine

Speaker2: gesteigerte Sicherheit und eine gesteigerte Resilienz im gesamten Markt einfach haben.

Speaker2: Egal, ob es jetzt eine KMU ist oder ein Konzern.

Speaker0: Ja, das bleibt auf jeden Fall zu hoffen, dass das so ist. Jetzt kommuniziert

Speaker0: ihr ja mit Breach.fm im Prinzip auch genau über solche Themen und ich bin der

Speaker0: Meinung, es gibt natürlich einen Sack voll Security-Podcasts im deutschsprachigen Bereich.

Speaker0: Wir sprechen mehr oder weniger immer die ähnlichen Themen an.

Speaker0: Ist natürlich auch einfach ein wichtiger Aspekt für Leute, die halt jetzt keine

Speaker0: Lust haben zu lesen, sich ständig durch diese ganzen Newsfeeds durchzulesen,

Speaker0: einfach um das Ganze halt bei anderen Tätigkeiten halt wegzukonsumieren.

Speaker0: Jetzt habt ihr euch neulich ja entschieden, dass ihr mit Breach.fm auch auf

Speaker0: YouTube vertreten sein möchtet. Da muss ich sagen, erstmal willkommen in diesem Game.

Speaker0: Ich mache das schon ein bisschen länger. Das ist, also YouTube ist ein echter

Speaker0: Tough Cookie, sich damit zu beschäftigen.

Speaker0: Gibt es einen Grund, seid ihr der Meinung, dass das besser funktioniert oder

Speaker0: ergänzt ihr einfach das Format, weil man es halt jetzt macht,

Speaker0: weil man sieht euch ja jetzt auch neuerdings?

Speaker1: Man sieht uns schon wieder nicht mehr. Video war ein kurzes Intermezzo,

Speaker1: aber wir haben beide gerade entschieden, bevor wir Video nicht richtig ordentlich

Speaker1: in der Qualität abliefern, machen wir es nicht, weil, wie du selbst weißt,

Speaker1: das bringt einfach einen ganz neuen Aufwand mit.

Speaker1: Das ist immer ganz schön, wenn man eine Folge hat, in der man nicht schneiden

Speaker1: muss. Und sobald man schneiden muss, wird es ein, entschuldige den Begriff,

Speaker1: pain in the ass, ganz schnell.

Speaker1: Da ist mit nur Audio deutlich einfacher. Aber YouTube ist aus einem ganz einfachen Grund dazugekommen.

Speaker1: Auch da nur Audio derzeit. Wir haben immer mal wieder Hörer,

Speaker1: die schlicht und einfach nicht auf Podcast-Plattformen unterwegs sind.

Speaker1: Und das meine ich jetzt 0,0 despektierlich, die vielleicht auch schon ein gewisses

Speaker1: Alter haben, die sich jetzt auch nicht nochmal mit Spotify, Apple Podcasts oder

Speaker1: sonst was beschäftigen wollen. Und YouTube ist die Einstiegshürde,

Speaker1: um sowas zu hören, glaube ich, deutlich niedriger.

Speaker1: Wir müssen aber weiterhin sagen, die allermeisten Hörer sind auf den gängigen

Speaker1: Podcast-Plattformen und am Ende wollen wir einfach nur den Podcast so breit

Speaker1: wie möglich bereitstellen. Wir müssen aber beides sagen.

Speaker1: Dieses ganze Produzieren drumherum, wir halten es ja wirklich auf dem absoluten

Speaker1: Minimum, weil ich werde immer wieder gefragt, du machst ja nur noch Podcasts

Speaker1: und dann sage ich, das ist halt das, was man sieht online,

Speaker1: aber das macht Prozent meines Wochenpensums aus.

Speaker1: Also ich versuche das so weit zu automatisieren, wie irgendwie nur möglich und

Speaker1: der Workflow ist mittlerweile halt einfach eingespielt und wir können das uns

Speaker1: gar nicht leisten, rein zeitlich, aber auch finanziell muss man sagen,

Speaker1: da viel mehr Drubel herum zu machen. Du weißt selbst, wie schnell diese Tools ins Geld gehen.

Speaker1: Der Podcast ist ein reines Minusgeschäft, das muss man auch sagen.

Speaker1: Wir haben keine Werbung, sonst irgendwas, auch wenn wir durchaus schon Angebote

Speaker1: hatten, aber wir wollen das ohne machen.

Speaker1: Wir machen keine Patreons oder sonst irgendwas, also irgendwelche bezahlten Abonnements.

Speaker1: Das ist, wir machen es gerne, aber das ist ein reines Minusgeschäft.

Speaker0: Ja, geht uns ähnlich, aber man macht es halt, weil man es halt gerne macht und

Speaker0: weil man halt dieses Thema trotzdem in die Köpfe der Leute transportieren möchte

Speaker0: und weil es halt einfach eine bessere Möglichkeit ist,

Speaker0: damit Leute nicht reisen müssen, um uns auf einer Messe zu oder einer Veranstaltung

Speaker0: zu hören, zu sehen, zu treffen, sondern einfach dann konsumieren,

Speaker0: wenn halt die Zeit dafür da ist und das Interesse für die Folge gerade vorhanden ist.

Speaker0: Und ich meine, im Zweifelsfall, wer mag, kann sich ja sogar das Transkript runterladen.

Speaker0: Also dann lass es dir halt von ChatGPT zusammenfassen am Ende des Tages.

Speaker0: Aber Hauptsache, diese Information kommt da an. Und das ist eben halt auch ein

Speaker0: wichtiger Aspekt eben in der Kommunikation.

Speaker0: Vor allem, wenn man es halt so macht, dass man auch so ein bisschen off-topic

Speaker0: oder halt auch mit echten Dingen hier im Podcast sprechen kann,

Speaker0: das würde man auf einer Bühne so nicht tun oder bei einer Veranstaltung.

Speaker0: Sondern da ist es halt meistens einfach die Folienschlacht zu dem Thema,

Speaker0: wofür man halt jetzt gebucht wurde, was man erzählen soll, ganz viel Marketing, bla bla drumherum.

Speaker0: Aber das vertieft ja überhaupt nicht das Thema. Und deswegen finde ich das einfach

Speaker0: auch so wichtig jetzt mit euch oder auch mit anderen wie dem Nico Werner zum

Speaker0: Beispiel, dass das halt einfach regelmäßig die Themen in die Köpfe der Leute reinkommen.

Speaker0: Und auch das ist eben ein ganz wichtiger Aspekt in der Kommunikation.

Speaker0: Was ich, glaube ich, auch tatsächlich schon fast so ein bisschen als Pflicht

Speaker0: betrachte, was wir den Leuten auch schuldig sind.

Speaker0: Weil sie selber haben dieses Know-how nicht, sonst würden sie den Podcast nicht hören, vermutlich.

Speaker0: Außer sie hören uns, weil wir so tolle Stimmen haben. Also jemand hat mir schon

Speaker0: mal gesagt, er hört den Podcast zum Einschlafen. Jetzt war ich mir nicht sicher,

Speaker0: ob das jetzt gut oder schlecht ist.

Speaker1: Das haben wir auch schon gehört. Aber ich glaube, ein Aspekt,

Speaker1: das wird manchmal auch so ein bisschen vergessen, ist dieses Reassurement.

Speaker1: Ist in unserer Branche, glaube ich, einfach auch ganz wichtig.

Speaker1: Egal, wie viel man schon gesehen hat, egal, wie viel man glaubt zu wissen,

Speaker1: manchmal ist es einfach gut. Und selbst wenn jemand die gleichen Sachen sagt,

Speaker1: hilft mir das oft besser einzuordnen, dass ich scheinbar auch die richtigen Dinge sehe.

Speaker1: Deswegen sage auch ich immer, wenn ich in meiner beruflichen Rolle bei Trend

Speaker1: Micro Leuten zum Beispiel sogenannte Threat Landscape Briefings gebe,

Speaker1: dann habe ich ganz oft das Feedback mit, da war jetzt gar nicht so viel Neues dabei.

Speaker1: Das mag jetzt erst mal blöd klingen, wenn man ein Training geben würde.

Speaker1: Aber dann sagen die Leute im nächsten Satz eben, aber es ist schön zu wissen,

Speaker1: dass ich mit meinen Beobachtungen nicht falsch liege.

Speaker1: Weil wir haben vorhin über die Flut von Informationen gesprochen.

Speaker1: Und das kann schnell mal der Fall sein.

Speaker2: Genau, also schlussendlich ist ja das, was wir hier alle drei machen, ist ja genau das.

Speaker2: Wir bieten über verschiedene Plattformen Leuten da draußen die Möglichkeit an,

Speaker2: sich selber nochmal vielleicht auch zu challengen oder eben zu sagen, ah ja gut,

Speaker2: genau, dass jetzt auch die Jungs haben irgendwie dasselbe Mindset und dieselbe

Speaker2: Meinung zu irgendeinem bestimmten Thema.

Speaker2: Dann sollte ich da jetzt vielleicht eben Zeit rein investieren oder brauchst

Speaker2: vielleicht eben gegebenenfalls nicht.

Speaker2: Aber es ist ein bisschen in Richtung Bestätigung auch zu dem,

Speaker2: wie manche dastehen oder auch mal auf was hindeuten, was man vielleicht noch gar nicht gesehen hat.

Speaker2: Aber es fehlt uns immer noch ein bisschen so dieses, wo gehe ich hin in Deutschland

Speaker2: oder im deutschsprachigen Raum,

Speaker2: Um hundertprozentig da jemanden zu haben, bei dem ich weiß, dass das,

Speaker2: was dort gesagt wird, auch hundertprozentig vertrauenswürdig ist.

Speaker2: Es gibt mit Sicherheit ein paar, die haben das bei uns, die haben das bei dir, Alex.

Speaker2: Und das ist erstmal das Schöne zu wissen, dass man dadurch eben diese Community

Speaker2: ein bisschen aufbaut, dass man dadurch einfach auch Leute erreicht,

Speaker2: die vielleicht so sonst auch gar keine Chance haben.

Speaker2: Einfach weil sie aus ihrem Job heraus, die dürfen nicht auf Konferenzen gehen

Speaker2: oder haben da kein Budget für und so weiter.

Speaker2: Das ist alles kostenlos hier. Die können sich dann eben einmal die Woche,

Speaker2: können die, ob sie es jetzt auf YouTube machen oder auf Spotify oder auf Apple

Speaker2: Podcasts oder auf welchem Medium sonst auch immer, können sie sich die Folgen

Speaker2: anhören und haben eben auch nochmal die Chance danach,

Speaker2: auch mit uns in Kontakt zu treten, auch alles völlig kostenlos,

Speaker2: um dann eben auch wieder diese Möglichkeit zu haben, da eine gewisse Vertrauensbasis

Speaker2: aufzustellen und auch Fragen stellen zu können. Und das ist für mich wichtig,

Speaker2: Wichtiger als das Geld, was wir da halt jetzt eben dementsprechend sozusagen aktuell verbrennen.

Speaker2: Weil eigentlich ist es kein Verbrennen, sondern es ist schon eine Investition.

Speaker0: Es ist eine Investition definitiv in die Sicherheit der Kunden und Interessenten.

Speaker0: Und man muss halt auch sagen, auch die Frequenz, mit der das Ganze erscheint,

Speaker0: da könnte man jetzt auch sagen, ja, aber andere machen das jeden Tag,

Speaker0: irgendwelche Streamer auf Twitch oder sonst wo.

Speaker0: Da muss ich sagen, ja, aber die machen das, weil sie damit ihr Geld verdienen

Speaker0: müssen. Ich muss mein Geld nicht mit dem Podcast verdienen und ich hoffe auch

Speaker0: nicht auf ein Sponsoring-Angebot von Holi oder irgendwas, wo du dann vier Stunden

Speaker0: Laservokus bekommst oder irgend so ein Mist.

Speaker0: Also das ist ja gar nicht das Ziel des Podcasts, weil sonst wären wir ja wieder

Speaker0: bei dem Thema Security. Das ist nicht zum Selbstzweck.

Speaker1: Also Max und ich hoffen ja schon immer mal wieder auf so ein paar gewisse Sponsoren.

Speaker1: Das sind dann aber einfach persönliche Befindlichkeiten, weil ich zum Beispiel

Speaker1: viel Spezi trinke und es ist einfach geil, dass mir das jemand bezahlen würde.

Speaker1: Aber um mehr geht es da gar nicht.

Speaker0: Aber dann bist du wieder beim Videoformat. Du musst die Spezi halt einfach schön

Speaker0: in die Kamera halten beim Trinken.

Speaker1: Na, ich trinke die die ganze Zeit und mache ach. Und von dem her.

Speaker1: Ich muss aber auch sagen, wir haben ja auch schon oft über die Frequenz geredet,

Speaker1: Max und ich, und wir hatten auch schon mal die Idee, das zweimal die Woche zu

Speaker1: machen und sicherlich würde das auch irgendwie funktionieren.

Speaker1: Was wir aber relativ schnell gemerkt haben ist, wir wollen auch nicht der Storys

Speaker1: wegen um irgendwelche Storys sprechen, die am Ende keine Relevanz haben.

Speaker1: Und wenn man ehrlich ist, es gibt manchmal Wochen, in denen passieren super

Speaker1: spannende Sachen, dann gibt es Wochen, wo auch wir sagen, boah,

Speaker1: da muss man sich schon echt so ein bisschen was aus den Fingern saugen.

Speaker1: Und jetzt einfach auf Zwang, das immer zu machen.

Speaker1: Die Frage ist ja auch immer, was macht der andere auf der anderen Seite,

Speaker1: die andere auf der anderen Seite mit diesen Informationen? Kann man das überhaupt noch verwerten?

Speaker1: Oder ist es dann irgendwann nur noch Entertainment?

Speaker1: Und mir ist es am Ende egal, ob das Leute aus Entertainmentgründen hören oder

Speaker1: ob die damit was machen. Aber wir wollen ja trotzdem irgendwo auch selbst,

Speaker1: habe ich am Anfang gesagt, ein Interesse daran haben, über was wir sprechen.

Speaker1: Und wenn man das zu häufig machen würde, müssen wir Stand heute auch einfach

Speaker1: sagen, wäre das gar nicht mehr gegeben.

Speaker1: Selbst bei dem wöchentlichen Zyklus gibt es manchmal wirklich Wochen,

Speaker1: wo Max und ich sagen, wir nehmen vielleicht noch so ein Out-of-Band-Thema mit

Speaker1: rein, über das wir heute sprechen, weil wir müssen jetzt nicht über das 80.

Speaker1: Unternehmen sprechen, das von Scattered Spider angegriffen wurde.

Speaker0: Ja, und wie gesagt, wir haben auch eine Nische mit dem, was wir hier machen.

Speaker0: Also wenn ihr täglich einen Podcast oder Videocontent möchtet,

Speaker0: dann müsst ihr halt MrBeast abonnieren oder Papa Platte oder Reese oder irgendwen

Speaker0: anders, aber da sind wir die Falschen dafür auf jeden Fall.

Speaker2: Ja, aber es wäre vielleicht auch durchaus mal schön, so jemanden zu haben,

Speaker2: muss ich ganz ehrlich zugeben, der jeden Tag irgendwie bei Twitch oder bei YouTube,

Speaker2: weiß nicht, Live-Hacking macht zum Beispiel, ja, keine Ahnung.

Speaker0: Es gibt jeden Tag das Gleiche. Jeden Montag wird Cookie-Stealing betrieben.

Speaker2: Immer auf einer anderen Art und Weise oder auf einer anderen Plattform.

Speaker2: Keine Ahnung, aber vielleicht wäre sowas auch durchaus mal cool, sich mal vorzustellen.

Speaker2: Ich wäre da auch definitiv der falsche Kandidat für, weil ich glaube,

Speaker2: mich will auch keiner sehen, vier, fünf Stunden am Tag, jede Woche.

Speaker2: Das ist ja lieber Robert.

Speaker2: Also ganz ehrlich, selbst meine Frau braucht mal Zeit weg von mir.

Speaker2: Von daher kann ich mir das nicht vorstellen, dass das hier Leute draußen dann

Speaker2: vor einem Bildschirm anders sehen.

Speaker2: Aber ja, wir suchen uns die Themen aktuell halt wirklich aus,

Speaker2: auf eine Art und Weise, dass wir sie transportieren können.

Speaker2: Und wenn es jemanden mal gibt, der da einen total einzigartigen Weg findet,

Speaker2: sowas auf einem täglichen Medium irgendwie zu machen, eben mit Video und mit

Speaker2: Screensharing oder was weiß ich nicht alles

Speaker2: happy da zu unterstützen auch, also wenn das was Sinnvolles ist,

Speaker2: klar gerne, wenn wir sehen, dass da wirklich jemand nochmal Mehrwert dazu mit

Speaker2: reinbringt und auch Leute nochmal krass erreicht, super.

Speaker1: Also ich glaube, es gab immer mal wieder so Versuche und ich glaube,

Speaker1: was ich auch lernen musste in den letzten drei Jahren Podcasten ist,

Speaker1: die Zahlen, die man da sieht, Alex weiß es auch, auf die kann man sich auch

Speaker1: nicht wirklich immer verlassen und wenn irgendjemand online über seine Download-Zahlen

Speaker1: redet, dann lügt er im Normalfall, kann man sich relativ sicher sein.

Speaker1: Wenn da Leute von 100.000 Downloads pro Monat reden in so einem absoluten Nischenthema,

Speaker1: dann ist das in den allermeisten Fällen eher gelogen.

Speaker1: Wir sind nun mal in einer relativ kleinen Bubble und auch wenn ich auf unsere

Speaker1: Zahlen schaue, die auch so im vierstelligen Bereich sind, kann man ganz grob

Speaker1: sagen, dann muss man immer wieder sagen, das klingt super wenig,

Speaker1: weil man orientiert sich halt genau an so Leuten, wie du gerade schon sagst.

Speaker1: Und wenn man dann YouTube-Aufrufzahlen sieht von irgendwelchen großen Streamern,

Speaker1: dann denkt man sich, ach du Scheiße, wieso mache ich das eigentlich? Mir hört eh niemand zu.

Speaker1: Dann gehst du allerdings auf so eine Itza und ich war letztes Jahr irgendwie

Speaker1: zwei Stunden auf der Itza nur für einen Termin, weil man mich mit so Messen

Speaker1: immer jagen kann. und ich glaube, ich wurde sechs oder sieben Mal von fremden Leuten angesprochen.

Speaker1: Ich war neulich in Österreich auf einer Konferenz, wurde von Leuten angesprochen. Da merkt man erst mal,

Speaker1: Das wirkt in absoluten Zahlen total klein, aber wenn man sich dann auch mal

Speaker1: mit IT-Security-Herstellern unterhält und mal fragt, ey, was müssten ihr für

Speaker1: einen Aufwand betreiben, um mal 500 Leute in den Webcast zu bringen,

Speaker1: dann ist das ein massiver Aufwand.

Speaker1: Und man selbst erreicht doppelt, dreifach, vierfach oder mehrfach so viele Leute jede Woche.

Speaker1: Aber man muss es, glaube ich, halt immer in dieser Referenz sehen,

Speaker1: es ist am Ende eine relative kleine Masse an Menschen und das,

Speaker1: was natürlich immer schwierig ist, ich merke schon auch auf den Plattformen,

Speaker1: wird es immer schwieriger,

Speaker1: mit in Anführungsstrichen geringen Hörerzahlen sichtbar zu bleiben,

Speaker1: weil es einfach Podcasts gibt, die ein viel breiteres Themenspektrum haben,

Speaker1: was total in Ordnung ist, aber die machen halt AI, das spricht halt deutlich

Speaker1: mehr Leute nochmal an und dann sind die natürlich in irgendwelchen Rankings

Speaker1: deutlich höher und das zuhören, Je höher man im Ranking ist,

Speaker1: auch der Self-Fulfilling Prophecy,

Speaker1: desto mehr Hörer kriegt man am Ende vielleicht auch wieder organisch.

Speaker1: Es ist und bleibt schwierig, mit so einem Nischenthema wirklich viele Leute zu erreichen.

Speaker1: Aber das soll gar kein Rumheulen sein, sondern das soll eher so ein bisschen Realitätssinn sein.

Speaker0: Ja, man versucht auch natürlich vieles. Also was ich schon auf YouTube vor allem

Speaker0: alles für Sachen ausprobiert habe.

Speaker0: Ich habe letztes Jahr, glaube ich, habe ich einen Short bei unseren Mülltonnen

Speaker0: gemacht zum Thema Windows 10, Windows 11 Update.

Speaker0: So hier, schmeiß deinen Rechner nicht weg. Und dann so ganz dramatisch da in

Speaker0: so einen schwarzen Müllsack da rein, da hat es noch schön hochgestaubt.

Speaker0: Das war gar nicht geplant und es hat aber gut ausgeschaut.

Speaker0: Und dann kriegst du hier mal einen dummen Kommentar oder da mal.

Speaker0: Ich habe es auch schon mit Ragebait probiert, ehrlich gesagt.

Speaker0: Also es ist halt einfach super schwierig. und das YouTube-Publikum willst du

Speaker0: eigentlich auch nicht unbedingt.

Speaker0: Also diesen Allerwelts-YouTube-Konsumenten, der dann unter deinem Video irgendwas

Speaker0: kommentiert, das ist zu 99 Prozent Mumpitz oder Leute, die es halt besser wissen.

Speaker0: Und ich habe es aber tatsächlich geschafft, mal kurz viral zu werden mit dem

Speaker0: Thema Tschüss Fritzbox, Hallo OpenWare T1.

Speaker0: Hui, haben sich die Leute da aufgeregt. Das war spitze. Also das war im Zehn-

Speaker0: und Zwanzig- und Hunderttausende-Klickbereich und die Leute betteln sich heute

Speaker0: noch in der Kommentarspalte und ich denke mir immer, mach ruhig weiter.

Speaker0: Ich finde es super, aber es ist wirklich, also wenn man das wollen würde und

Speaker0: sein Geld damit verdienen würde, ich würde es nicht machen wollen.

Speaker0: Und mir tut es auch so ein bisschen leid für die Streamer, die halt teilweise

Speaker0: wirklich jetzt seit Jahren täglich streamen, von zwölf bis zwölf, jeden Tag.

Speaker0: Die arbeiten teilweise mehr als wir und am Ende kommt auch da das Finanzamt.

Speaker0: Darf man nicht vergessen. Also selbst mit den tollen Sponsorenverträgen,

Speaker0: ja, auch hier möchte das Finanzamt am Ende auch gerne mal Steuern sehen.

Speaker0: Deswegen gehen die jetzt alle gerade nach Malta und nach sonst wohin.

Speaker1: Ja, das ist das Gute. Bei uns kann man wirklich nichts einfordern,

Speaker1: auch wenn ich deutsche Finanzämter als so kreativ erlebt habe,

Speaker1: dass ich auch noch darauf warte, dass man selbst von nichts noch irgendwas einfordert.

Speaker1: Aber das schauen wir jetzt mal.

Speaker1: Ich muss auch immer wieder sagen, dass das Wohltuende an so einer kleinen Bubble

Speaker1: ist, wir bekommen ganz, ganz, ganz, ganz, ganz wenig Negatives ab.

Speaker1: Das muss man wirklich sagen.

Speaker1: Also, dass ich mal irgendwas Negatives abbekomme, das ist dann oft eher über

Speaker1: irgendwelche Boten, anstatt dass wirklich mal jemand was Negatives berichtet.

Speaker1: Also unsere Kommentarspalten, wie gesagt, bis auf, ich glaube,

Speaker1: ich habe vier Kommentare mal gelöscht und das war wirklich, weil es böswillige

Speaker1: Kommentare Gegengast waren, mit wie blöd konnten die sein, sich verschüsseln zu lassen.

Speaker1: So in der Art, wo ich gesagt habe, dem will ich einfach keine Plattform bieten,

Speaker1: sage ich auch ganz offen, kommt dann einfach weg.

Speaker1: Und es gibt immer mal wieder Leute, die versuchen, ihre blöden Services über

Speaker1: unseren Podcast zu promoten.

Speaker1: Man muss sagen, es war noch nie ein Hersteller, muss ich mal in Schutz nehmen,

Speaker1: sondern es waren immer irgendwelche Selbstständige oder sonst was.

Speaker1: Das sind auch Sachen, die ich lösche und das schreibe ich dann auch immer drunter,

Speaker1: dass ich da einen Kommentar gelöscht habe und ich habe auch schon mehrmals gesagt,

Speaker1: ich will nicht, dass unser Podcast ohne unsere Zustimmung als Werbefläche genutzt

Speaker1: wird. Habe ich einfach keine Lust drauf.

Speaker1: Wenn jemand die Folge teilt und dann seinen Senf dazu schreibt,

Speaker1: total okay, aber nicht unter meine Folge oder unter unsere Folge.

Speaker1: Aber dass wir wirklich mal negative Nachrichten bekommen oder so,

Speaker1: das kommt, ich weiß nicht, wie oft bei dir, Max, bei mir kommt das alle drei

Speaker1: Monate gefühlt mal und das ist dann meistens auch ohne Klarnamen und sonst irgendwas.

Speaker1: Die Leute wissen wahrscheinlich selbst schon, was es für ein Quatsch ist, was sie da schreiben.

Speaker2: Ja, ich habe, glaube ich, bei mir bisher noch keine negativen Mitteilungen dazu sogar gesehen.

Speaker2: Ich bin, also, compared to you, mit deinen drei Jahren bin ich ja noch relativ

Speaker2: jung und frisch erst mit dabei.

Speaker2: Aber, also, ich glaube, den Leuten gefällt halt wirklich,

Speaker2: dass wir vor allem einfach authentisch sind,

Speaker2: weil wir eben auch so manchmal ein bisschen Flachs reden und uns ja wirklich

Speaker2: auch so die Facepalms quasi während der Episode ins Gesicht hauen,

Speaker2: weil wir sagen, was ist da denn schon wieder passiert?

Speaker2: Aber bisher läuft es insofern eigentlich ganz gut, würde ich sagen.

Speaker2: Und klar, je größer du wirst, desto mehr Reichweite du hast,

Speaker2: kommen auch ganz andere Leute dann da auf den Trichter,

Speaker2: dir irgendwelche Kommentare hinzuzufügen, die eben so gar nicht in die Richtung

Speaker2: gehen, die du vielleicht sehen willst, nämlich dass man sich untereinander unterstützt

Speaker2: und halt auch gegenseitig vielleicht gerne mal kontrovers zu Themen unterhält,

Speaker2: aber dass man eben keinen Blame-Game macht.

Speaker0: Ja, und die Leute, die das als Hobby haben, da muss ich ehrlich sagen,

Speaker0: dann sucht euch doch lieber eine andere Beschäftigung.

Speaker0: Macht ein schönes Sudoku oder geht mal raus in die Natur.

Speaker0: Aber bitte nicht irgendwas kommentieren und vielleicht auch nicht irgendwelchen

Speaker0: Podcasts und YouTubes folgen, die täglich rauskommen.

Speaker0: Ihr habt ein Leben, nutzt das für andere Dinge vielleicht.

Speaker0: Gut, ich gucke mal kurz so auf die Uhr. Wir haben schon über eine Stunde 20,

Speaker0: das finde ich stark. Und eigentlich hatten wir ja, bevor ich auf Aufnahme gedrückt

Speaker0: habe, gesagt, ich kriege nämlich heute noch was geliefert.

Speaker0: Garantiert kommt es, wenn wir aufnehmen. Und bis jetzt her kam es nicht. Das heißt...

Speaker1: Dann kommt es auch nicht mehr, Alex.

Speaker0: Dann kommt es heute nicht mehr.

Speaker2: Oder du hast es nicht mitgekriegt.

Speaker1: Nur an komischen Momenten, genau.

Speaker2: Oder du hast es nicht mitgekriegt und das Paket ist schon wieder auf dem Rückweg, ja.

Speaker0: Genau, also eins von beiden. Aber scheinbar hat es nicht dazu beigetragen,

Speaker0: dass mein Paket schneller kommt. Das ist so wie die Zigarette anzünden und dann

Speaker0: wird das Essen hingestellt.

Speaker0: Das ist auch immer so eine Kombination, die irgendwie zusammengehört.

Speaker0: Habt ihr denn so zum Ende unserer Folge denn vielleicht noch was,

Speaker0: was ihr unseren Zuhörerinnen und Zuhörern gerne mit auf den Weg geben würdet?

Speaker1: Ich glaube, am ehesten nehmt das alles, was bei uns in der Branche passiert,

Speaker1: nicht persönlich auf ganz vielen Ebenen.

Speaker1: Wenn euch mein Budget nicht gegeben wird, nehmt es nicht persönlich.

Speaker1: Versucht auf zwei, drei anderen Wegen das zu bekommen.

Speaker1: Wenn irgendjemand versucht, euch anzugreifen, ja, ich habe es vorhin schon gesagt,

Speaker1: entschuldigt die Sprache, aber dann sind das Arschlöcher und das hat weniger

Speaker1: mit euch als mit ihnen zu tun. Und

Speaker1: Am Ende, ja, nehmt die Sache nicht ernster, als es ist, weil sonst nimmt einen das irgendwann ein.

Speaker1: Und da hatte ich auch schon Zeiten, das ist auch schon lange her,

Speaker1: aber da konnte ich irgendwann dann nichts mehr anderes denken und das ist auch nicht gesund.

Speaker1: Am Ende ist das, so blöd es auch nun mal ist, wenn man jetzt nicht gerade Geschäftsführer

Speaker1: in so einer Firma ist, ist es ein Job.

Speaker1: Und ja, ich glaube auch, wer viel fordert, sollte dann auch viel leisten und

Speaker1: viel Verantwortung übernehmen, aber es gibt auch ein Leben daneben.

Speaker1: Und man ist hier nicht da, um die Welt zu retten, sondern man ist da,

Speaker1: um einen Job mit einer bestimmten Jobbeschreibung zu machen, dafür Geld zu bekommen.

Speaker1: Das ist meine persönliche Sicht darauf, das kann jeder für sich selbst leben.

Speaker1: Ich habe nur die Erfahrung gemacht, es hat mir sehr geholfen,

Speaker1: eine gewisse Lockerheit in mein Berufsleben zu bringen.

Speaker2: Ja, unterschreibe ich 100%. Ich glaube, gerade in unserer Industrie hat ein

Speaker2: Großteil der Kollegen und Kolleginnen, die hier arbeiten,

Speaker2: dieses typische Weltenretter-Syndrom und auch zeitgleich noch so ein Imposter-Syndrom,

Speaker2: also quasi immer so dazustehen, bin ich denn überhaupt hier wirklich wert,

Speaker2: da zu sein, wo ich gerade bin und darüber zu sprechen und dass man mir diese Aufgaben gibt.

Speaker2: Ja, seid ihr alle, aber mit diesem Weltenretter-Syndrom, da machen wir uns echt

Speaker2: alle total kaputt und wie Robert es auch gerade gesagt hat, wir machen das hier

Speaker2: hauptsächlich als Job, um unser Geld zu verdienen,

Speaker2: damit wir damit unser Leben auch finanzieren können.

Speaker2: Auch das müssen wir einfach nochmal jedem klar machen da draußen, egal wo er arbeitet.

Speaker2: Er ist erstmal hauptsächlich dafür da, um sein Geld zu kriegen,

Speaker2: damit er leben kann, damit er seine Familie ernähren kann oder sich selbst.

Speaker2: Und von daher, lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir die Welt ein Stück

Speaker2: besser machen, das auf jeden Fall, aber zusammen und so, dass wir trotzdem noch

Speaker2: unser normales Leben leben können.

Speaker0: Vielen Dank dafür, das kann ich auf jeden Fall unterstützen und nehmt euch das

Speaker0: auf jeden Fall zu Herzen.

Speaker0: Ich danke euch auf jeden Fall, dass ihr heute beide da gewesen seid.

Speaker0: Wenn euch die beiden Herrschaften hier gefallen haben, der Robert und der Max,

Speaker0: dann guckt auch auf jeden Fall mal unten in die Shownotes, da werde ich BreachFM

Speaker0: auf jeden Fall verlinken.

Speaker0: Ihr könnt genauso wie Blue Screen diesen Podcast überall hören,

Speaker0: wo es Podcasts gibt und auf YouTube, wie ihr heute gelernt habt.

Speaker0: Und die freuen sich bestimmt genauso wie ich über eine gute Bewertung und einen

Speaker0: Kommentar und ansonsten natürlich auch über ein Abo.

Speaker0: Ansonsten alle weiteren Sachen, die wir heute besprochen haben,

Speaker0: sind auch nochmal in Kurzform in den Shownotes zusammengefasst.

Speaker0: Und dann würde ich mich sehr freuen, wenn ich Robert und Max hier irgendwann

Speaker0: mal wieder im Podcast begrüßen dürfte. und natürlich euch, liebe Zuhörerinnen

Speaker0: und Zuhörer, bei der nächsten Folge 107, wo wir dann wieder ein weiteres spannendes

Speaker0: Thema besprechen werden.

Speaker0: Macht's gut, ihr beiden. Vielen Dank, dass ihr heute da wart und bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.

Speaker2: Danke für die Einladung, Alex.

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