093: Vorstellung des Projektes "BYLES – Bayerisches Lesescreening" der Universität Regensburg

Shownotes

In dieser Episode von BlueScreen widmet sich unser Gespräch dem bayerischen Lesescreeningprojekt "BYLES", welches eine wichtige Rolle in der Schulbildung in Bayern spielen könnte. Wir sprechen mit Mario Frei und Stefan Böhringer von der Universität Regensburg, die gemeinsam an der Entwicklung und Implementierung dieses digitalen Werkzeugs arbeiten, das Lehrkräften helfen soll, die Lesefähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler besser zu analysieren und individuell zu fördern.

BYLES ist ein fortschrittliches digitales Instrument zur Erfassung und Bewertung der Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern. Im Gespräch erläutern Mario und Stefan, wie es zu der Idee für dieses Screening kam und welche Schritte unternommen wurden, um es zu realisieren. Sie betonen, dass Lesen eine Schlüsselkompetenz ist, die sowohl im Beruf als auch im Alltag unerlässlich ist, und dass eine evidenzbasierte, datengestützte Herangehensweise wichtig ist, um hochwertige Ergebnisse in der Leseförderung zu erzielen.

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Technologie hinter BYLES. Mario und Stefan erklären, wie die digitale Plattform entwickelt wurde, um eine adaptive Diagnostik zu ermöglichen, die sich an den individuellen Fähigkeiten der Kinder orientiert. Dazu gehört, dass bei den Tests nicht alle Schüler dieselben Fragen erhalten, sondern die Aufgaben je nach Niveau angepasst werden. Dies soll sicherstellen, dass die Schülerinnen und Schüler optimal gefordert und gefördert werden, was durch die Nutzung von Daten aus vorherigen Studien und Tests unterstützt wird.

Zusätzlich wird die Rolle der Pegasus und wie diese Firma in die Partnerschaft zur Umsetzung des Projekts involviert ist, detailliert behandelt. Es wird besprochen, wie wichtig es ist, dass die Softwareentwickler und die Bildungsexperten eng zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Technologie den Anforderungen der Lehrkräfte und der Schüler gerecht wird. Die Herausforderungen, die mit der technischen Umsetzung in Schulen verbunden sind, werden ebenfalls thematisiert, einschließlich der Tatsache, dass nicht jede Schule die gleiche technische Unterstützung hat und dass eine ganzheitliche Ausstattung notwendig ist, um das Projekt erfolgreich zu implementieren.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Perspektive der Bildungsforschung und wie wichtig empirische Studien sind, um Fortschritte im Bildungssystem zu messen und zu steuern. Mario und Stefan appelliere daran, dass es Zeit und Geduld braucht, um Veränderungen im Bildungssystem zu realisieren, weil dieses ein "Tanker" und kein "Schnellboot" ist. Sie schlagen vor, dass neben der technologischen und methodischen Entwicklung auch das Verständnis der Lehrkräfte und der Bildungsadministration eine entscheidende Rolle spielt.

Zum Schluss bringen sie wichtige Gedanken zu den Herausforderungen und Chancen, die KI in Zukunft für die Bildungslandschaft bieten könnte. Während KI sicherlich Vorteile bringen kann, betonen sie die Notwendigkeit, kompetent mit dieser Technologie umzugehen und sie nicht als Allheilmittel zu betrachten. Diese Perspektiven sind wertvoll für alle, die an der Weiterentwicklung der digitalen Bildung teilnehmen möchten.

Insgesamt gibt die Episode spannende Einblicke in die Entwicklung und die zukünftigen Perspektiven von BYLESund in die verschiedenen Faktoren, die das Bildungssystem in Bayern beeinflussen können.

Shownotes:

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Speaker1: Hi und willkommen zu einer weiteren Ausgabe von BlueScreen, eurem Lieblingstech-Podcast, der Pegasus.

Speaker1: Heute widmen wir uns einem Thema, das die Bildung in Bayern nachhaltig prägen könnte.

Speaker1: Beiles, das bayerische Lesescreening, ist das Projekt, über was wir uns heute unterhalten.

Speaker1: Ihr müsst euch das mal vorstellen, wenn Lehrkräfte die Fähigkeit hätten,

Speaker1: die Lesefähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler zu analysieren und individuell

Speaker1: zu fördern und das alles digital effizient und datengeschützt.

Speaker1: Und noch dazu aus Regensburg, was mich natürlich total freut.

Speaker1: Darüber spreche ich heute mit Mario Frey und Stefan Böhringer.

Speaker1: Viel Spaß in der neuesten Ausgabe von Blue Screen.

Speaker0: Blue Screen, der Tech-Podcast.

Speaker1: Ja, und ich habe euch ja beide gerade schon angekündigt. Ich würde auch mal

Speaker1: vorschlagen, sagt doch mal kurz ein paar Worte zu euch, wer ihr seid und was ihr so tut.

Speaker2: Ja, ich bin Mario Frey. Ich bin am Lehrstuhl Educational Data Science der Uni

Speaker2: Regensburg und in dem Projekt zuständig für alle koordinativen Aufgaben,

Speaker2: alle Absprachen mit Ministerium, mit den Entwicklern, mit Lehrkräften und alles,

Speaker2: was die ganze Organisation im Hintergrund betrifft.

Speaker0: Ja, und ich bin der Stefan Böhringer und ich bin auch am Lehrstuhl für Educational

Speaker0: Data Science und in diesem Projekt mache ich eigentlich so die ganze Software-Koordination,

Speaker0: das heißt so einerseits mit den Stakeholdern, was die da so brauchen,

Speaker0: wenn die Ideen haben, aber auch nach intern und zu den Firmen,

Speaker0: die uns unterstützen, wie eben auch die Pegasus.

Speaker0: Da schaue ich, wie ist der Technologie-Stack, was ist sinnvoll einzusetzen und

Speaker0: dann programmiere ich auch noch ganz handfest am Backend mit und an der Datenbank.

Speaker1: Okay, vielen Dank. Mach bei mir die erste Frage direkt auf.

Speaker1: Was macht man denn an diesem Lehrstuhl Educational Data Science in der Universität Regensburg?

Speaker1: Was tut ihr da genau oder womit beschäftigt ihr euch da hauptsächlich?

Speaker2: Der Lehrstuhl Educational Data Science ist an der Uni Regensburg 2023 eingerichtet worden.

Speaker2: Es ist der größte und war auch meines Wissens der erste in Deutschland und letztlich

Speaker2: geht es darum, das Thema Big Data in Bezug auf Bildungsforschung zu framen.

Speaker2: Letztlich, die Statistik spielt eine Rolle, statistische Auswertung,

Speaker2: Machine Learning spielt eine Rolle und die Fachdidaktik, also die Lehrkräftebildung

Speaker2: in Regensburg ist sehr stark.

Speaker2: Da gab es sehr viele Projekte und unser Lehrstuhl ist letztlich in viele dieser

Speaker2: Projekte involviert und macht eben die ganze statistische Auswertung.

Speaker2: Und jetzt gerade bei dem Thema Bayerisches Lese-Screening geht es eben noch

Speaker2: einen Schritt darüber hinaus und wir übernehmen auch das ganze Thema Softwareentwicklung.

Speaker1: Okay, vielen Dank. Bringt uns auch tatsächlich dann zum Thema Byless.

Speaker1: Ich habe mal versucht, es für mich so zu beschreiben anhand der Informationen,

Speaker1: die auch auf der Website von der Uni Regensburg so zur Verfügung stehen.

Speaker1: Und ich verstehe, dass Byless ein modernes digitales Instrument zur Erfassung

Speaker1: und Bewertung von Lesekompetenzen bei Schülerinnen und Schülern ist.

Speaker1: Wie funktioniert das? Und vor allem noch viel spannender die Frage,

Speaker1: wie kamt ihr dazu oder auf die Idee, dieses System ins Leben zu rufen?

Speaker2: Da muss man wahrscheinlich tatsächlich ein bisschen früher beginnen.

Speaker2: Wir alle erinnern uns vielleicht noch an den PISA-Schock kurz nach 2000,

Speaker2: der grundsätzlich mal gesagt hat, da liegt einiges im Argen.

Speaker2: Und ja, Lesen ist ja die Schlüsselkompetenz, auch mit mathematischen Kompetenzen.

Speaker2: Aber es ist die Schlüsselkompetenz im Beruf, im Alltag. Das braucht jeder.

Speaker2: Die Lehrstuhl für Deutschdidaktik an der Uni Regensburg mit Professorin Anita Schilcher.

Speaker2: Das Ganze empirisch anzugehen, datengestützt anzugehen, da ist sie,

Speaker2: glaube ich, in ihrem Bereich schon mit eine Vorreiterin.

Speaker2: Dann ist einfach der Kontakt zum Ministerium da schon immer hoch gewesen.

Speaker2: Das heißt, der erste Schritt war eigentlich, ein Lesetraining zu entwickeln.

Speaker2: Das Ganze wurde auch evaluiert an einer relativ großen Stichprobe so ab dem

Speaker2: Jahr 2019 und das war eigentlich so der erste Schritt, um zu sagen,

Speaker2: hey, da wird in Bayern großflächig das Thema Leseförderung angegangen und die Lesestudie,

Speaker2: die es da eigentlich gibt, ist die IGLU-Studie und bei der IGLU-Studie gab es

Speaker2: eben dann in den letzten Jahren auch konkrete Forderungen, die gesagt haben, was muss man tun?

Speaker2: Und das eine ist eben ein evidenzbasiertes, also datengestütztes Lesetraining

Speaker2: zu entwickeln und als zweites ein standardisiertes Screening zu haben,

Speaker2: basierend auf dem dann Entscheidungen getroffen werden können,

Speaker2: individuelle Rückmeldungen gegeben können, was braucht das einzelne Kind.

Speaker2: Nicht alle brauchen dasselbe fürs Lesen, das gilt für den gesamten Unterricht,

Speaker2: ja, differenzierter Unterricht spielt immer eine Rolle.

Speaker2: Aber eben dieses Tool zu machen und das heißt, es gab erstes Training und der

Speaker2: zweite Schritt war dann, dieses standardisierte Screening zu entwickeln und

Speaker2: das ganz digital zu tun, hatte eben den Vorteil, weil wir hier wirklich Vorteile

Speaker2: der Digitalität nutzen können.

Speaker2: Also es geht nicht nur darum, einen Paper-Pencil-Test, der vorher auf Papier

Speaker2: und Bleistift funktioniert hat, einfach jetzt in eine digitale Umgebung zu schmeißen,

Speaker2: sondern auf Basis der Daten, die wir schon haben, können wir manche Teile schon adaptiv gestalten.

Speaker2: Das heißt, nicht alle Kinder kriegen dieselben Aufgaben, sondern jedes Kind

Speaker2: entsprechend seiner Fähigkeiten.

Speaker2: Und da bietet die Digitalisierung im Bildungsbereich wirklich ganz entscheidende

Speaker2: Vorteile, die ein reiner Paper-Pencil-Test nie schaffen würde.

Speaker2: Und das können wir eben hier mit integrieren und mit umsetzen.

Speaker2: Und so ist unser Lehrstuhl zu dem Projekt gekommen, nicht nur die Datenauswertung

Speaker2: zu machen, sondern gleich dieses ganze adaptive Modell mit einzuspielen.

Speaker2: Das heißt, hier gibt es ganz viele Schnittflächen in alle Richtungen,

Speaker2: aber wir dürfen die Deutschdidaktik nicht vergessen, denn die liefern den fachlichen

Speaker2: Input. Die wissen, welche Texte müssen wie schwer sein für welche Kinder in welchem Alter.

Speaker2: Welche Aufgaben können gestellt werden? Was sind herausfordernde?

Speaker2: Was sind leichte Aufgaben?

Speaker2: Das könnten wir alleine gar nicht tun. Deswegen ist auch diese Zusammenarbeit

Speaker2: hier einfach ganz entscheidend für das Projekt.

Speaker1: Okay, und dann vielleicht auch tatsächlich direkt mal gefragt,

Speaker1: weil die Pegasus und ihr beide, wir arbeiten ja da gemeinsam an diesem Projekt.

Speaker1: Wie kam es denn dazu, dass die Pegasus euch dabei unterstützen durfte?

Speaker0: Da kann ich ein bisschen was dazu erzählen. Also man muss dazu sagen,

Speaker0: dass ich vorher auch noch in einem anderen Projekt tätig war am Lehrstuhl für

Speaker0: Educational Data Science.

Speaker0: Dieses Projekt hatte zwar überhaupt nichts mit Bildungsdaten zu tun,

Speaker0: sondern unser Chef, der Professor Sven Hilbert, der hat eben seine Hilfe noch

Speaker0: angeboten in einem ganz, ganz anderen Projekt.

Speaker0: Da hat es damit zu tun gehabt, dass Krankenkassendaten ausgewertet werden und

Speaker0: da gab es halt so eine Feldstühle und da war ich mit drin und ich habe da so

Speaker0: die Datenpipeline aufgebaut zwischen den Krankenkassen,

Speaker0: aber dann auch die Datenauswertung, das waren natürlich sehr schützenswerte

Speaker0: Daten und da haben wir uns gefragt,

Speaker0: wie können wir das machen, dass wir diese ganze Auswertung nicht auf jedem einzelnen

Speaker0: Laptop machen müssen und da dann eben in die Versuchung kommen,

Speaker0: dass die Daten wieder irgendwo landen.

Speaker0: Und da sind wir dann auf mehrere Hersteller im Raum Regensburg zugegangen und

Speaker0: die Pegasus hat da eben vorgeschlagen, das Ganze in einem Chasm zu machen.

Speaker0: Das heißt, die Daten landeten auf den Servern der Pegasus und von dort aus konnten

Speaker0: wir ein Betriebssystem starten.

Speaker0: Da haben wir unsere ganzen Auswertungstools, IDEs und so weiter gehabt,

Speaker0: auch mit LibreOffice und LaTeX-Umgebungen, sodass wir dann aber auch Reports generieren können.

Speaker0: Das heißt, wir konnten komplett auf einem abgeschotteten System arbeiten und

Speaker0: die Daten haben dieses System nie verlassen und wir haben außerdem noch eine

Speaker0: Schnittstelle zu den Krankenkassen und zu den Ärzten und so weiter geschafft,

Speaker0: dass die da Daten einspielen können.

Speaker0: Und daher kannte ich die Pegasus schon.

Speaker0: Und dann sind wir eben da ins Gespräch gekommen, was wir denn für so einen Rollout,

Speaker0: so einen digitalen Rollout brauchen würden.

Speaker0: Und ja, da hat sich halt die Pegasus dann auch mehr oder weniger durchgesetzt

Speaker0: mit dem Angebot, mit dem individuellen, also vor allem mit diesem individuellen

Speaker0: Zusammenschnitt des Ganzen.

Speaker0: Ja, und ja, so ist das quasi zustande gekommen.

Speaker1: Ja, spricht natürlich auch für die Kollegen aus unserem Data Center Team,

Speaker1: dass wir uns da sogar zweimal schon so durchsetzen konnten.

Speaker1: Das Lob gebe ich natürlich hiermit gerne auch weiter an den Stefan Nuber und sein Team.

Speaker1: Das ist natürlich immer schön zu hören, auch eben aus Kundensicht,

Speaker1: dass das, was wir so machen, auch funktioniert.

Speaker1: Wer jetzt beim Hören gerade sich denkt, was ist denn überhaupt Chasm?

Speaker1: Ihr könnt gerne mal unten in die Shownotes nachher reingucken.

Speaker1: Ich verlinke mal unseren Beitrag vom letzten Digital Summit 2024.

Speaker1: Da habe ich auch über das Thema Chasm unter anderem gesprochen.

Speaker1: Da könnt ihr nochmal reingucken, was das denn eigentlich alles so tut.

Speaker1: Ja, jetzt reden wir hier über Big Data. Frage, PISA-Studie ist ja jetzt doch

Speaker1: schon fast ein Vierteljahrhundert her, der erste große Schock.

Speaker1: Würdet ihr sagen, dass das, was ihr jetzt heute mit Beiles tut,

Speaker1: erst dadurch überhaupt möglich geworden ist, wie sich auch die Technologie in

Speaker1: den letzten zehn Jahren entwickelt hat?

Speaker1: Oder ist das ein Thema, wo man sagt, das hätte man vielleicht auch schon eher haben können?

Speaker1: Es gab aber halt vielleicht einfach auch nicht die Performance,

Speaker1: die Rechenleistung oder ähnliches, um solche Szenarien überhaupt abzubilden.

Speaker0: Also ich glaube, da sind zwei Dinge mit drin.

Speaker0: Das eine ist, also rein jetzt von der Technik, was wir als Applikation im Hintergrund

Speaker0: brauchen, also ich nenne jetzt da so Stichpunkte wie das Ganze muss skalieren,

Speaker0: wir suchen so viele Zugriffe gleichzeitig, der Schüler auf unser System,

Speaker0: da bauen wir auf dem Kubernetes-Cluster, also der Stefan Huber könnte da mehr

Speaker0: noch dazu sagen, den du gerade schon angesprochen hast, deinen Kollegen und so.

Speaker0: Aber grundsätzlich, ja, kann schon sein, dass es natürlich ein System braucht,

Speaker0: das, sage ich jetzt mal, so viele Zugriffe gleichzeitig abkann,

Speaker0: dass das Ganze skalieren kann und so weiter.

Speaker0: Wir haben eine richtig schöne Hardware im Einsatz, wo rein unsere Datenbank

Speaker0: draufläuft, unser Postgres-Cluster und so weiter. Das mag schon alles sein,

Speaker0: dass da was vorangegangen ist.

Speaker0: Das ist das eine. Trotzdem ist, würde ich mal sagen, unsere ganze Applikation,

Speaker0: unser Datenmodell und so weiter, was wir da im Hintergrund fahren, relativ langweilig.

Speaker0: Und das ist auch gut so, dass es so langweilig ist, weil dadurch ist es halt auch sehr verlässlich.

Speaker0: Aber andererseits, was musste überhaupt erst bei den Schulen passieren oder,

Speaker0: sage ich mal, jetzt in der Schullandschaft in Deutschland, in Bayern und so weiter,

Speaker0: es musste ja überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen werden,

Speaker0: dass ich meine ganze Klasse daran teilnehmen lassen kann. Und das möglichst einfach.

Speaker0: Das heißt, klar, es gab schon längere Zeit die Computerräume,

Speaker0: Aber erst die Ausstattung mit iPads oder zumindest mit iPad-Koffern in den Klassen

Speaker0: ermöglicht das ja überhaupt erst im Klassenverbund das Ganze auszuteilen,

Speaker0: dass die Kinder dann zum Beispiel, wir wollen einen sehr einfachen Zugang zu unserem System haben.

Speaker0: Wir können jetzt nicht anfangen, jedem Kind irgendwie komplexe Passwörter zu

Speaker0: geben, wo sie sich dann an unserem System einloggen können in der zweiten Klasse.

Speaker0: Das funktioniert einfach nicht. Es ist viel zu fehleranfällig.

Speaker0: Die Lehrkraft würde rotieren, hätte viel zu viel zu tun.

Speaker0: Wir haben es geschafft, jetzt zum Beispiel mit QR-Codes, dass wir das einfach

Speaker0: abscannen können und dann sind sie auf unserem System.

Speaker0: Und dass die Lehrkraft das vorne an ihrem Rechen oder in ihrem iPad auch das

Speaker0: Ganze schön steuern kann.

Speaker0: Und ich glaube, das musste so passieren. Also einerseits diese technische Ausstattung,

Speaker0: die bei weit noch nicht optimal ist, aber das ist ein anderer Punkt.

Speaker0: Ja, da haben wir natürlich auch damit zu kämpfen, aber da können wir auch nicht

Speaker0: immer ganz reinschauen. Und wir können nicht an jede Schule von diesen 2000

Speaker0: Schulen, die da teilnehmen, hinfahren und schauen, wie ist die technische Ausstattung.

Speaker0: Aber trotzdem ist da viel passiert in den letzten Jahren.

Speaker0: Und das ist ganz, ganz wichtig. Und es ist auch weiter wichtig, dass da mehr passiert.

Speaker0: Individuelle Ausstattung eines jeden Kindes, vielleicht mit dem digitalen Endgerät

Speaker0: und so weiter und so weiter.

Speaker0: Und das musste vor allem auch passieren. Und dann vielleicht auch,

Speaker0: und das ist noch die andere Art und Weise, warum gerade wir das auch übernommen

Speaker0: haben, dieses Softwareprojekt umzusetzen, wir hätten das ja auch vergeben können an irgendeine Firma,

Speaker0: also zu sagen, hey, entwickelt da mal was für uns.

Speaker0: Warum haben wir diese Entwicklung aber zu einem großen Teil selbst übernommen,

Speaker0: weil wir gesagt haben, es muss Menschen geben, die diese Domäne Unterricht verstehen.

Speaker0: Die müssen verstehen, was passiert da, wie ist es als Lehrkraft vor 25 Kindern

Speaker0: zu sitzen und zu versuchen jetzt, dass die alle gleichzeitig an den iPads arbeiten.

Speaker0: Wie muss ich das Ganze steuern?

Speaker0: Und das ist vielleicht auch abseits der reinen Technik wichtig,

Speaker0: dass man Entwickler hat, die das verstehen, diese Domäne mitverstehen.

Speaker2: Ja, ich hätte sogar noch einen vierten Punkt ergänzend zu den dreien,

Speaker2: die du gesagt hast, Stefan, weil das Ganze aus einer, wenn wir wieder auf diesen

Speaker2: PISA-Schock zurückkommen,

Speaker2: aus so einer bildungswissenschaftlichen Perspektive, muss man sich das auch so vorstellen,

Speaker2: im Medizinbereich kennt man das, ja, es gibt empirische Studien,

Speaker2: damit Medikamente zugelassen werden, das ist gang und gäbe.

Speaker2: Also niemand würde einfach sagen, irgendjemand hat ein Medikament probiert und

Speaker2: der sagt, das ist voll gut, nimm mal.

Speaker2: Aber die Bildungswissenschaft war ja bis 2000 in allen Fächern so,

Speaker2: dass ganz wenig empirische Forschung stattgefunden hat.

Speaker2: Ich will es nicht ausschließen, aber es fand ganz wenig statt.

Speaker2: Und der Matheunterricht ist auch deswegen der vermutlich am besterforschendsten,

Speaker2: weil die PISA-Ergebnisse damals über Mathe passiert sind. Man hat gemerkt,

Speaker2: okay, wir müssen irgendwas tun.

Speaker2: Dann wurden erst mal Projekte angestoßen. Und das, ich komme ursprünglich aus

Speaker2: der Musik, also ich habe eigentlich Musiklehramt studiert. Bis das Ganze dann

Speaker2: in so kleinere Fächer überhaupt mal geschwappt ist, auch dass empirische Forschung da was ist.

Speaker2: Das ist ein super langer Prozess gewesen und man muss sich das Bildungssystem

Speaker2: wie ein Tanker vorstellen.

Speaker2: Das ist kein Schnellboot. Ja, also man hat irgendwann eine Erkenntnis,

Speaker2: okay, wir brauchen mehr empirische Forschung, bis das sich ausrollt,

Speaker2: bis erste Projekte laufen.

Speaker2: Man hat erste Erkenntnisse, da sprechen wir von Jahren.

Speaker2: Dann fließt sowas langsam in die Lehrerbildung ein, dann haben wir wieder ein

Speaker2: paar Jahre. Dann kommt überhaupt erstmal...

Speaker2: Das Ganze in die Fläche, weil wir neu ausgebildete oder fortgebildete Lehrkräfte haben.

Speaker2: Das heißt, das dauert. Das ist nichts, was man in ein, zwei Jahren schnell umbauen kann.

Speaker2: Das heißt, diese 20 Jahre Vorlauf waren und man kann trefflich darüber streiten,

Speaker2: ob man die hätte verkürzen können, aber einen gewissen Vorlauf braucht es auch,

Speaker2: um überhaupt jetzt zu sagen, standardisierte Diagnostik ist ein weiterer Punkt,

Speaker2: der jetzt Einzug in die Schule hält.

Speaker2: Natürlich, wir testen die Kinder zwischen 30 und 45 Minuten.

Speaker2: Wir haben natürlich auch nicht

Speaker2: den Anspruch zu sagen, wir wissen es jetzt besser als jede Lehrkraft.

Speaker2: Die Lehrkraft weiß es natürlich besser, aber sie kriegt jetzt eine zusätzliche

Speaker2: Information, die sie sich selber sonst nie holen könnte.

Speaker2: Und auch diese Entwicklungen damit zu betrachten, das ist glaube ich,

Speaker2: dass wir jetzt im Jahr 2025 oder 2024, letztes Jahr, weil es losging,

Speaker2: das Bayerische Lese-Screening entwickeln konnten, muss man einfach auch verstehen,

Speaker2: wie dieses ganze System,

Speaker2: wo so viele tausend Menschen beteiligt sind,

Speaker2: in eine Richtung gelenkt werden muss, eben nicht als Schnellboot,

Speaker2: sondern als Tanker und das ist gar nicht despektierlich, sondern das System

Speaker2: ist so, wie es ist und deswegen war, glaube ich, das alles notwendig und auch

Speaker2: aus der Perspektive hätten wir technisch viel weiter sein können,

Speaker2: wenn der Unterbau dazu aus bildungspolitischer Sicht auch gar nicht gegeben

Speaker2: wäre oder auch die Idee zu sagen, auch als bayerisches Kultusministerium, wir machen das jetzt.

Speaker2: Und das, was wir hier tun, gibt es in keinem anderen Bundesland in der Größenordnung bislang.

Speaker2: Auch das sind Schritte, die einen wichtigen Moment sind, weil diesen Knopf,

Speaker2: den müssen andere drücken.

Speaker2: Da können wir sagen, wir haben hier den tollsten Technologie-Stack gebaut.

Speaker2: Wenn da das Verständnis dafür nicht da wäre auf der anderen Seite,

Speaker2: würde das auch ins Nichts laufen.

Speaker2: Also das sind tatsächlich so viele Faktoren, die eine Rolle spielen,

Speaker2: aber dieser sicherlich auch.

Speaker1: Ja, ich glaube, das unterschätzt man, wenn man auch nicht selber Teil einer Schule ist.

Speaker1: Ich habe den Beitrag vom Stefan vom letzten Jahr auf LinkedIn hier mal gescreenshottet.

Speaker1: Da schriebst du, wir haben innerhalb von zehn Tagen 38.700 Schüler an bayerischen

Speaker1: Grundschulen getestet und weitere 120.000 stehen noch in den Startlöchern.

Speaker1: Das war irgendwann letztes Jahr.

Speaker1: Das ist natürlich eine Hausnummer, wenn man sich mal überlegt.

Speaker1: Das sind 38.700 Schüler, die ein iPad brauchen, wo der Akku geladen ist,

Speaker1: wo das Internet funktioniert, wo die Lehrkraft weiß, was ich jetzt machen muss,

Speaker1: wenn der Schüler eine Frage hat und so weiter und so fort.

Speaker1: Und natürlich muss auch die Technologie dann auf eurer Seite beziehungsweise

Speaker1: in unserem Data Center auch mitspielen und halt skalieren.

Speaker1: Also das ist schon natürlich eine Nummer. Absolut, ja.

Speaker0: Ja, also mal um Zahlen so zu nennen. Also es waren jetzt ca.

Speaker0: 180.000 Kinder, die wir jetzt im ersten Testzeitraum bis kurz vor den Weihnachtsferien getestet haben.

Speaker0: Und jetzt nächste Woche, Montag, startet schon der zweite Testzeitraum.

Speaker0: Und das ist natürlich eine Nummer, weil, und das muss man auch sagen,

Speaker0: in der Bildungsforschung, in diesem Bereich, Grundschule, Deutschdidaktik, Lesen, gibt es A,

Speaker0: diese umfangreiche Datenbasis nicht und dann ist es ja auch eine Längsschnittstudie.

Speaker0: Das heißt, wir haben jetzt einen ersten Testzeitraum, jetzt kommt der zweite

Speaker0: Testzeitraum, dann gibt es noch einen dritten Testzeitraum.

Speaker0: Ich habe drei Messzeitpunkte innerhalb eines Jahres und am besten noch geht

Speaker0: es die nächsten Jahre auch weiter.

Speaker0: Das heißt, ich hätte sogar Jahrgangsstufenvergleiche. Das gab es einfach so noch nicht.

Speaker2: Ja, also das ist das eine. Zusätzlich zu den 180.000 Schülerinnen und Schülern

Speaker2: sind es fast 13.000 Lehrkräfte, die bei uns auf der Plattform sich mal registriert haben bei,

Speaker2: ich kenne die genaue Zahl nicht, aber

Speaker2: ein bisschen über 20.000 Grundschullehrkräften, die es in Bayern gibt.

Speaker2: Also wir sprechen über mehr als die Hälfte und es sind 1800 Grundschulen,

Speaker2: die zumindest bei uns auf der Plattform sich einmal registriert haben,

Speaker2: auch wenn in einem ersten Durchlauf, die Grundschulen haben ja nicht nur das

Speaker2: bayerische Lese-Screening als neue Initiative, da ist gerade viel passiert,

Speaker2: da ist viel los, die Schulen haben auch echt einiges zu tun.

Speaker2: Deswegen kann es auch durchaus sein, dass sich manche Schulen angemeldet haben

Speaker2: und aber gemerkt haben, es passt einfach nicht und wir steigen erst zum zweiten

Speaker2: Zeitpunkt ein, was völlig fein ist.

Speaker2: Und das Ganze ist ja auch freiwillig. Also es ist keine Verpflichtung.

Speaker2: Es gibt eine Empfehlung, aber es gibt keine Verpflichtung, das Ganze durchzuführen.

Speaker2: Und in der Größenordnung, das zu stemmen, ist schon was Außergewöhnliches gewesen.

Speaker2: Und das vielleicht noch als Punkt, der dann auch wieder die technische Seite in den Blick bringt.

Speaker2: Wir können das tollste Tool bauen, das beste Lesescreening, wenn aber die Applikation

Speaker2: abbraucht, während Schulen am selben Tag darauf zugreifen oder irgendwas kompliziert wird,

Speaker2: Dann wird das beste Tool nicht angewandt, einfach nur aus diesem Grund.

Speaker2: Oder wenn wir es nicht schaffen, Grundschulkinder einfach, aber trotzdem datensicher

Speaker2: auf diese Plattform zu bringen und die Lehrkraft damit mehr als drei Minuten

Speaker2: beschäftigt ist, wird sie es nicht tun.

Speaker2: Nur deswegen. Dann brauchen wir über ein Lese-Screening gar nicht sprechen.

Speaker2: Und diese ganzen Faktoren, das war eigentlich im Nachhinein unglaublich,

Speaker2: dass wir das alles hinbekommen haben.

Speaker2: Und das haben wir nicht wir alleine hinbekommen. Ich meine, wir sind ein super

Speaker2: mini kleines Team an der Uni und die Uni ist jetzt nicht in erster Linie der

Speaker2: Rahmen, wo man sagt, da entsteht so ein kleines Software-Team.

Speaker2: Aber wir hatten auch extrem Glück mit unseren beiden Partnern,

Speaker2: Pegasus und auch der X-DF GmbH, die uns im Backend unterstützt hat.

Speaker2: Das war einfach schon auch eine sehr gute Mischung, die das alles ermöglicht

Speaker2: hat und zwar ohne Zwischenfälle.

Speaker2: Es gab keine Zwischenfälle von Seiten der Anwendung natürlich haben wir Rückmeldung

Speaker2: bekommen dass das WLAN an der einen oder anderen Schule noch nicht wirklich

Speaker2: gut war da kann auch die Schule nichts dazu

Speaker2: das wäre in dem Fall Aufgabe der Kommune auch die Kommune kann vielleicht nichts

Speaker2: dazu das heißt diese Frustmomente hatte man an ein oder anderen Stelle natürlich

Speaker2: die gehören auch dazu aber insgesamt mit der Größenordnung und mit diesem reibungslosen

Speaker2: Durchlauf ist das wirklich aus unserer Sicht ein absoluter Erfolg ja

Speaker1: Das ist auf jeden Fall sehr schön zu hören

Speaker1: Ich kann aus meiner eigenen beruflichen Vergangenheit sagen,

Speaker1: wir haben ganz früher mal vor fast 30 Jahren das Thema Schulen ans Netz beim

Speaker1: alten Arbeitgeber ein bisschen mitbegleitet.

Speaker1: Und ich weiß noch, was das damals für ein Chaos gewesen ist,

Speaker1: dass du halt da einen passenden Lieferanten brauchst, dann funktionieren die PCs nicht.

Speaker1: Dann weiß die Person, die das Ganze einrichtet, vielleicht gerade noch,

Speaker1: wie alles funktioniert.

Speaker1: Dann hat die mal Urlaub oder ist krank und dann gibt es halt keinen Informatikunterricht.

Speaker1: Und das ist halt natürlich gerade in der heutigen Zeit schon essentielles Wissen.

Speaker1: Dass man halt auch versteht, wie man mit dieser Technologie umgeht.

Speaker1: Oder auch anderes Beispiel haben wir auch immer wieder, dass wir Leads bekommen

Speaker1: über Microsoft, wenn wieder irgendeine Schule sagt, hey, wir möchten gerne Microsoft

Speaker1: 365 als Educational-Lizenz bei uns einsetzen.

Speaker1: Es scheitert oft schon daran, den Antrag bei Microsoft überhaupt einzureichen,

Speaker1: weil eine Grundschule in Hintertupfing, die ist nun mal nicht auf dem großen

Speaker1: Raster von Microsoft. Also musst du beweisen, dass du eine Schule bist,

Speaker1: wenn du die Lizenzen für günstig oder für lau haben willst.

Speaker1: Und es scheitert oft schon beim Antrag. Dass man beweist, man ist eine Schule.

Speaker1: Und das ist halt traurig, weil halt, wie ihr gerade gesagt habt,

Speaker1: natürlich auch hier der Generationswechsel erst mal vollzogen werden muss.

Speaker1: Ganz häufig sind es pensionierte Ingenieure oder irgendjemand anderes,

Speaker1: der halt so ein bisschen mit Computern sich auskennt.

Speaker1: Aber wenn es dann halt ein bisschen in die Tiefe geht, dann wird es halt schon schwieriger.

Speaker1: Und Geld ist halt auch selten dafür zur Verfügung, dass man halt das ganze System

Speaker1: einmal so aufbauen könnte, dass es halt dann auch robust funktioniert,

Speaker1: so wie wir das ja tagtäglich für normale Unternehmen im Mittelstand auch tun.

Speaker0: Das ist genau die Herausforderung, vor der wir dann auch standen,

Speaker0: das Ganze so auszurollen, dass es ja wirklich am besten überall funktioniert

Speaker0: und dass es gleichzeitig aber sehr einfach zu bedienen ist, weil ja die Schere der Menschen,

Speaker0: ich will jetzt nicht sagen gerade in der Grundschule, das ist ein bisschen unfair,

Speaker0: aber trotzdem von der Altersstruktur, aber auch von der kulturellen Struktur her,

Speaker0: wie gerne setze ich Technik ein, eine extreme Schere da ist.

Speaker0: Und da alle irgendwie mitzunehmen, alle Lehrkräfte, das ist natürlich eine Riesenherausforderung,

Speaker0: die wir, glaube ich, schon relativ gut gemeistert haben, aber da auch noch auf

Speaker0: jeden Fall dazulernen können.

Speaker0: Und das ist auch wieder so eine Sache an der Uni. Wir haben ja auch,

Speaker0: also wir persönlich, der Mario hier und ich, die haben auch den Support übernommen.

Speaker0: Aber dadurch, dass wir den Support übernommen haben, konnten wir halt sofort

Speaker0: das Feedback einbauen und sogar noch Patches und Feature-Patches ausliefern,

Speaker0: während das Ganze lief, weil wir gemerkt haben, okay, in manche Situationen

Speaker0: konnten wir uns dann doch nicht eindenken.

Speaker0: Aber wir haben den direkten Kontakt gesucht, die direkte Rückmeldung gesucht

Speaker0: und konnten das dann gleich alles ändern. Das wäre, wenn wir das rein einer

Speaker0: anderen Firma überlassen hätten, das zu entwickeln. Es wäre nie gegangen.

Speaker2: Auch wenn wir den Support übergeben hätten, das wäre nie gegangen,

Speaker2: weil es ist nicht nur eine Anwendung, die man beschreiben muss,

Speaker2: sondern man muss einfach den Kontext im Auge behalten.

Speaker2: Man muss sich einfach vorstellen, wie es für eine Lehrkraft ist,

Speaker2: wenn aus irgendeinem Grund, egal ob eigenverschuldet oder aufgrund der Anwendung,

Speaker2: 25 Kinder, zweite Klasse, mit einem Tablet in der Hand vor mir sitzen und ich

Speaker2: einfach mir mehr als 30 Sekunden Leerlauf gönne, dann ist da die Party am Start.

Speaker2: Und auch diesen Blick zu haben, und das ist vielleicht auch bei uns ein bisschen

Speaker2: unik, dass das jetzt in dem Fall nicht nur ich habe,

Speaker2: Diese Schulperspektive, sondern dass die sogar auch Stefan mitbringt,

Speaker2: der einfach selber auch schon in der, zumindest fachdidaktische Projekte auch

Speaker2: begleitet hat, da auch mitgedacht hat und aber trotzdem auch diese Softwareentwicklungsseite hat.

Speaker2: Die anderen Backend-Entwickler, wo die Frauen Lehrkräfte sind,

Speaker2: die einfach auch aus der Perspektive wissen, ah, okay, so was habe ich schon mal gehört.

Speaker2: Das ist ganz, ganz, ganz entscheidend.

Speaker2: Und ich meine auch da, wir haben in den ganzen Entwicklungsprozess die Lehrkräfte

Speaker2: von vornherein einbezogen.

Speaker2: Wir hatten eine Gruppe, die auch relativ heterogen besetzt war,

Speaker2: die uns rückgemeldet haben, was sie nicht verstehen, was sie sich gerne wünschen.

Speaker2: Und das war, glaube ich, auch ein Teil dessen, dass es jetzt so funktioniert

Speaker2: hat, dass wir wirklich versucht haben, viele mitzunehmen.

Speaker2: Natürlich, wir haben gesagt, 13.000 Lehrkräfte, das ist eine Normalverteilung.

Speaker2: Da gibt es auch welche, die trotzdem sagen, das finde ich doof,

Speaker2: die haben wahrscheinlich auch gar nichts gegen Eddy Puls, sondern gegen irgendwas

Speaker2: anderes oder das Bayerische Lese-Screening in dem Fall.

Speaker2: Das kommt vor und das gehört auch dazu, das wäre komisch, wenn es nicht so wäre,

Speaker2: aber auch da insgesamt ging das wirklich relativ gut und jetzt sind wir gespannt

Speaker2: auf den zweiten Zeitraum.

Speaker0: Also das ist auch sowas, ich muss sagen, wir haben das Prinzip des Domain-Driven-Designs,

Speaker0: falls es jemand was sagt, sehr, sehr ernst genommen, vielleicht sogar zu ernst.

Speaker0: Also wir haben wirklich gesagt, wir wollen von der Domäne wirklich Ahnung haben,

Speaker0: wir wollen das so domänenspezifisch wie möglich machen und wer mal in unseren

Speaker0: Code reinschaut oder so reinschauen würde,

Speaker0: der merkt auch, dass wir also wirklich diesen Fachsprech da auch überall mit

Speaker0: drin haben und wirklich versuchen so zu denken.

Speaker0: Und ich glaube, nur so ist es irgendwie möglich, in so einem Umfeld da so eine Software auszurollen.

Speaker1: Ja, das macht natürlich auch die Zugänglichkeit dann am Ende des Tages wesentlich

Speaker1: einfacher, als wenn man so Microsoft-artig mit der Gießkanne halt einfach ein Produkt hinschmeißt.

Speaker1: Das ist jetzt dein Teams und viel Spaß damit.

Speaker1: Sehen wir auch immer wieder, wenn man den Usern das einfach nur hinwirft und

Speaker1: das halt auch nicht customized wird auf die Firma, dann ist die Akzeptanz für

Speaker1: die Lösung halt auch nicht ganz so gut, wie man sie vielleicht gerne hätte.

Speaker1: Und am Ende ist dann auch der Turn-on-Invest für das Unternehmen halt auch einfach

Speaker1: nicht gegeben, weil die Leute halt nur das Minimum tun, was sie müssen,

Speaker1: aber halt nicht über den Tellerrand versuchen, mal hinauszuschauen.

Speaker1: Das macht absolut Sinn an der Stelle. Was macht ihr denn mit Schulen,

Speaker1: die keine iPad-Klassen haben? Stellt ihr dann diesen Koffer zur Verfügung?

Speaker1: Kann man den ausleihen oder ist die Voraussetzung, dass die Schule schon iPads hat?

Speaker2: Das ist tatsächlich die Voraussetzung, zumindest, dass die Schule sich selber

Speaker2: zu helfen wüsste, wenn sie das nicht hat.

Speaker2: Also auch da kann man das tatsächlich nicht pauschal sagen, sondern die Schulen

Speaker2: sind ja unterteilt wieder in Schulamtsbezirke.

Speaker2: Manchmal stellt ein Schulamtsbezirk auch sowas zur Verfügung,

Speaker2: auch das ist natürlich dann wieder ein Aufwand. Dann haben wir ja auch nur einen begrenzten Zeitraum.

Speaker2: Da müsste man dann auch gucken, ist es nur eine Schule in diesem Schulamtsbezirk

Speaker2: oder sind es mehrere, können die sich absprechen.

Speaker2: Also ich würde schon sagen, dass der Großteil der Schulen ausgestattet ist,

Speaker2: zumindest mit einem Computerraum, gerade wenn es eine Grund- und Mittelschule ist.

Speaker2: Aber es gab tatsächlich auch, also von einer Schule weiß ich sicher,

Speaker2: weil der Fall, der wurde mir weitergegeben, die einfach gesagt haben,

Speaker2: sie haben keinen einzigen PC, keinen einzigen Laptop, kein einziges Tablet.

Speaker2: Was können sie tun? Sie würden gerne mitmachen. Das ist aber zum Glück wirklich

Speaker2: so die Ausnahme von der Ausnahme, dass man da auch einfach eine Ausnahmeregelung hinbekommt.

Speaker2: Oder vielleicht auch sagt, hey, kontaktiert eure Nachbarschule,

Speaker2: fragt die, ob ihr euch den iPad-Koffer mal ausleihen könnt.

Speaker2: Ich meine, auch das ist nicht so einfach mit einem Schulnetz,

Speaker2: Administrator, wer hat welche Rechte und so weiter.

Speaker2: Aber ich glaube, dass es wirklich ein verschwindend kleiner Teil ist,

Speaker2: bei dem gar nichts funktioniert hat.

Speaker2: Wir haben ja auch die Plattform oder das Screening so gebaut,

Speaker2: dass wenn man jetzt zumindest fünf Tablets hätte, dann müsste man halt in fünfer

Speaker2: Schritten die Klasse screenen.

Speaker2: Das hängt dann wieder davon ab, wie sehr das in den Unterricht zu integrieren ist,

Speaker2: aber dass es aus technischen oder aus Hardware, aus Mangel an Hardware komplett

Speaker2: gescheitert wird, ist mir jetzt kein Fall bekannt, wo ich es definitiv sagen

Speaker2: kann, ja und die haben deswegen einfach nicht mitmachen können,

Speaker2: sondern da wurde eine Lösung geschaffen.

Speaker1: Ja, ich habe da auch schon alles Mögliche gesehen. Mit Intune wird da wirklich

Speaker1: MDM auf den Geräten ausgespielt. Die Schüler können auch nichts installieren.

Speaker1: Habe ich aber auch an anderen Schulen anders gesehen.

Speaker1: Also das ist halt natürlich auch da wieder die Schere, die der Stefan vorhin

Speaker1: rhetorisch bedient hat.

Speaker1: Die ist da halt auch ganz groß, weil je nachdem, wer es halt ist.

Speaker1: Aber ich denke, das ist halt einfach auch ein Thema.

Speaker1: Da menschelt es halt auch ein wenig. Das kommt ja immer darauf an, wer es betreut.

Speaker2: Da ich...

Speaker2: Da würde ich tatsächlich gerne auch noch ein bisschen die Lanze brechen für

Speaker2: die Schule, weil natürlich oftmals schnell gesagt ist, ja, also alle Kinder

Speaker2: müssen wissen, wie sie mit dem Tablet umgehen.

Speaker2: Aber was bedeutet so ein Tablet-Koffer an der Schule?

Speaker2: Gibt es dafür Anrechnungsstunden? Also man muss sich das so ein bisschen übersetzen.

Speaker2: Jemand ist an einem Unternehmen tätig, ist beispielsweise in der Marketingabteilung

Speaker2: tätig und dann heißt noch, und übrigens, hier wäre noch ein Tablet-Koffer,

Speaker2: da müsstest du bitte gucken, dass immer alle Updates draufgespielt werden.

Speaker2: Du müsstest auch gucken, wenn irgendjemand da irgendwas nicht versteht,

Speaker2: dann bist du Ansprechperson.

Speaker2: Natürlich gehört es zu der Aufgabe mit dazu, aber diese Aufgabe ist halt nicht

Speaker2: abgebildet in der Größenordnung, die es braucht.

Speaker2: Und ich glaube eher, das ist wahrscheinlich an denen, das positive Beispiel,

Speaker2: was du jetzt erwähnt hast, Das sind halt dann Überzeugungstäter,

Speaker2: die halt da Bock drauf haben und halt sagen, okay,

Speaker2: ich verwende da halt nicht nur die eine Anrechnungsstunde, die ich bekomme,

Speaker2: sondern ich verwende halt fünf Stunden drauf.

Speaker2: Das ist über Gebühr. Und auch hier, es ist wie in der Wirtschaft,

Speaker2: du hast solche Leute und du hast auch da Leute, die das nicht tun würden.

Speaker2: Und es ist einfach, die Infrastruktur da ist an der Schule noch nicht vorhanden.

Speaker2: Deswegen bin ich auch kein Befürworter zu sagen, wir müssen die komplette Schule

Speaker2: digitalisieren. Das ist nicht so einfach.

Speaker2: Aber an der Stelle auch hier immer wieder auch den Blick zu schärfen und zu

Speaker2: sagen, hey, da gehört einfach mehr dazu, als einfach nur zu sagen,

Speaker2: hier ist ein Tablet-Koffer und es findet sich bestimmt schon jemand,

Speaker2: der sich hier drum kümmert.

Speaker2: Es gehört mehr dazu und auch das kostet wieder Geld und das Geld ist rar und so weiter und so fort.

Speaker0: Also ein so ein Beaumont, ein so eine Erkenntnis, die ich hatte,

Speaker0: als wir, wir haben dann ja an Schulen die Apps getestet, wir haben quasi Lehrkräfte

Speaker0: das ihrer Klasse durchführen lassen, wir waren dann einfach im Hintergrund,

Speaker0: haben wirklich zugesehen,

Speaker0: wie die Lehrkräfte und wie die Kinder das Ganze bedient haben.

Speaker0: Und man denkt so, naja, der einfachste Zugang, du hast ja den QR-Code und dann

Speaker0: scannst du den und dann bist du eingeloggt und alles passt.

Speaker0: Und das denkt man so und dann sieht man aber wirklich jetzt Kinder in der zweiten

Speaker0: Klasse, sieben, acht Jahre alte Kinder und man denkt, naja, die werden es doch

Speaker0: schaffen, so einen Aircode zu scannen.

Speaker0: Aber dann haben diese iPads ja solche Hüllen und dann dongelt die Hülle da so

Speaker0: unten rum und dann, ja, wie soll ich das jetzt platzieren oder überhaupt die

Speaker0: Kamera-App, wo ist denn die Kamera-App, manchmal ist die versteckt,

Speaker0: ja, weil die Administratoren, die irgendwo ausgeblendet haben,

Speaker0: dann das da zu fokussieren und alles und dann hat teilweise,

Speaker0: wir haben edipuls.de, ja, also der Link zur Plattform, der stand halt auf dem QR-Code noch unten.

Speaker0: Und dann hat sich die iPad-App gedacht, oh, Eddie postet eh das hier ein Link,

Speaker0: ich will gar nicht den QR-Code scannen, sondern ich gehe einfach auf diese.

Speaker0: So, das ist so witzig, finde ich, weil, wie du sagst, Mario,

Speaker0: okay, einfach nur so einen iPad-Koffer hinzustellen und das soll dann Digitalisierung

Speaker0: sein, das ist es eben nicht.

Speaker0: Sondern wir haben es dann auch an Schulen gesehen, da kamen dann die Lehrkräfte

Speaker0: und haben gesagt, so, du machst jetzt dein iPad auf, du weißt ja,

Speaker0: wo die Kamera zu finden ist, wir haben das ja geübt, wie du einen QR-Code scannst und so weiter.

Speaker0: Und da dachte ich mir, wow, die haben sich vorher damit beschäftigt,

Speaker0: die haben den Kindern das auch gezeigt.

Speaker0: Wir können nicht davon ausgehen, dass die einfach so mit allem umgehen können.

Speaker0: Also obwohl sie zwar die Digital Natives sind, sind sie nicht diejenigen,

Speaker0: die einfach alles wissen, was sie tun müssen und wie sie es tun müssen.

Speaker0: Und da hat sich dann eine Schule halt hingestellt und hat halt einfach Zeit

Speaker0: aufgewendet, diese digitalen Geräte zu integrieren und mit den Kindern auch

Speaker0: den Umgang zu lernen und so weiter. Und das ist schon ein Riesenunterschied.

Speaker0: Das heißt, Digitalisierung heißt nicht, ich habe einfach die Geräte,

Speaker0: sondern ich weiß, wie ich mit den Geräten umgehe.

Speaker0: Und das ist, glaube ich, ein ganz entscheidender Punkt, wenn wir darüber reden, auch an den Schulen.

Speaker1: Ja, umso bewundernswerter, dass das so funktioniert dann an einigen Schulen.

Speaker1: Das finde ich schon spannend und das ist auch, ich habe es mir jetzt gerade

Speaker1: gedacht, das ist jetzt eigentlich gerade wunderbares Storytelling gewesen, was ihr da gemacht habt,

Speaker1: weil das ist halt dann so, wie es halt in der Praxis wirklich läuft und auch

Speaker1: das erleben wir in unseren Projekten auch immer wieder, dass da halt irgendjemand

Speaker1: dann dabei ist, der halt noch nie was von dieser Technologie gehört hat.

Speaker1: So wie halt in der deutschen Wirtschaft auch oft immer gedacht wird,

Speaker1: ich scanne Papierrechnungen ein und lege sie in einem Ordner auf meinem File-Server

Speaker1: ab. Ist Digitalisierung? Nee, das ist es nicht.

Speaker1: Oder jetzt auch mit der E-Rechnung. Wie viele Leute uns jetzt schon geklagt

Speaker1: haben, wieder irgendein neuer Quatsch, den wir machen müssen.

Speaker1: Ja, es hat ja seinen Grund.

Speaker1: Aber schön zu sehen, dass es, schade eigentlich, aber auch schön zu sehen,

Speaker1: dass es überall die gleichen Probleme gibt.

Speaker1: Das Ganze ist ja jetzt momentan nur für Bayern, also nur in Anführungszeichen.

Speaker1: Das ist ja doch eine gewisse Menge.

Speaker1: Könnt ihr euch denn vorstellen oder ist es denn bei euch auf der Timeline,

Speaker1: dass ihr irgendwann mal das Ganze bundesweit oder deutschlandweit viel mehr macht?

Speaker2: Also dadurch, dass aktuell die Finanzierung quasi vom Freistaat Bayern kommt,

Speaker2: also aus dem Kultusministerium, ist es aktuell nur ein Angebot,

Speaker2: was in Bayern zur Verfügung steht.

Speaker2: Wir sind quasi jetzt aktuell dabei zu überlegen, wie wird es in Bayern weitergehen.

Speaker2: Ich glaube, dass auch diese einfache Übertragung, wenn das jetzt grundsätzlich

Speaker2: möglich wäre, gar nicht so einfach durchzuführen ist, denn auch hier,

Speaker2: Bildung ist Ländersache,

Speaker2: ist das, was in Bayern quasi auch vom Lehrplan her, das wird sich jetzt nicht großartig ändern.

Speaker2: Aber man kann jetzt auch nicht einfach sagen, ja, hier gibt es ein Lesescreening

Speaker2: und das nimmt jetzt einfach jemand anders und die kopieren das jetzt einfach.

Speaker2: Da ist das Konstrukt aktuell noch zu wenig verstetigt, sodass wir jetzt auch

Speaker2: wüssten, dass es weiter aktuell ist.

Speaker2: Das ist eine Projektphase, also die läuft jetzt noch bis Ende diesen Jahres.

Speaker2: Und da wird man in diesem Jahr auch noch gucken, wie es überhaupt generell weitergeht.

Speaker2: Wir für uns überlegen natürlich schon oder denken, haben natürlich schon im

Speaker2: Kopf so, das, was wir jetzt hier auf die Beine gestellt haben,

Speaker2: das wäre zu gut, um es jetzt einfach nur nach so einer Projektlaufzeit

Speaker2: einfach dann zu sagen, ja, okay, jetzt kriegen wir da kein Geld mehr,

Speaker2: ja gut, dann lassen wir es halt.

Speaker2: Das ist vielleicht, muss ich jetzt auch nochmal dazu sagen, das ist jetzt für

Speaker2: mich so das dritte große Projekt an der Uni und das...

Speaker2: Nachhaltigste von allen, weil ich zum ersten Mal wirklich das Gefühl habe,

Speaker2: okay, das hat nicht nur Impact, sondern das ist was, da kann man wirklich was

Speaker2: Großes aufbauen und die ganzen Ressourcen und die Zeit und das Engagement,

Speaker2: was da reingeflossen ist,

Speaker2: das wäre mir ganz egoistisch gesprochen, wäre mir auch viel zu schade,

Speaker2: um jetzt einfach zu sagen, okay, das lassen wir gehen.

Speaker2: Es ist vom Bayerischen Kultusministerium angestoßen, deswegen ist das Bayerische

Speaker2: Kultusministerium auch da definitiv der erste Ansprechpartner und auch dort

Speaker2: gibt es ja Überlegungen, die wollen das ja natürlich auch weiterführen.

Speaker2: Man muss einfach jetzt gucken, Wege finden und erst danach wäre die andere Frage

Speaker2: wirklich zu beantworten.

Speaker2: Aber ich glaube, was wir ausschließen können, ist, dass wir einfach sagen,

Speaker2: okay, wenn andere Leute aus welchen Gründen auch immer sagen,

Speaker2: es kann nicht weiter finanziert werden oder es geht nicht weiter,

Speaker2: dann zu sagen, wir brechen ab.

Speaker2: Das glaube ich ist nicht, weil dafür ist auch das Tool an sich viel zu gut,

Speaker2: um es einfach in die Schublade zu stecken.

Speaker2: Also deswegen, es wäre denkbar, aber es ist nicht so, dass wir jetzt sagen können,

Speaker2: hey, das ist unser eigenes Ding und wir gehen da jetzt mal in die große weite

Speaker2: Welt hinaus, weil zumindest der Anschub auch oder die Finanzierung dessen in Bayern passiert ist.

Speaker2: Deswegen ist es aktuell ein wirklich bayerisches Produkt von glücklicherweise

Speaker2: bayerischen Firmen, sogar Oberpfälzer Firmen oder einer Oberpfälzer Uni.

Speaker2: Das ist ja auch vielleicht eine ganz schöne Geschichte so, dass es wirklich

Speaker2: aus Bayern für Bayern ist quasi.

Speaker2: Und alles andere wird man dann in den nächsten Monaten tatsächlich noch sehen.

Speaker2: Aber ausgeschlossen ist es nicht.

Speaker2: Aber der erste Schritt ist jetzt wirklich zu gucken, das sauber zu verstetigen.

Speaker1: Ja, endlich mal Software, die nicht immer aus München kommt.

Speaker1: Also Oberpfalz muss man da natürlich schon nochmal hervorheben.

Speaker1: Also wir sind ja jetzt nicht unbedingt für Softwareentwicklung bekannt hier.

Speaker2: Das stimmt. Auch die Uni Regensburg ist nicht die Uni, an die man als erstes

Speaker2: denkt, wenn man auf Bayern schaut.

Speaker2: Also auch da merkt man ja, dass viel nach München geht, LMU, TU.

Speaker2: Deswegen ist das durchaus, glaube ich, auch eine Sache, auf die wir alle stolz sein können.

Speaker1: Ja, neben guten Bier und sehr guten Bratwürsten gibt es jetzt auch Software

Speaker1: aus Regensburg. Das finde ich fantastisch.

Speaker1: Ja, klasse. Ja, prinzipiell. Ich meine, das Ganze ist halt sehr wahrscheinlich closed source.

Speaker1: Das heißt, es habt auch nur ihr im Zugriff, aber theoretisch hat es natürlich

Speaker1: schon eine Menge Potenzial,

Speaker1: die Methodik, die ihr dort eingebaut habt, halt auch für alle anderen Dinge

Speaker1: zu nutzen und zu kommerzialisieren, weil, sag mal, wenn es mit einem 0815 LMS-System

Speaker1: getan gewesen wäre, dann hättet ihr das ja wahrscheinlich damit gemacht.

Speaker0: Also ja, genau, also zu dem Closed-Sourced-Open-Source, klar,

Speaker0: jetzt so ist natürlich der Code nicht Open-Source, weil die Finanzierung halt

Speaker0: von einer gewissen Richtung kommt und so weiter.

Speaker0: Ich muss aber trotzdem gleich die Lanze für Open-Source brechen,

Speaker0: weil wir benutzen nun mal Open-Source-Software und zwar durch die Bank weg benutzen

Speaker0: wir Open-Source-Software in unserem Technologie-Stack und das möchte man auch

Speaker0: immer irgendwie zurückgeben.

Speaker0: Also man muss sich das ja so vorstellen, es ist ja wirklich Bildung ist Ländersache

Speaker0: und es geht schon los bei dem Identity-Management-System für das Land Bayern.

Speaker0: Das heißt, unsere ganze Software, das ganze User-Management,

Speaker0: das machen wir gar nicht. Das wollen wir auch gar nicht machen.

Speaker0: Auch die ganzen Zugriffe der Lehrkräfte auf unsere Software läuft nicht über

Speaker0: uns, sondern es läuft über das bayernweite Identity-Management.

Speaker0: Das ist die sogenannte Bayern-Cloud-Schule, nennt sich das Ganze.

Speaker0: Da laufen auch mehrere Anwendungen drauf.

Speaker0: Das ist quasi über einen Keycloak ist das Ganze gesteuert. Und allein da schon,

Speaker0: dass wir uns an deren Struktur auch anpassen mussten,

Speaker0: so ein Downstream, was kommt da eigentlich an Datenstrukturen auf uns zu,

Speaker0: ist es natürlich auch darauf so ein bisschen maßgeschneidert,

Speaker0: auch in Anbetracht der Zeit, die wir haben.

Speaker0: Und auch da, wenn man das jetzt für andere Länder machen möchte und man müsste

Speaker0: dann deren Identity Management System irgendwie anbinden, würde das natürlich

Speaker0: wieder einen Entwicklungsschritt kosten.

Speaker0: Aber ich sage mal so, der reine Test, diese Applikation, wie sie ist für die

Speaker0: Schülerinnen, wie sie ist für die Lehrkräfte, auch die Inhalte,

Speaker0: die sind ja nicht Bayern-spezifisch.

Speaker0: Die kann ich natürlich überall theoretisch einsetzen.

Speaker1: Ja, es ist aus meiner Perspektive immer ein bisschen schade,

Speaker1: dass es halt wirklich Ländersache ist, weil es könnte halt so einfach sein.

Speaker1: Aber man sieht es auch mit anderen Sachen wie die E-Mail und anderen versuchen

Speaker1: irgendwo mal zentralisiert was zu tun. Ja, mein Personalausweis ist auch in

Speaker1: der Lage, als digitaler Zertifikatsträger zu fungieren. Ja, wo kann ich den denn einsetzen?

Speaker1: Faktisch eigentlich in der Praxis nirgendwo.

Speaker1: Ja, also wir, glaube ich, verschenken da schon als Land eine Menge Chancen, wenn man halt…

Speaker1: nicht das Ganze auf zentraler Ebene macht. Und man sieht es ja auch bei den

Speaker1: ganzen Cyber-Vorfällen der letzten Jahre an halt Bitterfeld oder auch Südwestfalen-IT,

Speaker1: weil es halt Ländersache ist.

Speaker1: Es bräuchte halt einfach eine Instanz obendrüber, die halt sagt,

Speaker1: hey, wir machen das jetzt so.

Speaker1: Nicht, wir schlagen was vor, weil das BSI schlägt in erster Linie Dinge vor,

Speaker1: aber es fehlt halt einfach an einem, wir tun es jetzt so.

Speaker1: Wir haben das damals auch gesehen, als diese ganzen Flüchtlinge aus der Ukraine

Speaker1: gekommen sind, die haben halt da eine App in ihrem Land, da sind alle Dokumente

Speaker1: drin. von den Kindern, Geburtsurkunden und Ausweise und was weiß ich was.

Speaker1: Und dann hat mir einer erzählt, der ging dann hier aufs Amt,

Speaker1: weil er irgendwie Unterstützung wollte und musste halt gefühlt erst mal ein

Speaker1: ganzes Buch ausfüllen an Informationen.

Speaker1: Also in anderen Ländern geht es ja auch. Also wäre vielleicht dann auch im Hinblick

Speaker1: darauf natürlich eine Chance,

Speaker1: dass du halt jetzt nicht euer bayerisches System dann an das von Niedersachsen

Speaker1: oder von Nordrhein-Westfalen andocken musst, weil die wieder ein eigenes Identity-Management

Speaker1: haben, sondern dass man halt eine Art Bundes-ID hätte.

Speaker0: Ja, oder auch das Thema jetzt Kind und Gerät.

Speaker0: Das heißt, wenn ich es schaffen würde, als Bund oder als Land wirklich jedem Kind ein Gerät zu geben,

Speaker0: dann hätte ich auch das ganze Identity Management vereinfacht,

Speaker0: weil dann habe ich eben biometrische Merkmale wie jetzt Face ID oder von mir

Speaker0: aus auch der Daumenabdruck oder sowas.

Speaker0: Und bräuchte es eben nicht, dass sich die Kinder irgendwelche krassen Passwörter

Speaker0: merken müssten, sondern ich habe das eben gesteuert.

Speaker0: Klar muss das alles gut umgesetzt sein und, sagen wir mal, kryptografisch dem

Speaker0: Stand der Technik entsprechen.

Speaker0: Aber die Chance, wenn ich das Kind wirklich ans Gerät koppeln könnte, sind natürlich enorm.

Speaker1: Ja, das habe ich mir schon oft gedacht. Eigentlich müsste das möglich sein mit

Speaker1: ein paar bisschen Fördermitteln, dass man sagt, dann geht man halt zu einem

Speaker1: großen Hersteller für die Hardware, Sei es jetzt im Tablet-Bereich Apple sehr

Speaker1: wahrscheinlich oder halt, wenn es um den Computer geht, halt irgendwie, keine Ahnung,

Speaker1: zu Dell oder Lenovo oder so und sagt, pass mal auf, ich bräuchte jetzt hier

Speaker1: mal für so und so viele Millionen Menschen halt ein einheitliches Laptop.

Speaker1: Dann brauchen wir noch Lizenzen, da könnte halt eine Microsoft oder wer auch

Speaker1: immer mit Sicherheit unterstützen, aber irgendwer müsste es halt mal tun.

Speaker1: Und hätte halt auch den Vorteil, dass es halt nicht den einen Schüler gibt mit

Speaker1: einem iPad Pro und der nächste Schüler hat privat dann irgendwie nur das uralte

Speaker1: Tablet von der Mama, weil da geht es ja dann schon wieder los.

Speaker1: Dann wird dann verglichen, ich habe aber das coolste Gerät und so,

Speaker1: also ähnlich wie mit Schuluniformen in England.

Speaker1: Darf es einfach keine Markennamen geben, sondern wir sind alle gleich und das

Speaker1: wäre prinzipiell natürlich möglich, aber wie gesagt, irgendwer müsste es halt mal machen.

Speaker2: Ich glaube, dass wahrscheinlich da die, ich will jetzt gar nicht sagen,

Speaker2: die Angst zu groß ist, aber in dem Projekt habe ich mir auch oft gedacht bei

Speaker2: dem, was wir alles gemacht haben mit dem Datenschutz und so weiter.

Speaker2: Das wirkt als allererstes mal so wie, okay, das ist typisch Deutschland und

Speaker2: jetzt, dass wir uns so viel Gedanken machen müssen und die Perspektive stimmt

Speaker2: natürlich. Auf der anderen Seite finde ich schon, stimmt auch die andere Perspektive.

Speaker2: Wenn man dann irgendwo mitbekommt, dass irgendein Politiker,

Speaker2: irgendeine Politikerin einer Firma in ihrem Kreis einfach irgendwas gegeben

Speaker2: hat, wo man jetzt auch nicht weiß, hat die sich durchgesetzt,

Speaker2: weil sie die Besten sind, weil sie die Günstigsten sind oder weil die sich kennen.

Speaker2: Und ich will eigentlich nicht, dass meine Steuergelder so verwaltet werden.

Speaker2: Dann versteht man auch wieder oder dann ist es für mich ein auch genauso valider

Speaker2: Grund zu sagen, okay, wie regeln wir das?

Speaker2: An welche Firma wir das vergeben? Diese Ausschreibungsverfahren,

Speaker2: Datenschutz, natürlich.

Speaker2: 95 Prozent interessiert es wahrscheinlich nicht. 95 Prozent lesen sich wahrscheinlich

Speaker2: auch diese Erklärung gar nicht durch und wissen, was mit ihren Daten passiert.

Speaker2: Jeder klickt alles Cookies zustimmen wahrscheinlich ganz häufig an.

Speaker2: Wir haben auch ein achtzeitiges Schreiben verfasst, wo wir wirklich jeden genau

Speaker2: aufklären, was passiert.

Speaker2: Wofür stimmen die Eltern ein bei ihren Kindern? Wofür willigen sie ein?

Speaker2: Da schreiben auch manche, ja, das ist wieder typisch, warum ist denn das so

Speaker2: lang und zu kompliziert?

Speaker2: Und andere schreiben aber, ja, ich hätte nochmal drei Nachfragen darüber hinaus,

Speaker2: weil ich genau wissen will, was da passiert.

Speaker2: Und alle haben, finde ich, schon auch ihre Berechtigung. Wir wissen nicht,

Speaker2: was in 20 Jahren mal mit den ganzen Bildern von unseren Kindern passiert,

Speaker2: die wir jetzt alle so fröhlich irgendwo per WhatsApp verschicken.

Speaker2: Wir haben eine Ahnung davon, was passieren könnte, aber es kann so viel.

Speaker2: Deswegen, ja, man muss,

Speaker2: also ich versuche immer für beide Positionen da so den Blick zu haben und zu

Speaker2: überlegen, okay, was braucht es und dieses ganze Bürokratieabbau,

Speaker2: da bin ich absoluter Fan davon und da wird man mutige Entscheidungen treffen müssen.

Speaker2: Ich glaube aber, dass es daran scheitert, dass einfach jemand halt wirklich

Speaker2: mal sagt, okay, wir ziehen es jetzt einfach mal durch, weil man zu sehr Angst

Speaker2: hat, dass die negativen Konsequenzen drüber sind. Aber es ist ein schwieriges Feld.

Speaker2: Und ich glaube, letzter Satz zu diesem Bildung ist Ländersache-Thema,

Speaker2: es ist halt wie das ganze Bildungssystem so starr und so kulturell gewachsen,

Speaker2: dass ja letztlich sich alle 16 Bundesländer darauf einigen müssten,

Speaker2: zu sagen, okay, wir machen jetzt einfach einen Cut, egal, ob ihr weiter seid als wir oder sonst wie.

Speaker2: Da bräuchte man auch die Entscheidungsträger, die einfach gemeinsam sagen,

Speaker2: wir wollen das, dass es gleich ist.

Speaker2: Und auch da gibt es natürlich Leute, die sagen, ich spiele gerne aus, dass ich...

Speaker2: Die bessere Position habe und ich würde gerne auch in der besseren Position bleiben.

Speaker2: Aber mal gucken, wo wir hinkommen auf dem Gebiet, aber es wird natürlich sehr politisch, wie alles.

Speaker0: Ich würde trotzdem auch nochmal sagen, auch wenn das so hoffnungslos klingt

Speaker0: und wir haben ja schon gesagt, man braucht oft, gerade in diesem Bildungssektor.

Speaker0: Einen extrem langen Vorlauf.

Speaker0: Pisa war Anfang der 2000er, jetzt es bewegt sich so langsam was.

Speaker0: Klar, das sind Generationen wechselt damit verantwortlich, auch neue Menschen

Speaker0: mit am anderen Blick, mit anderen Perspektiven, müssen natürlich erst in bestimmte

Speaker0: Positionen kommen, um was zu entscheiden.

Speaker0: Aber auch da, im ganz Kleinen, haben wir jetzt schon Dinge mitbekommen, wo man flexibel wird.

Speaker0: Zum Beispiel war das für uns in der Bildungsforschung, das zeigen halt die früheren

Speaker0: Projekte, auch bei uns am Lehrstuhl oder auch an anderen Lehrstühlen ist es

Speaker0: extrem wichtig, Schulen zu beforschen.

Speaker0: Also überhaupt die Einwilligung zu bekommen, Daten zu erheben.

Speaker0: Und ein extrem komplizierter Einwilligungsprozess, der den Eltern und den Lehrkräften

Speaker0: ja dann auch aufgebürdet wurde, dass dann Schüler an irgendeiner Studie teilnehmen können.

Speaker0: Und da haben wir schon gemerkt, also wir haben gesagt, das wollen wir nicht.

Speaker0: Also wir wollen nicht, dass die Lehrkräfte das Zettelchen austeilen und das

Speaker0: dann wieder einsammeln müssen und dass die das dann in unsere App irgendwie einpflegen müssen.

Speaker0: Also welche Elternteile hat denn zugestimmt, dass Co-Variablen erhoben werden,

Speaker0: also wie sowas wie, welche Sprachen sprichst du zu Hause, was ist Anzahl an

Speaker0: Büchern, hast du einen Laptop daheim und sowas.

Speaker0: Also solche Variablen, die wir brauchen jetzt wieder auf der Forschungsseite,

Speaker0: um diese Daten, die wir da auch erheben, ordentlich auswerten zu können.

Speaker0: Also in den Kontext stellen zu können, aber auch, dass überhaupt Daten an uns

Speaker0: fließen. Ja, also das ist ja auch eine Sache.

Speaker0: Die Daten, die wir da erheben, die gehören ja erstmal der Schule.

Speaker0: Das muss man auch wissen.

Speaker0: Die Daten, die wir hier heben, die haben wir als Uni Regensburg nicht.

Speaker0: Sondern die Eltern müssen einwilligen, dass zu Forschungszwecken diese Daten

Speaker0: weitergegeben werden, natürlich in pseudonymisierter Form.

Speaker0: Und dass auch bestimmte Kovariablen erhoben werden dürfen.

Speaker0: So, dieser ganze Einwilligungsprozess, da haben wir gesagt, das wollen wir nicht

Speaker0: auf diesem analogen Weg machen. Wir wollen das digital machen.

Speaker0: Ja, und das sind natürlich dann bestimmte Referate im Kultusministerium,

Speaker0: Referat für IT-Sicherheit, Referat für Datenschutz und so weiter.

Speaker0: Und die haben natürlich dann Mitspracherecht. Und da ist man uns,

Speaker0: und das hat man schon gemerkt, dann tatsächlich entgegengekommen,

Speaker0: weil wir vernünftige Argumente hatten, wie das in der Praxis zu laufen hat,

Speaker0: dann hat man gesagt, okay,

Speaker0: dann überlegt euch mal einen ordentlichen datenschutzkonformen digitalen Einwilligungsprozess

Speaker0: für die Eltern und das haben wir geschafft.

Speaker0: Und nur deswegen, und das kann man ja auch mal sagen, haben wir als Universität

Speaker0: Regensburg jetzt plötzlich einen Forschungsdatensatz.

Speaker0: Ich habe ja gesagt, wir haben 180.000 Kinder getestet und ich glaube,

Speaker0: davon sind fast 120.000 Einwilligungen.

Speaker0: Also weit, weit über die Hälfte, weit über die 50 Prozent an Einwilligungen.

Speaker0: Also Daten, die wir dann auch für die weitere Forschung verwenden dürfen,

Speaker0: um die Tests zu verbessern, um neue Tests zu entwickeln und so weiter und so weiter.

Speaker0: Und das ist auch in der Bildungsforschung, weil dieser Einwilligungsprozess

Speaker0: immer so kompliziert war, dass vielleicht nur 20, 30 Prozent der Älter oder

Speaker0: manchmal auch gar keine der Klassen dem zugestimmt hätten.

Speaker0: Und wir haben plötzlich auch da so einen Datenschatz für die Forschung,

Speaker0: nur weil wir gesagt haben, wir machen aber oder wir entwickeln,

Speaker0: wir programmieren einen Prozess, der funktioniert.

Speaker0: Ja, und gleichzeitig aber auch das entgegenkommt, dass wir das dürfen.

Speaker0: Also da verändert sich auch was. Das wollte ich eigentlich damit sagen.

Speaker1: Ja, sehr, sehr spannend.

Speaker2: Ja, also das ist aber vielleicht auch nochmal ein Punkt, den man erwähnen muss,

Speaker2: weil natürlich Ministerien oftmals…

Speaker2: Und immer so dargestellt werden, so ja, das ist sehr träge und sehr bürokratisch und so weiter.

Speaker2: Auch dort sitzen Menschen und da geht es darum, dass manche einfach auch mal

Speaker2: mutiger sind und einfach sagen, wir machen das jetzt.

Speaker2: Wir nehmen jetzt hier Geld in die Hand, obwohl wir wissen, dass wenn wir nochmal

Speaker2: so wie Anfang von Corona, wo plötzlich alle auf Mebis zugreifen,

Speaker2: das war ja das, womit Mebis in Verbindung stand.

Speaker2: Natürlich war MEBIS nicht darauf ausgerichtet, in der Pandemie einem Bundesland

Speaker2: Distanzunterricht zu ermöglichen.

Speaker2: Aber das sind natürlich die Schlagzeilen. Ja, das funktioniert auch nicht und

Speaker2: das funktioniert auch nicht.

Speaker2: Und trotzdem gibt es da Leute, die sagen, okay, wir machen jetzt irgendwie was

Speaker2: wieder riesengroßes, was wir selber vielleicht auch gar nicht so abschätzen können.

Speaker2: Kann das funktionieren? Wir müssen denen irgendwie ein bisschen vertrauen.

Speaker2: Haben wir das Gefühl, die spielen das fair und transparent.

Speaker2: Und auch da, ja, ich glaube, wir haben unseren Beitrag dazu geleistet,

Speaker2: um einfach Vertrauen zu schaffen.

Speaker2: Aber auch da muss man sagen, auch in den Ministerien arbeiten Leute,

Speaker2: die nicht nur mega fleißig sind und mega intelligent, sondern die auch einfach

Speaker2: sagen, okay, ja, wir vertrauen euch jetzt, wir haben jetzt auch irgendwie den

Speaker2: Mut, wir ziehen das gemeinsam durch.

Speaker2: Und gerade vor diesem Thema Datenschutz, muss ich auch echt sagen,

Speaker2: hat sich da auch mein Blick komplett gewandelt, auch wieder in der Hinsicht,

Speaker2: okay, wir versuchen da einen pragmatischen Blick drauf zu haben.

Speaker2: Und das ist ganz wichtig und ich glaube, diesen pragmatischen Blick,

Speaker2: den braucht es an ganz vielen Stellen. Einfach zu sagen, hey,

Speaker2: da gibt es Rechte und die gibt es auch aus einem gewissen Grund.

Speaker2: Und gleichzeitig ist es trotzdem so, dass wir irgendwie überlegen,

Speaker2: dass es halt irgendwie noch in einem Rahmen ist, der leistbar ist,

Speaker2: wo auch alle sagen, ja, okay, das ist jetzt nicht zu viel, das ist für mich

Speaker2: zu kompliziert, ich verstehe das ja gar nicht.

Speaker2: Und immer diesen Ausgleich zu treffen und pragmatische Lösungen,

Speaker2: das hat in dem Fall auch ganz, ganz stark dazu beigetragen, dass es jetzt,

Speaker2: glaube ich, dann doch von der großen Allgemeinheit so gut angenommen wurde.

Speaker1: Mit der Perspektive und den Einblicken, die ihr jetzt bekommen habt im Rahmen von eurem Projekt,

Speaker1: wie würdet ihr denn das einschätzen, dass in Zukunft mehr in dieser Richtung

Speaker1: an den Schulen stattfinden kann und vor allem natürlich, wir haben noch gar

Speaker1: nicht das Buzzword Nummer eins

Speaker1: bedient, wie sieht es denn mit künstlicher Intelligenz da eigentlich aus?

Speaker1: Ich weiß, ihr habt bei euch keine KI in dem Modell drin. Das hatte ich im Vorfeld

Speaker1: mit Stefan schon geschrieben.

Speaker1: Aber wie glaubt ihr, geht das weiter? Ist es nach wie vor einfach nur dieses

Speaker1: Buzzword, was jetzt überall halt seit zwei Jahren oder etwas über zwei Jahren,

Speaker1: seit ChatGPT halt draußen ist, getrieben wird?

Speaker1: Ist das ein Glitzer-Hype oder ist das eine echte Ergänzung oder kann das eine

Speaker1: echte Ergänzung zum klassischen Unterricht werden?

Speaker2: Also ich glaube schon, dass es wie auch das Thema Digitalisierung nicht einfach

Speaker2: nur damit getan ist, jeder kriegt

Speaker2: ein iPad und dann sprechen wir von Digitalisierung. Es gibt Sachen...

Speaker2: Die machen Sinn, digital zu laufen. Genauso gibt es Sachen, die machen Sinn,

Speaker2: KI-unterstützt vielleicht zu verwenden.

Speaker2: Also beispielsweise auf unserer Plattform ist ein weiteres Projekt in der Pipeline,

Speaker2: was für 2026 kommen wird.

Speaker2: Da geht es ums Schreiben. Beim Schreiben geht es natürlich darum,

Speaker2: dass Kinder Texte produzieren und natürlich werden wir es nie hinbekommen, dass wir sagen,

Speaker2: also wir rechnen damit, dass 200.000 Grundschulkinder, auch wenn es nur einfache

Speaker2: Texte sind, auch wenn die nur eine halbe Seite lang sind, da irgendwo Texte

Speaker2: einstellen und dahinter sitzen irgendwelche Menschen, die dann diese Texte auswerten.

Speaker2: Das ist zum Beispiel ein Fall, da werden wir relativ sicher KI einsetzen.

Speaker2: Gleichzeitig, und da fand ich war ChatGPT am Anfang das beste Beispiel dafür,

Speaker2: natürlich hat man an der Uni damit auch den Kontakt gehabt, Leute,

Speaker2: die einfach gesagt haben, ah cool, das ist das Thema, da konnte ich mich jetzt

Speaker2: nicht einlesen, ich gebe das in meine Arbeit ein.

Speaker2: Also ich hatte Kollegen, die haben mir berichtet, sie haben eine Arbeit gelesen

Speaker2: von einer Studierenden, die Migrationshintergrund hatte, was ja jetzt per se

Speaker2: nicht das Problem ist, was man

Speaker2: aber gemerkt hat an manchen Textteilen und dann kam plötzlich ein Teil,

Speaker2: der war perfekt formuliert und was dann ja dazu kam, so diese ganzen Halluzinationen.

Speaker2: Also es wurde da nicht gecheckt, wurden diese Quellen, die angegeben sind,

Speaker2: jetzt vielleicht erfunden? Gibt es die überhaupt? Gibt es da die Texte?

Speaker2: Also das heißt, einfach blind zu sagen, KI ist die Lösung, wie blind zu sagen,

Speaker2: wir geben jedem ein Tablet in die Hand und dann sind wir einen Schritt weiter.

Speaker2: Das wird es definitiv nicht sein, zumal da das ganze Thema Fairness eine Rolle spielt.

Speaker2: Also so eine KI darf aus meiner Sicht nicht sich selbst überlassen werden,

Speaker2: gerade wenn es darum geht, dass wir auf Basis dessen Kinder beurteilen und einschätzen.

Speaker2: Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt und da würde ich auch dafür plädieren,

Speaker2: Lieber einen Schritt zurückzutreten und zu sagen, wir lassen uns da Zeit,

Speaker2: um wirklich zu verstehen,

Speaker2: wie wir die KI einsetzen können, als zu sagen, ja, wir wollen jetzt hier vorne

Speaker2: dran sein und nutzen das einfach mal und verstehen erst danach so,

Speaker2: da hat sich was selbstständig gemacht.

Speaker2: Also deswegen auch hier, glaube ich, zwei Seiten der Medaille.

Speaker2: Man muss sich immer genau überlegen, was hat es für einen Mehrwert und kann

Speaker2: ich diesen Mehrwert begründet einsetzen, sodass ich wirklich sagen kann,

Speaker2: wir wissen alle über die Chancen und Risiken Bescheid.

Speaker2: Das hilft uns, aber es hat definitiv auch seine Grenzen und wird nicht das Allheilmittel

Speaker2: sein und sagen, das ersetzt Lehrkräfte oder so.

Speaker2: Das will es wahrscheinlich auch nicht, aber das glaube ich nicht und da sollten

Speaker2: wir auch die Finger davon lassen.

Speaker0: Also ich sage mal noch was aus der Entwicklerperspektive, wie wir das auch handhaben.

Speaker0: Du hast zwar nach der Schule gefragt, aber ganz grundsätzlich,

Speaker0: ich glaube, das kann man wahrscheinlich auf den Bereich Bildung generell übertragen.

Speaker0: Ich meine, wir als SoftwareentwicklerInnen sind ja auch ständig mit dem konfrontiert,

Speaker0: dass es a, wenn ich vor einem Problem stehe, ob das jetzt algorithmisch ist,

Speaker0: ob das technisch ist, strukturell ist, wie auch immer,

Speaker0: dass es A, schon mal viele Möglichkeiten gibt, dieses Problem zu lösen und dass

Speaker0: sich ja auch ständig neue Art und Weisen dazukommen, wie ich das lösen kann,

Speaker0: neue Technologien, neue Libraries und so weiter und so weiter.

Speaker0: Und klar sind diese Modelle, diese LLMs immer ein bisschen hinten dran.

Speaker0: Die spielen immer noch nicht ganz vorne mit. Meistens ist ein halbes Jahr,

Speaker0: ein Jahr zurück die Information sehr verlässlich, das sei schon mal dazu gesagt.

Speaker0: Aber wir benutzen das auch so, dass wir sagen, wir gehen mit diesen LLMs so

Speaker0: ein bisschen in eine Diskussion.

Speaker0: Sagen, hey, machen wir doch mal Vorschläge. Wie könnten denn sowas aussehen?

Speaker0: Und dann fragt man so ein bisschen nach. Aber dann ist es ganz wichtig,

Speaker0: dass man dann hergeht und sich selbst einliest in diese Sachen.

Speaker0: Also sich selbst konkret aufschlaut, wie man das als Mensch halt tut,

Speaker0: um als Mensch einen Überblick und eine Bewertung weiterhin vornehmen zu können.

Speaker0: Und ich finde, da helfen auch LLMs oder haben uns auch viel LLMs,

Speaker0: gerade an so Anfangsdingen, diese Anfangsprozesse, so diese Entscheidungen, da hinzukommen.

Speaker0: Aber immer in so einem Diskussionsstil.

Speaker0: Man fragt nach, schaut sich das an, kippt wieder einen Prompt rein und so weiter

Speaker0: und so weiter. Und ich glaube, dann ist das okay und dann glaube ich,

Speaker0: ist es auch für Schulen und für Kinder und auch das Lernen.

Speaker0: Also wie kann ich mit KI selbst lernen?

Speaker0: Irgendein Thema, eine Sprache, was auch immer. Und dann ist es gut.

Speaker0: Aber das einfach so als Selbstläufer zu nehmen, ist ja generell immer schlecht.

Speaker2: Man sieht ja auch ganz gut an den Dingen wie Facebook, wie die ganzen sozialen

Speaker2: Medien, dass wir ja eigentlich schon mit KI lernen, ohne dass wir es wissen.

Speaker2: Und ich glaube, da fällt wiederum der Schule ein ganz wichtiger Prozess zu,

Speaker2: Kinder zu sensibilisieren.

Speaker2: Was ist das? Wie funktioniert das? Was hat es für Chancen, aber auch da für

Speaker2: Risiken? Also es geht beim Lesen um zwei Hauptkomponenten.

Speaker2: Das eine ist die sogenannte Leseflüssigkeit, also wie schnell erfasse ich Wörter

Speaker2: und kann sie quasi lesen.

Speaker2: Und das zweite ist das Leseverstehen, nämlich welche Informationen ziehe ich mir aus dem Text.

Speaker2: Und da ist dann nochmal das Leseverstehen im digitalen Kontext wieder was anderes.

Speaker2: Ich habe eine Homepage vor mir, ich habe eine Google-Suche, Auswertung,

Speaker2: was sind einzelne Wörter, einzelne Begriffe, die mir vielleicht schon eine erste

Speaker2: Aussage darüber treffen, ist das eine seriöse Quelle, ist das keine seriöse Quelle.

Speaker2: Das heißt, auch sowas wird schon jetzt in der Grundschule angebahnt,

Speaker2: zumindest hinsichtlich des Screenings.

Speaker2: Da sind wir sicherlich auch von dem Testverfahren noch am meisten in den Kinderschuhen

Speaker2: und da gibt es auch die meisten Rückfragen von Lehrkräften, weil es auch da

Speaker2: noch nicht genug Material dazu gibt.

Speaker2: So, ja, okay, wir haben jetzt da rausgefunden bei diesem Leseverstehen im digitalen

Speaker2: Kontext, da sind die Ergebnisse noch nicht ganz so gut, wie können wir das denn trainieren?

Speaker2: Und auch da ist es nicht so einfach zu sagen, ja, ja, da gibt es hier A,

Speaker2: B, C, D, E, F, G, sondern da muss man schon sagen, ja, es geht so in die Richtung

Speaker2: und sie könnten ein bisschen in die Richtung mal schauen und hier trainieren.

Speaker2: Aber da merkt man noch, das steckt in den Kinderschuhen.

Speaker2: Das aber in der Grundschule schon mitzudenken ist ganz, ganz,

Speaker2: ganz wichtig aus meiner Sicht und spricht auch wieder dafür,

Speaker2: denn das war auch was, was die Deutschdidaktik eingebracht hat,

Speaker2: dass sie gesagt hat, es wurde bei Iglu jetzt erfasst, lasst uns das gleich mitdenken.

Speaker2: Also da auch wieder mutig zu sein, auch wenn man weiß...

Speaker2: Der Test ist sicher noch nicht auf dem Niveau, auf dem er sein könnte,

Speaker2: aber wir gehen jetzt diesen Schritt und denken das gleich mit.

Speaker0: Genau, also das Lesen hier eben nicht nur das Lesen von Texten ist,

Speaker0: oder wenn man ein breiteres Textverständnis hat, dass man sagt eben auch,

Speaker0: wie werden wir denn generell im Internet, in sozialen Medien,

Speaker0: in Apps und so weiter, wie werden wir denn Informationen präsentiert visuell,

Speaker0: wie kann ich das strukturieren und wie kann ich das auch einschätzen.

Speaker0: Ja, wir haben da auch zum Beispiel Kommentare und sowas, ja,

Speaker0: so einen Gesprächsverlauf, so einen Kommentarverlauf, den dann die Kinder einschätzen müssen.

Speaker0: Und ich finde schon, dass das Beiles auch nochmal ein Stück weit abhebt von

Speaker0: anderen Lese-Screenings.

Speaker0: Das heißt, wir haben diese ganz basalen Komponenten, das fängt ab der zweiten

Speaker0: Klasse an, eben diese Leseflüssigkeit, das heißt, das reine Erfassen von Wörtern und Sätzen,

Speaker0: dann aber auch dieses ganz normale Text verstehen, das heißt,

Speaker0: wir haben Erzählungen, wir haben Fantasiegeschichten, so Science-Fiction-Stories,

Speaker0: die kommen dann in der dritten Klasse dazu und da werden einfach Fragen zum Text gestellt.

Speaker0: Das heißt, ich muss den Text verstanden haben und ich muss auch lernen,

Speaker0: wie ich in so einem Text nach Informationen suche. Also alles sehr basal.

Speaker0: Und dann aber kommt in der vierten Klasse eben dieses Lesen im digitalen Kontext dazu.

Speaker0: Und da brechen wir schon aus diesem Basalen aus, sagen aber,

Speaker0: dass das die neue Basalität für das 21.

Speaker0: Jahrhundert ist. Das heißt, ich habe vorwiegend, gerade bei unseren Kindern,

Speaker0: ich sehe das an meinen eigenen Kindern, die sind 11 und 13, die haben vorwiegend

Speaker0: mit Texten im digitalen Raum zu tun.

Speaker0: Natürlich, meine Tochter liest auch viele Bücher und das heißt ganz normale

Speaker0: Geschichten, aber die Konfrontation im Alltag ist mit einer ganz anderen Art

Speaker0: von Texthorte und mit der muss ich auch lernen umzugehen und das nehmen wir schon auf in Beiles.

Speaker1: Das ergibt natürlich eine gute Aussagekraft dann auch zum Thema der Medienkompetenzen.

Speaker1: In Korrelation zu, habt ihr zu Hause ein Laptop, was ich vorhin gehört habe,

Speaker1: ergibt sich dadurch natürlich ein Bild und das ist, glaube ich, auch ganz wichtig.

Speaker1: Vielleicht, dass man dann halt mit diesem Ergebnis dann auch über die Schule

Speaker1: hinaus mal die Kinder informiert und sagt, hey, vielleicht könnt ihr zu Hause

Speaker1: auch nochmal darüber sprechen, weil das ist was.

Speaker1: Wir haben letztes Jahr eine Videoreihe bei uns auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht,

Speaker1: Medienkompetenz im digitalen Zeitalter.

Speaker1: Muss ich sagen, das sind die Videos, die am wenigsten Views haben.

Speaker1: Also es ist halt traurig, weil die Leute halt sich gar nicht damit beschäftigen möchten.

Speaker1: Teilweise verstehen sie es auch gar nicht, warum es überhaupt ein Problem darstellt.

Speaker1: Und es ist aber halt genau einfach das Thema. Und wir haben im Bekanntenkreis

Speaker1: immer wieder diese Gespräche.

Speaker1: Ich schreibe auch Leuten, wenn die auf WhatsApp irgendwie im Status wieder Fotos

Speaker1: von ihren Kindern haben, hey, bitte mach das Bild daraus.

Speaker1: Aber du hörst halt da ganz oft so, ja, warum?

Speaker1: Ist doch jetzt nicht so schlimm. War halt der Geburtstag vom,

Speaker1: weiß ich nicht, Jonas oder sonst wem. Aber ich sage dir, das muss doch das Internet nicht wissen.

Speaker1: Aber da ist halt noch ganz viel Grundlagenarbeit. Und auch hier haben wir wieder

Speaker1: einen Generationenkonflikt im Grunde genommen, weil halt die Leute nicht so

Speaker1: wie wir drei mit der Technik aufgewachsen

Speaker1: sind, sondern oft ist das halt irgendwann einfach mal da gewesen.

Speaker1: Und die Leute bedienen es zwar, sie können es auch irgendwie bedienen,

Speaker1: aber sind sich halt nicht über die Konsequenzen im Klaren, die dahinterstehen.

Speaker2: Ich glaube, die Reihenfolge ist da das Problem. Dann, dass man mit irgendwas

Speaker2: umgegangen ist und erst danach vielleicht verstehen kann, was da eigentlich passiert.

Speaker2: Das ist wie ein Instrument, was ich lerne. Ich kann entweder von vornherein

Speaker2: gleich einen guten, qualitätvollen Unterricht bekommen und jemand nimmt mich

Speaker2: an die Hand und lässt gar nicht zu, dass ich in irgendwelche Richtungen mich

Speaker2: entwickle, die vielleicht falsch wären, aber ich verstehe das erst viel zu spät.

Speaker2: Als diejenigen, die einfach erst mal anfangen und so und sagen,

Speaker2: oh, an manchen Stellen komme ich nicht weiter, jetzt nehme ich mir Unterricht

Speaker2: und jemand sagt, oh, deine Technik ist von Grund auf echt eine Katastrophe.

Speaker2: Wir müssen jetzt eigentlich wirklich nochmal das, was du schon tust,

Speaker2: was deine Rituale sind, was für

Speaker2: dich ganz normal erscheint, das müssen wir nochmal komplett aufbrechen.

Speaker2: Und in dem Fall muss sich da jede Person selber an die Nase fassen und ich glaube,

Speaker2: das ist das Schwierigste, dass einfach alle damit schon irgendwie Kontakt hatten

Speaker2: und jetzt so sukzessive kommt, ja, aber hier müsstest du eigentlich aufpassen

Speaker2: und darüber solltest du dich eigentlich mal ein bisschen informieren.

Speaker2: Deswegen ist das, glaube ich, wirklich ein ganz wichtiger Punkt,

Speaker2: den die Schule und so früh wie möglich,

Speaker2: deswegen ist die Grundschule da auch wirklich der richtige Ort,

Speaker2: es sich da auf den Weg macht und auch da weiß ich in dem Fall von der Uni Würzburg,

Speaker2: dass da ein größeres Forschungsprojekt ansteht zu digitalen Kompetenzen in der

Speaker2: Grundschule und sowas ist definitiv begrüßenswert.

Speaker2: Und das ist auch ganz entscheidend, dass man diese Interdisziplinarität versteht.

Speaker2: Das ist Bildungsforschung, das ist die ganze Schulfamilie, das ist die Technik.

Speaker2: Die muss man alle zusammenbringen, da kann keine Domäne für sich mehr bleiben.

Speaker2: Das muss, ein gewisses Grundverständnis für die anderen Domänen muss kommen,

Speaker2: wenn wir an der Stelle das wirklich gut auf die Beine stellen wollen.

Speaker1: Ja, auf jeden Fall. Bleibt auf jeden Fall auch spannend. Ich bin mal sehr gespannt,

Speaker1: wie sich das so die nächsten Jahre weiterentwickelt.

Speaker1: So mit Blick auf die Uhr, habt ihr beide denn abschließend vielleicht noch eine

Speaker1: Nachricht oder eine Botschaft, die ihr unseren Hörerinnen und Hörern gerne mit

Speaker1: auf den Weg geben würdet?

Speaker0: Schwierig. Ich würde mal sagen, also aus meiner Perspektive,

Speaker0: ich habe jetzt im Gespräch so ein bisschen so die Entwicklungsperspektive und so weiter eingenommen,

Speaker0: also vielleicht so meine Botschaft jetzt gerade in diesem Projekt,

Speaker0: aber auch schon in den Projekten davor, kann ich trotzdem immer wieder sagen,

Speaker0: ich weiß, wie schwierig das ist für EntwicklerInnen,

Speaker0: sich in eine Domäne einzudenken.

Speaker0: Aber wenn ihr keine 0815-Software machen wollt, sondern wirklich Software,

Speaker0: die für euren Kunden wertvoll ist, dann versucht so viel wie möglich euch in

Speaker0: diese Domäne hineinzudenken und mit eurem Kunden zu reden und baut Software wirklich so,

Speaker0: wie es die Domäne verlangt und ich glaube, das ist meine Botschaft vielleicht in so einem Podcast.

Speaker2: Dann kann ich da die perfekte Gegenperspektive einnehmen, denn ich bin ja auch

Speaker2: zu dem ganzen Projekt ohne eine wirklich digitale Vorbildung gekommen.

Speaker2: Also die ganze Technologie dahinter war für mich komplett neu,

Speaker2: ich komme nicht aus dem Bereich.

Speaker2: Aber ich würde denselben Wunsch an die anderen richten, also in dem Fall an

Speaker2: die Schule, an die Erziehungsberichteten,

Speaker2: an die Bildungsforschung, an die Bildungsadministration, also an die Ministerien

Speaker2: auch, sich auf den Weg zu machen, so gut es geht, zu verstehen,

Speaker2: was auf der anderen Seite passiert.

Speaker2: Denn auch das haben wir gemerkt im Austausch mit den Lehrkräften.

Speaker2: Wir waren quasi immer die Übersetzer. Die haben gesagt, ja, wir hätten gern das, das, das.

Speaker2: Und dann mussten wir wieder sagen, okay, technisch gesehen funktioniert das

Speaker2: aber nicht. Also das heißt, ich glaube, beide Seiten müssen sich aufeinander zubewegen.

Speaker2: Die Entwickler müssen die Domäne verstehen, aber die Domäne muss auch bereit

Speaker2: sein, so gut es geht, zu verstehen, wie diese Technik dahinter funktioniert.

Speaker2: Nur dann, glaube ich, sind wirklich super Produkte und auch ein guter Nutzen damit möglich.

Speaker1: Ja, vielen Dank euch beiden für die abschließenden Worte und auch für eure Zeit heute.

Speaker1: Hat mir eine Menge Spaß gemacht. Ist auch wirklich schön, da mal von den Machern

Speaker1: dieses Projektes solche Einblicke zu bekommen.

Speaker1: Ihr findet, also ihr Hörer, findet alle Informationen zum Projekt und auch zum

Speaker1: Stefan und zum Mario, wie alles andere, was wir heute besprochen haben,

Speaker1: wie immer in den Shownotes unten.

Speaker1: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst mir gerne auch mal einen Kommentar da, gern auch Likes.

Speaker1: Ihr könnt uns in so ziemlich jeder Plattform, wo man uns hören kann,

Speaker1: auch mit einem Stern oder was auch immer da halt in der Plattform zur Verfügung steht bewerten.

Speaker1: Und wenn ihr eine Meinung dazu habt, vielleicht auch jetzt gerade zu dem Thema

Speaker1: Medienkompetenz und ja, digitale Bildung an den Schulen, dann lasst mir gerne

Speaker1: auch eine Sprachnachricht da. Ihr habt unten den Link zu Speakpipe.

Speaker1: Da könnt ihr mir eine kostenlose und vor allem anonyme Sprachnachricht dalassen.

Speaker1: Dann werde ich das in einer der nächsten Folgen auf jeden Fall mitnehmen.

Speaker1: Ja, Mario, Stefan, vielen Dank nochmal für eure Zeit. Und ich nehme an,

Speaker1: wir haben uns mit Sicherheit nicht das letzte Mal gehört.

Speaker2: Vielen Dank für die Einladung.

Speaker0: Ja, danke schön. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Speaker1: Sehr gerne. Das freut mich. Also dann macht's gut, bis zum nächsten Mal bei

Speaker1: Blue Screen. Ciao, ciao.

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